Modernisierung des Krankenhauses Großburgwedel für 26,6 Millionen Euro

Grafik des geplanten Neubaus des Klinikums Großburgwedel. (Foto: KRH Klinikum Region Hannover)
 
Prof. Jekabs Leititis, Ärztlicher Direktor Klinikum Großburgwedel, Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt und Karsten Honsel, Geschäftsführer Klinikum Region Hannover (v.l.) . (Foto: Renate Tiffe)

Bauvorhaben im Rahmen einer Bürgerversammlung im Amtshof erläutert

GROSSBURGWEDEL (ti). Die Planungen für die Modernisierung des Krankenhauses in Großburgwedel sind bereits soweit fortgeschritten, dass sie jetzt in einer Bürgerversammlung im Amtshof der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnten. Die Klinik ist Teil des Klinikums Region Hannover (KRH), das die Kosten von 26,6 Millionen Euro trägt. In Anwesenheit der Architekten erläuterten der ärztliche Direktor Professor Jekabs Leititis und der KRH-Geschäftsführer Karsten Honsel das Bauvorhaben. Die Moderation hatte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt übernommen. Er kündigte an, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art sein werde.
Hoppenstedt wies auf die Bedeutung des Projekts für die Stadt und den Nordkreis hin und machte deutlich, dass damit der Standort Burgwedel innerhalb des KRH langfristig gesichert sei.
Wesentlicher Teil der Umbaumaßnahmen wird ein viergeschossiger Neubau im Anschluss an die vorhandenen Gebäude sein, mit dem das Krankenhaus näher an die Kita Kleinburgwedeler Straße heranrückt. Der erst vor einigen Jahren angelegte Patientengarten bekommt einen neuen Standort im Klinikpark, welcher durch die Freilegung der Wedel ökologisch aufgewertet wird.
Im Neubau ist auf drei Ebenen Platz für etwa 200 Betten vorgesehen. Im Erdgeschoss wird das neue zentrale Aufnahme- und Untersuchungszentrum entstehen, einschließlich der Notfallversorgung, Endoskopie, sowie urologischer, kardiologischer und radiologischer Funktionsdiagnostik. Der Aufnahme- und Untersuchungsbereich wird damit an die Pflegestationen angeschlossen, was kürzere Wege für Patienten und Personal mit sich bringt. Die Hauptzufahrt wird die gleiche bleiben wie bisher.
Neben dem vorhandenen Bettenhaus wird zwischenzeitlich ein Bau für die urologische Ambulanz erstellt. Der laufende Klinik-Betrieb soll während der umfassenden Umbaumaßnahmen weitergeführt werden. Geplant ist, dass im Sommer mit den Veränderungen an den Außenanlagen begonnen wird, was auch einige Baumfällungen unumgänglich macht. Der Neubau wird ab dem zweiten Quartal 2013 errichtet, mit dessen Inbetriebnahme wird zum Jahreswechsel 2014/2015 gerechnet.
Leititis betonte, dass mit dem Neubau die Patientenunterbringung deutlich verbessert werde – es soll keine Drei- und Vierbett-Zimmer mehr geben – und dass Platz geschaffen wird für eine moderne Medizin. Die Intensivstation müsse deutlich größer werden. Er verhehlte nicht, dass die künftigen Strukturen so beschaffen sein müssen, dass die Klinik sich selber trägt. „Wir wollen, dass Sie noch schneller gesund werden“, sagte er und umschrieb damit den Umstand, dass der Kostendruck für die Krankenhäuser immer kürzere Liegezeiten und mehr ambulante Behandlungen erforderlich macht.
Leititis kündigte zugleich eine ganz wesentliche Neuerung für Burgwedel an. Die Klinik wird eine zusätzliche Abteilung für die Geriatrie erhalten, einen Schwerpunkt für die Zukunft, um den in den Verhandlungen mit der Region „massiv gekämpft“ worden sei, wie Hoppenstedt ergänzte.
Die Fragen aus der – nicht zu kleinen – Zuhörerschaft drehten sich derweil am meisten um die Lärmbelästigung während der Baumaßnahmen und um das laute Martinshorn bei der Zufahrt. Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller brachte das leidige Thema Parkplatzbewirtschaftung aufs Tapet, was eine Belastung für die Anlieger sei. Dazu bemerkte der Architekt, dass dies nichts mit dem Neubau zu tun habe. Parkgebühren einzuziehen, sei heute normal für die Krankenhäuser und eine zusätzliche Einnahmequelle. Jeder Euro werde für die medizinische Versorgung gebraucht. Nach Auffassung des Bürgermeisters erweist sich der Innenstadtbereich auch deswegen als problematisch, weil sonst in der Stadt keine Parkgebühren erhoben werden.