Mehrfamilienhaus für Asylbewerber in Kleinburgwedel

Das Haus Wallstraße 36 soll abgerissen und durch einen Neubau für Flüchtlinge ersetzt werden. (Foto: Renate Tiffe)

Ortsrat befasste sich mit Situation der Flüchtlinge

KLEINBURGWEDEL (ti). Von den über 300 Flüchtlingen und Asylbewerbern, die die Stadt Burgwedel in den vergangenen Monaten aufgenommen hat, sind bisher zwei in Kleinburgwedel untergekommen.
Der immer noch anhaltende Zustrom und der Druck auf die Kommunen macht es jetzt erforderlich, dass auch dieser Ortsteil mehr in das Konzept der Unterbringung einbezogen wird. In der vergangenen Ortsratssitzung erläuterte Christian Möhring, der Kämmerer der Stadt, Näheres zu den drei Objekten, welche die Stadt vorgesehen hat.
Zuerst wird an eine Nutzung stadteigener Gebäude gedacht. Dazu gehört das Haus an Kleinburgwedels Durchgangsstraße, der Wallstraße, das zur Zeit nur noch von zwei Einzelpersonen bewohnt wird. Eine Renovierung lohnt sich nicht mehr. Das Gebäude wird abgerissen und an seiner Stelle soll ein Mehrfamilienhaus mit sechs Dreizimmerwohnungen gebaut werden.
Wie Möhring versicherte, wird dabei kein Provisorium nach Art der Schlichthäuser entstehen. Die Stadt werde tiefer in die Tasche greifen und nach einem Standard planen, der später eine Nutzung als normales Mietshaus zulässt - ein Haus, das die dringend benötigten Wohnungen zu erschwinglichen Preisen vorhält.
Beim zweiten Objekt, dem Haus am Tempelweg, wird eine Umgestaltung für Flüchtlingsfamilien nicht so schnell vonstatten gehen, weil es noch voll bewohnt ist. Auch der Neubau wird seine Zeit brauchen. Bürgermeister Axel Düker hat vor kurzem dazu gesagt, dass bis zur Inbetriebnahme allgemein mit einer Zeit von neun Monaten zu rechnen ist.
Leer steht noch immer das Gebäude des früheren Frischemarktes an der Wallstraße. Den dort zur Verfügung stehenden Raum will die Stadt zunächst als Lagerfläche für gebrauchte Möbel u.a. nutzen, so wie dies bereits im ehemaligen NP-Markt in Wettmar geschieht. Dieser Bau soll abgerissen werden, der Eigentümer hat ihn aber vorerst für Lagerzwecke kostenlos zur Verfügung gestellt.
Die geringe Zahl von Neuankömmlingen in in Kleinburgwedel erklärte Möhring damit, dass in diesem Ortsteil nicht so viel Wohnraum angeboten wurde. Zum Vergleich: in Fuhrberg leben nach der Statistik vom 2. Oktober 47 Flüchtlinge und Asylbewerber, im kleineren Thönse immerhin 23. An die Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Ortsratssitzung - und nicht nur an sie - richtete Möhring noch einmal den dringenden Appell, wo es geht weiteren Wohnraum der Stadt zu melden. Die Erfahrung zeigt, dass Integration sich leichter vollziehen kann, wenn die Menschen aus den unterschiedlichen Herkunftsländern nicht erst in Sammelunterkünften untergebracht werden müssen.
Allerdings bereitet sich auch Burgwedel auf die Versorgung noch größerer Zahlen von Neuankommenden vor, wie die mögliche Inanspruchnahme mehrerer Turnhallen in der Stadt zeigt.