Mühlentag mit Ostwind

Viele Besucher stellten sich an, um bei einer Besichtigung das Innenleben der Bockwindmühle kennenzulernen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Hunderte Besucher kamen zur Mühle des Heimatvereins

WETTMAR (bgp). Der Pfingstmontag steht für den Heimatverein Wettmar Thönse Engensen traditionell im Zeichen des Nationalen Mühlentages. Bei strahlendem Sonnenschein tummelten sich die Besucher rund um die historische Mühle und blickten hoch zu den Flügeln, die sich unter kräftigem Wind emsig drehten.
An der Treppe, die an diesem Tag auf die Westseite gedreht werden musste, bildete sich eine lange Schlange von Gästen, die zur Besichtigung des spannenden Innenlebens der Bockwindmühle anstanden. „Der Ostwind ist ungewöhnlich, sonst kommt er fast immer von Westen“, erklärte der Vorsitzende des Heimatvereins, Achim Ristenpart, dass die Position der Mühle an diesem Tag so ganz anders war, als zu den Mühlentagen in den Vorjahren. Der Ostwind habe schon Probleme bereitet und kräftig in das Zelt „hineingefasst“, das habe es noch nicht gegeben, so Ristenpart.
Das Treiben auf dem Geländeteil jenseits von Bratwurst- und Getränkestand ließ die Besucher vergessen, dass sie sich im Jahr 2018 befinden. Eine Schau mit alten Gerätschaften und der Stand von Lüer Gräper verbreiteten mittelalterliches Flair, das die Gäste gefühlt in eine Zeit versetzte, die noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Mühle um 1585 lag.
Über dem Feuer schaukelte eine flache Fettpfanne, in der herrliche „Schnalzkuchen“ ausgebacken wurden. Der vielgereiste Seemann und Architekt Gräper ist außerdem Maurer und betreibt seinen mittelalterlichen Stand aus Leidenschaft. Brigitte Ruhnau aus Isernhagen FB sieht dabei konzentriert zu: „Das ist wieder toll hier“ lobt sie den Mühlentag in Wettmar. Immer gebe es etwas Neues, darum komme sie jedes Jahr. Ihr habe der Zeltgottesdienst wieder besonders gut gefallen. In der Predigt habe Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel die großen Blüten der Sonnenblumen erwähnt, die sie an ihre alte Heimat in Oberschlesien erinnert hätten, schwärmt die Seniorin.
Joachim Ristenpart nickt bestätigend: „So viele Gottesdienst-Teilnehmer hatten wir noch nie, wir mussten noch Sitzbänke vor dem Zelt aufstellen.“ Ansonsten sei man bei der Vorbereitung des Mühlentages schon routiniert, erklärt der Vorsitzende verschmitzt und verweist auf die neuen Attraktionen. „In diesem Jahr haben wir eine Töpferei aus dem Ort gewinnen können, die Töpfern für Kinder anbietet“.
Gleich daneben können Lederbeutel für „Drei Taler“ mit Schnüren handgenäht oder Speckstein zu Figuren und Schmuck bearbeitet werden. An einem weiteren Tisch sitzen zwei Kinder, die von geübter Hand herrlich bunt geschminkt werden. Erstmals ist auch ein Eiswagen dabei: „Der hat uns bisher noch gefehlt“, sagt Achim Ristenpart und blickt begeistert auf die Schlange von Kindern, die geduldig auf die süße Köstlichkeit wartet.
Nachwuchs sei immer gefragt beim Heimatverein, merkt Ristenpart beim Mühlentag an. Besonders die Unterhaltung und der Betrieb der Mühle seien sehr personalintensiv, sodass weitere Anwärter für die Müllerausbildung gerne gesehen seien. Interessenten für den Müller-Lehrgang oder für andere Arbeitsgruppen können sich an den Heimatverein wenden. Telefon: A. Ristenpart 0 51 39-44 04 oder per E-Mail: achim.ristenpart@heimatverein-wettmar-thoense-engensen.de.