Mehr Gewalt, weniger Einbrüche

Der Leiter des Polizeikommissariates Großburgwedel, Günter Heller, stellte die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor. Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle, die in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 120 Fälle pro Jahr betrug, bereitet nach wie vor Sorgen. Mit intensiver Präventionsarbeit im Netzwerk “Zuhause sicher” soll dem etwas entgegengestellt werden. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Polizeihauptkommissar Uwe Bollbach (l.), Beauftragter für Kriminalprävention, informiert über Maßnahmen zum Einbruchschutz. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Präventionsarbeit zum Thema Einbruchschutz ist ein Schwerpunkt im Jahr 2018

GROSSBURGWEDEL (bgp). Am Dienstag stellte das Polizeikommissariat Großburgwedel die polizeiliche Kriminalstatistik für Burgwedel und Isernhagen vor.
So stieg die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten um 2,93 Prozent von 2424 auf 2495. Davon waren 333 Taten Rohheitsdelikte (2016: 290, + 14,83 Prozent), unter denen 217 Fälle von Körperverletzung (2016: 190, 14,21 Prozent) auftraten. Die Aufklärungsquote der Rohheitsdelikte und Körperverletzungen im Polizeikommissariat Großburgwedel war mit knapp 95 Prozent in 2017 sehr hoch.
Ein Rückgang von 6,01 Prozent (1016 Fälle in 2017) ist bei den Diebstahlsdelikten zu verzeichnen. Gerade im Bereich der Wohnungseinbrüche sei sogar ein Rückgang von 25,2 Prozent auszumachen, erklärte der Leiter des Großburgwedeler Polizeikommissariates, Günter Heller.
In den letzten zehn Jahren sei die Zahl der Wohnungseinbrüche im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariates Großburgwedel zwar relativ konstant zwischen 190 bis 120 Delikten pro Jahr geblieben und eher rückläufig. Lediglich In 2011 gab es mit 44 Fällen relativ wenige Einbrüche, 2008 (189) und 2016 (155 Fälle) bildeten die Ausnahmen mit sehr hohen Werten. „Die durchschnittlichen 120 Delikte pro Jahr machen uns trotzdem Sorgen“, betonte Heller und verwies jedoch auf einen Lichtblick im Einzugsbereich Burgwedel und Isernhagen.
Bemerkenswert sei, dass von den 116 Wohnungseinbruchdiebstählen in 2017 allein 49 (42 %) im Versuch steckengeblieben seien, da es den Tätern nicht gelungen sei, in die Wohnungen oder Häuser einzudringen. Hier greife offenbar die langfristig angelegte Präventionsarbeit zur Sicherung von Wohnraum, die mit dem kürzlich erfolgten Eintritt der Stadt Burgwedel in das Netzwerk „Zuhause sicher“ noch intensiviert werden wird. Außerdem seien die Beamten mehr Streife gefahren, um durch die vermehrte Überwachung Einbrüchen vorzubeugen.
Auffällig sei jedoch die Zunahme der schweren Diebstähle aus Dienst-, Büro und Fabrikationsräumen. Hier stieg die Zahl um 84,62 Prozent von 39 auf 72 Delikte, die in 2017 verübt worden seien, erläuterte der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, Ralf-Emil Bahn. Ebenfalls zugenommen hätten die Diebstähle von Kraftfahrzeugen, die mit 28 Fällen zu Buche schlagen (206: 25 Fälle, 12 Prozent weniger).
Gerade die ungesichert im Außenbereich abgestellten hochpreisigen Fahrzeuge seien für die Täter attraktiv. „Nicht jeder hat eine Garage, um sein Fahrzeug in einem geschlossenen Raum abzustellen“, bedauert Kommissariatsleiter Heller. Eine deutliche Abnahme habe es jedoch im Bereich der schweren Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen gegeben. Hochwertige Airbags, Navigationssysteme, sogar teure Halogenscheinwerfer gerieten immer wieder in das Visier der Täter.
Hier sei jedoch 2015 in der 10-Jahres-Bilanz mit 257 Fällen der Höhepunkt erreicht gewesen. Mit 136 (2016) und 108 (2017) Delikten pro Jahr habe sich das Niveau wieder im Durchschnitt eingependelt, hielt er fest. Landesweit sei jedoch eine eher steigende Tendenz zu verzeichnen.
Für das laufende Jahr liegt den Beamten des Großburgwedeler Kommissariates ein Thema besonders am Herzen: „In 2018 bleiben Wohnungseinbrüche Schwerpunktthema unserer Präventionsarbeit“, betonen Heller und Bahn. Die Beratung zur Nachrüstung von Wohnungen und Häusern mit Einbruchsicherungen mechanischer und technischer Art sei kostenfrei und neutral.
Insbesondere die Arbeit im Netzwerk „Zuhause sicher“ solle dazu beitragen, schon bei Neubauten im Vorfeld entsprechend zu beraten und Sicherungsmaßnahmen sofort einzubauen, um nicht später nachrüsten zu müssen. Nach den Basis-Veranstaltungen im Rathaus Burgwedel und Isernhagen erfolgt nun eine große Informationsveranstaltung. Bürgerinnen und Bürger, die sich ausführlich beraten lassen oder Termine vereinbaren möchten, sind herzlich eingeladen, am 13.03.2018 um 18.30 Uhr im Amtshof Großburgwedel mit den Fachleuten der Polizei und des Netzwerkes „Zuhause sicher“ zu sprechen.