Mehr Wohnraum für Flüchtlinge in Kleinburgwedel

Es wird Veränderungen an Kleinburgwedels Durchgangsstraße geben. An der Wallstraße 38 soll ein Mehrfamilienhaus entstehen. (Foto: Renate Tiffe)

An der Wallstraße soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden

KLEINBURGWEDEL (ti). Es war eine der denkwürdigen Sitzungen des Ortsrates in Kleinburgwedel. An der Stirnseite des Versammlungsraumes im Feuerwehrhaus hatten neben Ortsbürgermeister Jürgen Schodder Bürgermeister Axel Düker und die erste Gemeinderätin Christiane Concilio, sowie der Kämmerer der Stadt Christian Möhring und Bauamtsleiter Oliver Götze Platz genommen. Auch die Zahl der Zuhörer war mit etwa 30 Personen größer als sonst. Thema des Abends war der Bau eines Mehrfamilienhauses an der Wallstraße.
Es soll zunächst für Flüchtlinge genutzt werden, später aber auch für die dringend benötigten Sozialwohnungen zur Verfügung stehen. Geplant ist eine Wohnanlage aus drei zueinander versetzt angeordneten Gebäudeteilen, die in Massivbauweise mit Klinkerfassade erstellt wird. Dazu kommt ein separater Bau für Abstellmöglichkeiten. In sechs Dreizimmerwohnungen in der Größe von 86 bis 106 Quadratmetern sollen 25 bis 43 Personen unterkommen. Vorzugsweise sollen die Wohnungen für Familien genutzt werden. Bei Bedarf müssen zeitweise aber auch Einzelpersonen darin untergebracht werden. Zur Zeit handelt es sich bei etwa 50 Prozent der Flüchtlinge um alleinstehende junge Männer, die von den Kommunen der Region aufgenommen werden müssen.
Zunächst muss das an der Wallstraße 38 stehende alte Gebäude abgerissen werden. Das soll ab 1. März geschehen, wenn die dort lebenden beiden Bewohner anderweitig untergekommen sind. Die Bemühungen laufen seit Wochen, unter Anteilnahme der Bevölkerung wie sich auf der Sitzung zeigte. Das Haus zu sanieren wäre unwirtschaftlich gewesen. Außerdem bietet sich das über 1000-qm-große Grundstück für eine größere Wohnanlage an. Es gehe um die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern. So viele Liegenschaften, über die die Stadt selbst verfügen könne, gebe es in Burgwedel nicht, antwortete Möhring auf den Protest einer Nachbarin: „ich bin stinksauer, dass das Haus so vernachlässigt wurde“.
Es war die einzige lautstarke Äußerung in der anschließenden Einwohnerfragestunde.
Es ging vor allem um nachbarschaftliche Angelegenheiten, um Einblick in das bislang geschützte eigene Grundstück, um die Frage, wer für die Pflege um die Wohnanlage herum zuständig sein wird. Er gehe davon aus, dass dies den Bewohnern obliege, meinte Möhring. Auch mit Fragen, Anregungen, Beiträgen an die Verantwortlichen in der Stadt, zu denen Schodder aufgefordert hatte, hielten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer zurück.
Etwa 480 Flüchtlinge und Asylbewerber hat die Stadt bisher aufgenommen. Aller Voraussicht nach werden es im laufenden Jahr mindestens noch einmal so viel sein, weil die Erstaufnahmestellen des Landes übervoll sind. In Kleinburgwedel sind bisher 22 Personen untergekommen. „Wir haben bisher wenige Flüchtlinge hier, während in Engensen und Fuhrberg schon die großen Diskussionen laufen“, hatte Schodder die Sitzung eingeleitet. An die Verantwortlichen aus der Verwaltung gewandt, bat er, die Kleinburgwedeler rechtzeitig über die Neuankömmlinge zu informieren. „Wir wollen den Flüchtlingen möglichst von Anfang an ein gutes soziales Umfeld schaffen“. Einige Einwohner hätten sich schon gemeldet und wollen gern unterstützend wirken.