Mini-Musical berührte die Herzen der Konzertbesucher

Sie eroberten die Herzen der Konzertbesucher mit einem erfrischenden Auftritt: die Kinder des Schulchors der Grundschule Großburgwedel. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Im Rahmen ihres Adventskonzerts präsentierte die St. Marcus-Gemeinde in Wettmar alle Facetten ihrer musikalischen Arbeit. Ein Aushängeschild ist der Kirchenchor St. Marcus. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Herausragende Adventsmusik in der St. Marcus-Kirche Wettmar

WETTMAR (hhs). Am vergangenen Sonntag hatte die St. Marcus-Kirchengemeinde in Wettmar zu ihrem alljährlichen Adventskonzert in die Kirche eingeladen und viele Mitbürgerinnen und Mitbürger aus den drei Ortsteilen des Kirchspiels wussten aus Erfahrung, dass sie etwas versäumen würden, nähmen sie nicht daran teil.
So war die Kirche gegen 17.00 Uhr bis auf den letzten Platz besetzt und kurz vor Beginn des Ereignisses herrschte ein erwartungsvolles Raunen in dem großen sakralen Raum. Und dann wurde es leise, als die Kirchturmuhr zu schlagen begann. Verhalten leise begann eine Intrade als Hinführung zum Konzert. Nach einigen Takten erkannte man es, das wohl bekannteste Ankündigungslied für die Geburt Christi: „Macht hoch die Tür, die Tor' macht weit ...“, auch in den Variationen deutlich zu erkennen. „ ... freue Dich, freue Dich oh' Christenheit!“
Das Programm, das Andrea Matern, die auch in diesem Jahr die Gesamtleitung innehatte, vereinte beinahe alles, was es im Bereich adventlicher Musik an Stilrichtungen gibt, und versprach hohen musikalischen Genuss. An dem Adventskonzert beteiligt waren der Kirchenchor St. Marcus, der Bläserkreis und der Schulchor der Grundschule Großburgwedel.
Die Begleitung an der Orgel oblag Dieter Weigel, an der Querflöte brillierte Sabine Reimann, an der Violine Rebecca Matern. Die Blockflöten hatten Sarah und Jasmin Brunkhorst sowie Lisanne und Laurin Lührs übernommen.
Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel begrüßte die Besucher des Adventskonzerts herzlich, sie freute sich über den großen Zuspruch und wünschte allen eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest. Dann begann die Reise durch die Advents- und Weihnachtsmusik. Zunächst der Kirchenchor der St. Marcus Gemeinde, mit zwei von adventlicher Vorfreude geprägten Liedern: „Stern über Bethlehem“ und „Mach Dich auf, werde Licht“. Dann folgte „Sind die Lichter angezündet“, ein Lied mit besonderer Geschichte. Es stammt aus der ehemaligen DDR und galt dort als beliebtestes „Jahresendzeitlied“.
Und dann folgte schon der erste Höhepunkt: „Das lächelnde Christkind“ von Lorenz Maierhofer. Es ist ein Mini-Musical, die Texte hat der Autor und Komponist in Anlehnung an das Lukasevangelium verfasst, die Melodien sind bekannt, sie stammen aus den Bereichen Gospel, Spiritual und Volksmusik, eine insgesamt ausgesprochen fröhliche Mischung.
Andrea Matern hatte dieses alles mit dem Schulchor der Grundschule Großburgwedel einstudiert und die Kinder haben für eine einzigartige kleine Show vor dem Altar der Kirche gesorgt. Der Funke der Freude sprang auf die Besucher über, die von der Gelassenheit und der Perfektion der kleinen Sängerinnen und Sänger begeistert waren. Diese ließen sich noch nicht einmal aus der Ruhe bringen, wenn das Mikrophon kurz ausfiel. Tosenden Applaus gab es dafür in St. Marcus.
Weiter ging es über „We wish you a merry Christmas“, Vivaldi, und ein indianisches Weihnachtslied und den „Freudentanz der Hirten“ zum sogenannten offenen Singen, bei dem die Gemeinde dann herzlich aufgefordert ist mit einzustimmen. Es war schon ein beeindruckendes Chorerlebnis, „Tochter Zion“, „Alle Jahre wieder“, „Schneeflöckchen“ und „O du fröhliche“ und viele andere Weihnachtslieder aus mehreren Hundert fröhlichen Kehlen gesungen zu hören. Und dann führte die weihnachtliche Reise zum Ziel: „Ein Kind ist uns geboren“ und „Welch ein Wunder ist heute geschehen“ und zum krönenden Abschluss eines der ältesten und für viele Menschen schönsten Kirchenlieder überhaupt, von allen Konzertteilnehmern und der Gemeinde gesungen: „Großer Gott wie loben Dich“, ein Lied, bei dem die Intensität der Melodie dem Text auf unnachahmliche Weise folgt: vom leisen Lob zu lautem Preisen bis zur Gewissheit der Beständigkeit göttlichen Tuns über die Zeiten. „Nun kann das Weihnachtsfest kommen“, sagte ein älterer Herr beim Verlassen der Kirche. Seine Frau neben ihm antwortete: „Ja, jetzt sind wir soweit“.