Mit Spiel und Spaß das eigene Dorf entdecken

Von wegen die „Ahnungslosen“! Nicht nur Fragen der Jagd stellte sich diese Gruppe souverän, sondern erstritt letztendlich sogar den ersten Platz der Dorfrallye. (Foto: Anna Kentrath)

Kleinburgwedeler Dorfrallye zum 700-jährigen Jubiläum

KLEINBURGWEDEL (ak). Das Heimatdorf ist ein vertrauter Ort. Wie oft hat man schon dieselben Straßen passiert, das Feuerwehrgerätehaus, die Schule, das Haus der Kirche und hat doch vieles über sein zu Hause nicht gewusst. So erging es wohl vergangenen Samstagnachmittag auch dem ein oder anderen Kleinburgwedeler bei der Teilnahme an der Dorfrallye, die im Rahmen des Festjahres 2010, der 700. urkundlichen Erwähnung Kleinburgwedels, stattfand.
Grauer Himmel und leichter Nieselregen erwartete die Kleinburgwedeler an diesem Nachmittag am Feuerwehrgerätehaus, doch das konnte niemanden so richtig Schrecken. Gut gelaunt reihten sich die Interessierten in die Anmeldeschlange, um sich in Gruppen für die Dorfrallye registrieren zu lassen. Sechs Stationen mit speziellen Aufgabenbereichen sollten von ebenso vielen Gruppen bewältigt werden. Verbunden waren diese durch einen per Karte vorgegebenen Spazierweg, der die Hinweise für weitere kniffelige 30 Fragen bereit hielt, die zusätzlich beantwortet werden mussten.
Von geografischen Fragen über den genauen Blick auf Gedenktafeln bis hin zu dem früher häufig gebrauchten Spitznamen der Bahnlinie, die das Dorf streift, reichte das zu beantwortende Spektrum. Da wurde geknobelt und gesucht, sich durchgefragt - und vielleicht auch mal geraten bis die Köpfe rauchten. Ob als Familiengruppe oder mit Freunden und Bekannten, der Ausflug durch das Heimatdorf wurde zu einem Erlebnis der besonderen Art, ein Spaziergang durch die Geschichte Kleinburgwedels, von dem sowohl die kleinen als auch die großen Teilnehmer profitierten.
Wissensfragen zu einzelnen Fachgebieten, aber auch Geschicklichkeitsübungen mussten von den Gruppen bei den einzelnen Stationen absolviert werden. So stand auf dem Hof Leisenberg das Thema Jagd im Vordergrund: Präparate, Jagdtrophäen, wie Hirschgeweih und Jagdgehörn, sowie eine Wildschweinschwarte warteten unter anderem auf die korrekte Bestimmung. Hof Kolze hingegen war dem Thema Landwirtschaft gewidmet, da wurde auf Zeit eine Holzkuh gemolken, das Glücksrad entschied über die zu stellenden Wissens-Fragen und ein Tisch mit Proben von Getreidesorten über Heu und Stroh bis hin zur Silage brachte die meisten ins Schwitzen. Aufmerksames Schauen, Zählen und Schätzen war schließlich im Haus der Kirche gefragt, als es darum ging, das Gewicht des Findlings zu erraten oder aber die Holzart zu bestimmt, aus dem das große Kreuz besteht.
Geschicklichkeit und Ausdauer durften zu guter Letzt auch nicht fehlen, wie sie bei den Stationen des Schützenvereins, des TSV sowie der Freiwilligen Feuerwehr gefordert wurden. Wer all dies geschafft und auch die 30 Fragen beantwortet hatte, fand sich schließlich bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Grundschulgelände ein, um sich zu stärken und schließlich die Siegerehrung gespannt abzuwarten. Tief stapeln schien das Motto der Siegerehrung zu sein, denn ausgerechnet die Gruppe mit dem Namen „Die Ahnungslosen“ hatten sich souverän geschlagen und den ersten Platz errungen. Auf sie warteten Kleinburgwedeler Präsente vom Jubiläumslikör über Wildpastete und Dosenwurst bis hin zu Eintrittskarten für den Festkommers im kommenden August.