Mehr Aufenthaltsqualität in der Von-Alten-Straße

Die Von-Alten-Straße soll zu einer Fußgängerzone mit hoher Aufenthaltsqualität werden. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Prof. Christoph Schonhoff (links stehend) trat vehement dafür ein, den Durchgangsverkehr vom Alten Markt zu verbannen: „Der Markt gewinnt, wenn es keine Durchfahrt gibt und alles eine Fläche wird“. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Dritter Workshop zum neuen Innenstadt-Konzept

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Donnerstag fand im Amtshof die dritte Bürgerversammlung zum Thema Stadtentwicklung statt. 45 Einwohnerinnen und Einwohner waren gekommen, um zu sehen und zu hören, wie Prof. Christoph Schonhoff die Anregungen der Versammlung im Juni in seine Pläne für Großburgwedels Zukunft eingearbeitet hat. Und diesmal wurde Schonhoff schon weitaus konkreter als in den Versammlungen zuvor.
Die Von-Alten-Straße in Großburgwedel sei schon etwas ganz Besonderes, stellte er seinen Ausführungen voran, von ihrer Struktur her, sei die Situation im Zentrum schon gut. Als negativ bezeichnete der Stadtplaner die vielen unterschiedlichen Arten der Pflasterungen und so genannten „Möbel“ im Stadtbild, Papierkörbe, Bänke, Blumenkübel und anderes. Man müsse darüber nachdenken, einheitliche Elemente einzustellen, sagte er, und erhielt dafür die Zustimmung der meisten Anwesenden. „Alles muss ein System werden“, so sein Fazit, und: „Das Rathaus muss aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden“.
Dann ging es ans Eingemachte: „Über starke Mängel verfügt der Alte Markt“, begann Schonhoff seine Ausführungen. Der Alte Markt gewinne, wenn es dort keine Durchfahrt mehr gebe und alles zu einer Fläche gestaltet werde. Die Bushaltestelle könnte man gegenüber der Grundschule ansiedeln. Dann erhalte man sogar vier Parkplätze mehr als gegenwärtig. Zur Not gehe es aber auch mit erlaubter Durchfahrt.
„Man kann es schaffen, diesen Markt so umzubauen, ohne Parkplätze zu verlieren“. Wichtig sei es, diesen Platz aufzuwerten, ihn als einen Raum erlebbar zu machen. Dann zeigte er einige Fotomontagen, die einen Eindruck vermittelten darüber, wie es einmal ausschauen könnte am Alten Markt. Und für diese gab es von den Besuchern raunende Zustimmung.
Die vielen unterschiedlichen Nutzungen in und an der Von-Alten-Straße machten ihre Beplanung nicht einfacher, leitete Schonhoff zum nächsten Planbereich über. Aus seiner Sicht müsse angestrebt werden, hier eine Fußgängerzone mit hoher Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Auf der Straße selbst müsse man zwingend ein Bewegungsband eintragen. Hier könnten wie auf einer Mittelachse links und rechts die Fahrzeuge und Stände des Wochenmarkts platziert werden.
In Bezug auf den Verkehr bezog Schonhoff eindeutig Position: Außer dem Anlieger- und Anlieferverkehr sollen alle anderen Fahrzeuge aus der Von-Alten-Straße verschwinden. Dann könne auch die Ampelanlage an der Ausfahrt zur Fuhrberger Straße verschwinden. „Gerade die Ampel hier an dieser Stelle intendiert den Kraftfahrern schließlich, dass es sich um eine befahrbare Straße handelt“, so sein logischer Schluss. „Ohne Ampel, käme kaum jemand auf die Idee, hier hineinzufahren“.
Den Anliegern und Geschäftsleuten riet er, ihre Aktivitäten in den Raum vor den Gebäuden auszuweiten. Es gehe um Angebote, die zum Verweilen einladen. Markisen an den Gebäuden würden der Steigerung der Aufenthaltsqualität dienlich sein.
Schließlich geriet das Rathaus in den Fokus der Betrachtungen. Das Rathaus in Großburgwedel sei ein ansehnliches und prägendes Gebäude, aber es dämmere gewissermaßen in einem Dornröschenschlaf dahin, es daraus müsse geweckt werden. Die bauliche Situation Richtung Domfront Platz müsse geöffnet werden. Dazu gehöre in jedem Fall, dass die hässliche Mauer am Eingangsbereich verschwinden müsse und ebenso die Bushaltestelle einschließlich der Toilettenanlage.
Gegen Letztes erhob sich eindringlicher Widerspruch aus den Reihen der Besucher. In Burgwedel sei es nicht gut um öffentliche Toiletten bestellt. Ob man nicht besser überlegen sollte, diese seit Jahren geschlossene Anlage wieder in Betrieb zu nehmen, war die Frage. Schonhoff schloss die Beibehaltung des Standorts aus. Mehr Offenheit im Eingangsbereich werde dem Rathaus gut tun, sagte er, ebenso eine einladende Treppenanlage. Bei den Rathausbesuchern müsse der Eindruck entstehen, die Bäume im Eingangsbereich tanzten gewissermaßen aus dem Park hinaus.
Die Entwürfe und deren Erläuterungen sind unterdessen auf der Homepage der Stadt Burgwedel zu finden und können heruntergeladen werden. Dort findet sich auch eine E-Mailadresse, auf der die Bürger Anregungen und Meinungen zu den Vorschlägen zu Großburgwedels Stadtentwicklung tätigen können. Nach den Sommerferien, so die bisherigen Planungen, sollen die Planungen an die politischen Gremien gehen. Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt stellte klar, dass es weiterhin noch viele Gelegenheiten für die Bürgerinnen und Bürger geben, an den Stadtentwicklungsplänen mit zu wirken.