NABU-Pilzexkursionen brachten reichliche Ausbeute

Horst Labitzke (links) und Uwe Siemers (rechts) unterhalten sich über einen orangefarbenen Korallenpilz. „Schwer zu bestimmen ist diese Gruppe. Man sollte diesen hier nicht essen, denn er hat die Konsistenz von Gummi“, so Horst Labitzke. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Nach der Pilzexkursion stand Gemeinschaftsarbeit auf dem Programm: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begannen, ihre Ausbeute zu putzen und zuzubereiten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Zum krönenden Abschluss ein großes Pilzessen

BURGWEDEL (hhs). Jedes Jahr im Oktober bietet der NABU Burgwedel/Isernhagen für alle Interessierten, gleichgültig ob Anfänger oder Fortgeschrittene als Doppelveranstaltung Pilzseminar und -exkursion im Verbund an. Diese Veranstaltungen sind immer ausgebucht und so gab es in diesem Jahr wegen der großen Nachfrage gleich zwei dieser publikumsträchtigen Veranstaltungen. So stand vergangene Woche der theoretische Teil abends in der Seniorenbegegnungsstätte, dann am nächsten Morgen die Exkursion draußen im Wald auf dem Programm. Dabei ging es nicht allein ums Bestimmen der Pilze: Die Teilnehmer mussten Messer und Korb mitbringen, und anschließend ein wenig Zeit, um die Pilzausbeute dann zum Abschluss gemeinsam in der Seniorenbegegnungsstätte zuzubereiten.
Trotz der miserablen Wetterprognose hatten sich gut 20 Teilnehmer mit dem Pilzsachverständigen Horst Labitzke und Uwe Siemers vom NABU auf Pilzsuche in den Wald begeben. Zum Ende traf
einer nach dem anderen traf in der Seniorenbegegnungsstätte ein und ein schneller Blick in die Körbe zeigte es: Es war ein erfolgreicher Morgen gewesen. „Es waren jede Menge Pilze zu finden im Sprill“, freute sich Horst Labitzke . In der Küche hatten die Teilnehmer schon damit begonnen, ihre Beute zu putzen. Der Pilzsachverständige verschaffte sich einen Überblick und nahm einige Exemplare in die Hand. Da war zunächst ein Täubling mit einem rötlichen Kopf. Labitzke fragte im launigen Ton das am Abend zuvor vermittelte theoretische Wissen ab. Charakteristisch für alle Täublinge sei, dass sie ein deutlich zu hörendes Knackgeräusch abgeben, wenn man ihren Stiel bricht. „Und wann sind sie essbar?“, fragte Labitzke in die Runde. Die Teilnehmer wussten es eigentlich alle: „Wenn man ein Stück in den Mund nimmt und es nicht auf der Zunge brennt, ist er essbar“, sagte einer. „Genau“, freute sich Labitzke. „Wenn das Stück auf der Zunge brennt, spucken wir es aus. Die Bezeichnung Täubling kommt von dem tauben Gefühl, dass die ungenießbaren Täublinge auf der Zunge auslösen“.
Dann zog Horst Labitzke einen ganz besonderen Pilz aus dem Korb, ein weißes Exemplar, besser gesagt Elfenbein weiß. Ein Teilnehmer hatte den Pilz aus seinem eigenen Garten mitgebracht. Bei weißen Exemplaren schauen Pilzkenner immer ganz genau hin. Das sei kein Knollenblätterpilz, sagte jemand, weil der Unbekannte keine Lamellen und keine Krempe um den Stiel habe. Eine Knolle könne man auch nicht erkennen. Labitzke machte es kurz: „Das ist kein hiesiger Pilz. Den könnt ihr nicht kennen. Das ist der Elfenbeinröhrling, der aus Nordamerika stammt. Er kommt nur dort vor, wo Weymouthskiefern wachsen. Und diese Kiefern sind erst zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts nach Mitteleuropa gekommen und haben den Pilz hierher mitgebracht“. Der Pilz sei immer noch sehr selten. Bei ihm handele es sich aber um einen sehr guten Speisepilz.
Unterdessen brutzelten die ersten Pilze schon in den Pfannen. Ein leckerer Duft breitete sich in der Küche der Seniorenbegegnungsstätte aus und man fachsimpelte über die besten Zubereitungsarten. Dann ging es ans Probieren, bei der großen Ausbeute an Pilzen an diesem Vormittag der absolute Höhepunkt dieses gelungenen Überlebenstrainings für alle Pilzfreunde.