Mit hoher Motivation an Körpergewicht verlieren

Matthias Steiner sensibilisierte das Publikum für die Zusammensetzung von Lebensmitteln. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

„Vom Schwergewicht zum Wohlfühl-Ich“ zeigt Wege zum Abnehmen

GROSSBURGWEDEL (bgp). Wie man mit hoher Motivation an Körpergewicht verlieren kann, demonstrierte Matthias Steiner mit der Präsentation seines Buches im Amtshof.
Vor ausverkauftem Haus sensibilisierte der ehemalige Olympiasieger das Publikum für den hohen Fett- und Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln, nicht ohne eigene Schwächen beim Essverhalten einzuräumen.
„Ich liebe Chips“, gestand Matthias Steiner bei der Veranstaltung der Bücherei Großburgwedel. Damit machte er deutlich, dass gelegentliche Inkonsequenz durchaus erlaubt sei, wenn man den Weg zum „Wohlfühl-Ich“ suche. Er verfolge mit dem Buch „Das Steiner Prinzip“ keine explizite Diät, sondern eher ein ausgeprägtes Körperbewusstsein. Der Typ-I-Diabetiker weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, seinen Körper genau zu kennen.
Für den Traum eines Olympiasieges nahm der Hochleistungssportler immer mehr an Gewicht zu. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Gewichtheber im Superschwergewicht wog Steiner 150 kg und gewann die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Die Reaktion seines Körpers auf die hohe Belastung und bestimmte Nahrungsmittel mit der entsprechenden Insulin-Dosierung habe in der Zeit besonders intensiv beobachtet werden müssen, da mit dem Diabetes ein höheres gesundheitliches Risiko bestanden habe, so Steiner.
Nach Beendigung seiner Leistungssport-Karriere fasste er den Entschluss, wieder bis auf sein normales Gewicht abzunehmen. Seine Bemühungen führten zum Erfolg, der Sportler nahm innerhalb eines Jahres 45 Kilogramm langsam ab, um seiner Haut genügend Zeit zur Regeneration zu geben. Der junge Mann auf der Bühne hatte äußerlich nicht mehr viel gemeinsam mit dem sehr kräftigen Athleten früherer Jahre.
Ihm sei es wichtig, die Menschen für die Zusammensetzung dessen zu sensibilisieren, was sie täglich zu sich nähmen, sagte Steiner. Ein hoher Kohlenhydratgehalt in der Nahrung und ständiges Essen zwischen den Hauptmahlzeiten verhindere die Fettverbrennung, die zur Gewichtsreduktion nötig sei, ließ der Sportler das Publikum wissen. Es sei wichtig, vor allem regelmäßig zu essen und Hungergefühl zu vermeiden. Süße oder alkoholische Getränke, gehaltvolle Snacks und Fertignahrung, die ständig nebenbei konsumiert würden, seien kontraproduktiv.
Als anschauliches Beispiel führte er den Genuss von Colagetränken an: ein Liter davon bedeute rund 24 Stück Würfelzucker zu trinken. Fertiggerichte oder Fast-Food enthielten laut Steiner zuviel Salz, Fett und Zucker, um für die Gewichtsreduktion geeignet zu sein. Wer sein Essen selbst zubereite, wisse auch genau, welche Inhaltsstoffe darin seien und könne den Kaloriengehalt besser steuern.