Nach einem Jahr Pause: 5. Wettmarer Garagenflohmarkt

Geschirr, Bekleidung, Handtaschen und andere mehr gab es für kleines Geld beim Garagenflohmarkt in Wettmar. (Foto: Renate Tiffe)

Anzahl der Teilnehmer fast um ein Drittel gestiegen

WETTMAR (ti). Beinahe scheint es so, als ob den Wettmarern im letzten Jahr etwas entgangen ist. Die Zahl der Anbieter am diesjährigen Garagenflohmarkt ist jedenfalls sprunghaft gestiegen: von 68 auf 96 Anmeldungen.
„Die Nachfrage war überwältigend“, freute sich die Sprecherin des Organisationsteams, Kerstin Winkel. Es war die fünfte Aktion dieser Art, die 2011 aus einer Eigeninitiative im Dorf entstanden ist. Statt der sonntäglichen Vormittagsruhe herrschte Bewegung auf Straßen und Gehwegen in Wettmar. Orangefarbene Luftballons wiesen die Wege zu Hauseingängen, zu Garagen und Gärten, die sich in eine Art von Basaren verwandelt hatten. Nur wenige Familien flanierten in aller Geruhsamkeit von Angebot zu Angebot. Viele Besucher steuerten zielstrebig auf das eine oder andere Schnäppchen zu. Eiligere verschafften sich mit dem Fahrrad einen Überblick und Autofahrer konnten sich nur noch in Slalomlinien durch den Verkehr winden. An manchen Stellen war zeitweise kaum noch ein Durchkommen.
An nicht wenigen Stellen im Dorf hingen die Luftballons zu mehreren oder gar in Trauben vor den Grundstücken. Immer mehr Nachbarn, Freunde und Familien haben ihre Verkaufsstände gemeinsam aufgebaut. Das gab Gelegenheit zum Klönschnack zwischendurch, zu einem gemeinsamen Kaffee, zu dem auch gern Gäste eingeladen wurden.
Kaffee und Kuchen seien richtig gut gegangen, berichtete eine Ausstellerin. Aber nicht nur das. Auf den Ständen an etwa 60 Verkaufsstellen war alles das ausgebreitet worden, was Boden und Keller an Schätzen hergaben, die sicher einmal als unverzichtbar angeschafft worden waren, die mittlerweile aber schon lange nicht mehr gebraucht wurden. Musikinstrumente, Schallplatten, CDs und Hörbücher und Bücher ohne Ende, auch Fachbücher. Das Angebot der Bücherei - „jedes Buch für 1,50 Euro – tat ein übriges. Die eine oder andere Antiquität ließ sich finden und sehr viel Nippes, der einst die Wohnung verschönt hatte. Computerzubehör stand zur Auswahl, ebenso wie Haushaltsgegenstände und Gartengeräte.
Viel Kinderspielzeug gab es zu sehen und gar nicht zu reden von den zahlreichen Kleiderständen mit Erwachsenen- und Kinderbekleidung. Stöbern war angesagt und vieles wechselte den Besitzer. „Es macht einfach Spaß, hier etwas zu bekommen, was man vielleicht gar nicht erwartet hatte“, sagte ein Besucher. „Ich musste schon den Wagen holen, damit meine Frau alles mitbekommt.“
Nicht für alle Teilnehmenden lief es ausschließlich positiv. Gegen Ende des Garagenflohmarktes machte sich auch Frust breit. „Eine ganze Kiste voller Schallplatten für einen Euro. Warum will das keiner“, ärgerte sich ein Aussteller. Auch sonst hatte er nur wenig verkauft. „Das meiste habe ich jetzt zum zweiten Mal angeboten. Was heute noch da ist, wird entsorgt“. In Burgwedel, in Burgdorf und Altwarmbüchen gibt es noch Stellen, die gern etwas abnehmen, was noch Verwertung finden kann.