Mord und Totschlag – gewürzt mit einer Prise Humor

Atemlose Spannung im Amtsgericht: Christiane Franke (rechts) liest aus ihrem neuen Krimi „Mord im Nebel“.

Autorinnen sorgen für mörderische Spannung im Amtsgericht

GROSSBURGWEDEL (bs). Ein mehr als ungewöhnlicher Ort für eine Krimilesung: das Amtsgericht in Großburgwedel – doch nicht nur die Neugier auf die nicht alltägliche Kulisse sorgte für einen vollen Strafgerichtsraum.
Dieser Raum verfügt über eine ganz eigene Aura: Hier geht es täglich um harte Fakten, um die Ahndung der kleinen und größeren Verstöße unserer Mitbürger gegen geltendes Recht. „Mörderische Spannung“ im Strafgerichtssaal, da können ganz leicht die Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen.
Erstmals beteiligte sich die Bücherei Großburgwedel am Krimi-Fest Hannover, einer Werkschau deutschsprachiger Krimis, die in diesem Jahr zum 3. Mal stattfindet und Hochspannung an außergewöhnlichen Orten verspricht.
Zu Gast in Burgwedel waren die Autorinnen Christiane Franke, die ihren dritten Roman „Mord im Nebel“ um das Ermittlerteam Oda Wagner und Christine Cordes vorstellte und Annette Petersen, Mitorganisatoren des Krimi-Festes, die schon zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht hat und ihren Debütroman „Luft und Lüge“ präsentierte.
Im Wechsel lasen die Autorinnen spannende Auszüge aus ihren Romanen und fesselnde Kurzgeschichten, gespickt mit skurrilen Einfällen und verblüffendem Ende. Wie zum Beispiel die verhinderte Olympia-Kugelstoßerin, die rein zufällig Zeugin einer Erpressung wird und mit einem überraschenden Steinwurf für einen überraschenden Ausgang der Geschichte sorgt.
Mörderische Spannung zog die rund 80 Zuhörer, darunter trotz Champions League-Übertragung auch rund 10 Prozent männliche Krimifans, in ihren Bann. Und dabei kam auch der Humor nicht zu kurz. Eine Heiterkeit, die den Zuhörern aber zuweilen auch im Halse stecken blieb, wenn der Mörder seinem Opfer den guten Rat seiner Mutter mit auf den Weg gibt: „Hoffentlich hast Du frische Wäsche angezogen, man kann ja nie wissen, ob man einen Unfall erleidet und ins Krankenhaus kommt ...“.
Angesichts so kurzweiliger Unterhaltung war der Büchertisch von Böhnert schon in der kleinen Pause dichtumlagert und viele nutzten die Gelegenheit, ihren Krimi gleich persönlich signieren zu lassen. „Wer weiß, wie lange ich nachher sonst in der Schlange stehen muss“, schmunzelte eine der besonders eiligen Leserinnen.
Die vorgestellten Bücher der beiden Autorinnen können jedoch auch in der Bücherei Großburgwedel ausgeliehen werden, erklärte Jutta Busch, Leiterin der Bücherei Großburgwedel.