Mit vollem Einsatz ins 125-jährige Jubiläum

Für die Feuerwehr aus Kahla war Klaus Heidemüller mit einer Einladung in Form einer Puppe angetreten, die Raimund Haupt überreichte. (Foto: Renate Tiffe)
 
Dramatischer Einsatz unter der Eiche vor dem Dorfplatz, wo bei einem Autozusammenstoß auch ein „Toter“ zu bergen war. (Foto: Renate Tiffe)

Feuerwehr Wettmar feierte mit großem Programm und vielen Gästen

WETTMAR (ti). Schon vor Wochen kündigten drei überdimensionale Strohpuppen an den Ortseingängen von Wettmar das Ereignis an: Die Freiwillige Feuerwehr besteht 125 Jahre.
Am vergangenen Wochenende zeigten die Blauröcke nun, dass sie nicht nur ihre „Kernkompetenzen“ beherrschen. Sie verstehen auch zu feiern. Und die Wettmarer und viele auswärtige Gäste feierten mit ihnen. Etwa 300 geladene Gäste erschienen zum Kommersabend, mehr als 400 Feierwillige lockte der „Tanz für alle“ am Samstagabend im Festzelt auf dem Dorfplatz an.
Am Anfang stand beim Kommers die Vorstellung der Chronik, verfasst von . Hans-Jürgen Krüger und Christian Lindemann. Krüger berichtete von bedeutenden Ereignissen aus 125 Jahren, von dramatischen Bränden, auch humorigen Begebenheiten und zeichnete die Entwicklung der Wehr mit der Technisierung nach. Anhand der Einsätze wurde deutlich, wie seit etwa 20 Jahren die sog. Hilfeleistungen immer mehr in den Vordergrund rücken - von vielen Zeitgenossen viel zu oft per Handy gedankenlos in Anspruch genommen.
Nach der Historie, im Festzelt in vielfältiger Form als Dekor anschaulich gemacht, stärkte sich die Festgesellschaft erst einmal am vielgelobten warmen Büfett, bevor die lange Reihe der Grußworte folgte. Für die befreundete Wehr aus Kahla überreichten Klaus Heidemüller und Raimund Haupt eine Einladung zum 80-jährigen Bestehen ihrer Feuerwehr 2014 in Form einer Feuerwehrpuppe.
Unter den Vorsitzenden der Wettmarer Vereine glänzte der Schützenvorsitzende Andreas Genske mit einem Glückwunsch in Gedichtform. Die Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel rief mit ihrem humorvollen Beitrag manchen Lacher hervor. Den Schluss bildeten die Frauen der Feuerwehrmänner, die eine Bank für draußen schenkten „zum Abarbeiten der vielen Flachgeschenke“.
Die Stimmung im Festzelt war schon gehoben, als der Ortsbrandmeister Karsten Weigt zum offiziellen Teil der Beförderungen und Ehrungen schritt, die diesmal bei der Jahreshauptversammlung ausgespart worden waren. Zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden Tim Rathmann, Steven Kalina, Malte Kusseneit und Steven Ray Jones. Sarah Dedeke und Henning Knips versehen künftig ihren Dienst als Hauptfeuerwehrleute.
Uwe Räther wurde zum Hauptlöschmeister ernannt und Karsten Weigt selbst erhielt von Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg die Urkunde als Oberlöschmeister. Ehrungen gab es auch für mehrere Mitglieder des Musikzuges, der in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen begeht.
Dessen Stabführer Jens Kalmbach wurde für 30 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr ausgezeichnet und erhielt die Dirigentennadel. Ganz feierlich wurde es, als der Feuerwehrabschnittsleiter Horst Holderith dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Ingo Bähre für 25 Jahre im aktiven Dienst die Silberne Ehrennadel des Regionspräsidenten ansteckte.
Der langjährige frühere Ortsbrandmeister Heiner Lange erhielt das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Heinz Erhard Balke geehrt und die Festgesellschaft erhob sich spontan als Karsten Weigt mit „Fritze komm“ das älteste Mitglied auf die Bühne bat. Friedrich Koch gehört der Wettmarer Feuerwehr seit 50 Jahren an. Einen Herzenswunsch erfüllte sich Weigt, als er drei Generationen der Kalmbachs auf der Bühne präsentierte, Ewald, Jens und Marvin, die sich vor allem der Musik verschrieben haben.
Mit dem offiziellen Teil war der Kommers noch nicht zu Ende. Als Überraschung trat Marietta von Uetze auf (Hilla Rinnau) auf, offenbar ein Naturtalent, wenn es darum geht, Leute auf die Schippe zu nehmen. Unter den bekannten Anwesenden ließ sie keinen aus – sehr zum Amüsement der Festgesellschaft.
Der Gemeindefeuerwehrtag am Samstagnachmittag hatte ein so großes Publikum wie nie. Alarm schrillte auf für die erste Übung. Der Zusammenstoß zweier Autos vor dem Dorfplatz erforderte neben dem Einsatz der Wettmarer Wehr auch den aus Thönse und Fuhrberg. Zur Übung auf dem benachbarten ehemaligen Gehöft, wo ein Zimmerbrand mit mehreren vermissten Personen gemeldet wurde, rückten auch die Wehren aus Großburgwedel, Engensen und Oldhorst an.
Viel Spaß für das Publikum brachte der Brandeinsatz von ehemals, als der Fidele Löschzug aus Großburgwedel einen Brand direkt vor der Feuerwehrhalle anzugehen hatte. Um der Flammen Herr zu werden, trafen auch die Wettmarer Feuerwehrleute, noch halb im Schlafanzug, mit ihrer Handdruckspritze ein. „Pumpen, pumpen“ mahnte Moderator Heiner Lange. Was Wunder, wenn sich der Wasserstrahl auch mal in Richtung Publikum verirrte.