Mitten im Dorf einen Raum für die Gemeinschaft

Mit dem Lied „Voll im Wind, voll im Leben“ begrüßte die Kindergruppe von St. Marcus die ankommenden Gäste. (Foto: Renate Tiffe)
 
Großer Beifall beim Durchtrennen des roten Bandes, das der neue und der frühere Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Rainer Lührs und Günter Hennigs gemeinsam vornahmen. (Foto: Renate Tiffe)

Einweihung des neuen St. Marcus-Gemeindezentrums

WETTMAR (ti). „Dies ist der Tag, den Gott gemacht hat, lasst uns freuen und fröhlich sein“ - die Worte nach Psalm 118 sprach die Kirchengemeinde gemeinsam zu Beginn des Pfingstgottesdienstes. Anlässlich der feierlichen Einweihung des Gemeindezentrums der St. Marcus-Kirche hatten sich sehr viele Menschen, weit mehr als dreihundert, in dem Gotteshaus eingefunden. In einem langen Zug begaben sie sich danach zum neuerbauten Gemeindezentrum – ein Weg, der einen ganz anderen Blick auf das künftige Kirchenleben eröffnete.
In seiner Predigt hatte Superintendent Holger Brünjes auf den Zusammenhang mit Pfingsten hingewiesen, dem Fest des Heiligen Geistes, das als „Geburt der Kirche“ angesehen wird. Es habe Mut dazugehört, den Entschluss für das neue Kirchenensemble zu fassen. Brünjes würdigte besonders den Einsatz des damaligen Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Günter Hennigs und des damaligen Pastors Wilfried Karneboge.
Geschaffen worden sei ein wunderbarer Kirchenraum, ein Ort der Heimat, der verbindet. Es sei ein großes Vorhaben gewesen, das nur gelingen konnte, weil viele sich miteinander auf den Weg gemacht haben, mit Kreativität und Beharrungsvermögen. Ohne sie wäre alles nicht machbar gewesen. „Hin und wieder“ sei es auch ihr gelungen, „ihren Kopf einzubringen“, habe Reni Kruckemeyer-Zettel berichtet. Es sei alles total schön geworden, jetzt könne es weitergehen.
Die Pastorin, die erst im Stadium des konkreteren Planens in die Kirchengemeinde gekommen war, hatte sich schnell zum Motor des Bauvorhabens entwickelt. Das Glück und die Freude über das gelungene Werk hatten den mit viel Musik gestalteten Gottesdienst geprägt und verliehen auch der Feier danach die besondere Stimmung, die auf einen Aufbruch deutet.
Mit ihrem Eingangslied „Voll im Wind, voll im Leben“ begrüßte die Kindergruppe von St. Marcus im Innenhof des Gemeindezentrums die ankommenden Gäste. Und dann war viel von Dank die Rede. Eine dreifache Gratulation sprach der Vorsitzende des Kirchenkreises Friedrich Engeling aus. Es habe unglaublichen Mutes bedurft, sich nach der Begehung der alten Pfarrscheune für den Abriss zu entscheiden, es brauchte eine Vision, um das neue Gemeindezentrum planen zu können und schließlich auch Ausdauer bei der Ausführung. Das alles habe die Gemeinde des Kirchspiels Wettmar – Engensen - Thönse aufgebracht.
Der Geist Christi ist ein Teamgeist, bekräftigte Engeling. Trotz des „vielstimmigen Bauherrn“ sei der Bauprozess so gesteuert worden, dass er rundlief, betonte der Architekt Ekkehard Vogt. Er hob die Namen von Günter Hennigs und von Carsten Timm hervor. Der Architekt der St. Marcus-Kirche sei nur einmal in Wettmar gewesen, er und sein Partner Matthias Meiser seien etwa 80 Mal gekommen und hätten es nicht bereut. Sie haben die Chance bekommen, mitten im Dorf einen Raum für die Gemeinschaft zu schaffen - die Kirche sei nun ins Dorf gekommen. Unterstrichen wurde dies vom Vorsitzenden des Schützenvereins, Andreas Genske und Ortsbrandmeister Karsten Weigt, die eine Schützenscheibe zur Einweihung überbrachten.
Dem neuen Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Rainer Lührs, blieb nicht viel anderes übrig, als seinerseits ausführlich zu danken. Großer Beifall brandete auf, als er eine zweite Schere für Günter Hennigs bereithielt zum Durchschneiden des breiten roten Bandes, das um Teile des Hauses drapiert worden war. „Kommen Sie und schauen Sie“, lud Lührs die große Festgesellschaft ein. Das „Haus für alle“ war zum „Haus der offenen Tür“ geworden - mit einem schier unerschöpflichen Kuchenbüfett.