Mehr als 1.000 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür

Für die meisten Besucher war dieser Tag der erste im Jahr, an dem sie blauen Himmel, blanke Sonne und leckere Grillladen und Deftiges bei fast sommerlichen Temperaturen genießen konnten.
 
Die beiden neuen HLF erwiesen sich insbesondere für auswärtige Feuerwehrkameraden als ein echter Hingucker.

Ortswehr Großburgwedel stellte ihre Ausrüstung vor

GROSSBURGWEDEL (hhs). Nur alle zwei Jahre lädt die Freiwillige Feuerwehr Großburgwedel zu einem Tag der offenen Tür zu ihrem Gerätehaus ein. Am vergangenen Sonntag war es wieder soweit und es hatte den Anschein, als hätten die Großburgwedeler Feuerwehrfans nur auf diese Gelegenheit gewartet. Eine Stunde nach Beginn waren schon mehrere hundert Besucher gekommen, mehr als 400 davon mit Fahrrädern, die rund um das Feuerwehrgelände abgestellt waren. Insgesamt haben mehr als tausend Interessierte ihre Feuerwehr an diesem Tag besucht.
Bei diesem Tag der offenen Tür stimmte einfach alles, muss man die Kameraden um Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger und seinen Stellvertreter Tibor Biczok loben, der an diesem Tag die Leitung übernommen hatte. Auf dem Programm standen Fahrzeugpräsentationen, stündliche Führungen durch das Feuerwehrgerätehaus, bei denen die Teilnehmer den Ablauf eines Alarms bis zum Ausrücken der Einsatzfahrzeuge näher brachten. Das Kinderprogramm war beachtlich: Da konnten die ganz Kleinen das älteste Kerngeschäft einer Feuerwehr nachempfinden: Feuerlöschen mit dem Wasserschlauch. Die etwas Älteren konnten einen echten Spreizer ausprobieren, mit dem eigentlich eingeklemmte Personen aus Kraftfahrzeugen gerettet werden. Gleich nebenan wurde an einem „verunfallten Fahrzeug“ gezeigt, mit welch' riesiger Kraft so ein Spreizer arbeitet. Das war aber von den Kindern und Jugendlichen nicht gefordert. Sie mussten die filigranen Eigenschaften des schweren Rettungsgeräts nutzen und ein Wasserglas anheben und versetzen. Hinter dem Gerätehaus galt es, Colakisten zu stapeln. Die Jungen und Mädchen, die das einmal ausprobieren wollten, waren mit einem Geschirr versehen und wurden von einem Feuerwehrkameraden mit einem Seil gesichert. Dann ging es los. Bis etwa acht Kisten war es relativ einfach, dann aber durfte man keinen Fehler mehr machen. Eine falsche Bewegung und der Stapel kippte und die Kisten polterten auf das Pflaster und man hing im Seil. Ganz Geschickte schafften bis zu 21 Kisten, eine akrobatische Leistung, die den kräftigen Applaus der vielen Zuschauer rechtfertigte.
Am Hintereingang des Gerätehauses hatten die Kameraden einen Raum „verqualmt“. Dort konnte man gefahrlos hineingehen, es handelte sich um Theaternebel. Aber er sorgte für Sichtverhältnisse, die bei den meisten Einsätzen der Atemschutzgeräteträger herrschen. Interessierte konnten mit der Wärmebildkamera hineingehen und Fotos machen. Das Erstaunen war immer groß, dass diese Kamera im dichten Nebel jede Wärmequelle findet und abbildet.
Draußen auf dem Vorplatz hatten die Kameraden eins ihrer neuesten Fahrzeuge, ein HLF der aktuellen Generation. Alle Türen waren geöffnet, die Fahrerkabine ständig von Kindern und Jugendlichen besetzt, der Blick hin die geöffneten Regale für die technische Ausstattung ließ einige Feuerwehrkameraden gewissermaßen vor Ehrfurcht erstarren. Ein Kamerad, dessen Abzeichen ihn als Mitglied einer Hamburger Wehr outete, konnte es kaum fassen. „Ich bin knapp 30 Jahre bei der Feuerwehr und heute hierher gekommen, um mir das HLF B einmal anzuschauen. Wer das sieht, will kein anderes Fahrzeug mehr haben“, seufzte er.
Unterdessen hatte der Feuerwehrmusikzug zu spielen begonnen. „Der Mai ist gekommen“, hallte es aus vielen Kehlen über den Veranstaltungsort. Um die Mittagszeit waren Bratwurstgrill, Feldküche, Kuchen- und Waffelstand dicht umlagert. Für die meisten der Besucherinnen und Besucher war dieser Tag der erste in diesem Jahr, an dem sie blauen Himmel, blanke Sonne und leckere Grillladen und Deftiges aus der Feldküche bei fast schon sommerlichen Temperaturen genießen konnten.
Dieser Tag der offenen Tür der Ortswehr Großburgwedel war beste Werbung für das Feuerwehrwesen. Und die Großburgwedeler Kameraden haben schließlich einen großen Vorteil: Sie verfügen als Schwerpunktwehr über eine außerordentlich umfangreiche Ausstattung, die die übrigen Ortswehren nicht bieten können. „Wie zeigen das gern“, erläuterte ein Kamerad die Hintergründe. „Unsere Mitbürger sollen sehen, dass die hohen Investitionen in unser Ausstattung aus ihren Steuergeldern gut angelegt sind. Das ist ein Grund dafür, dass sie nachts gut und sicher schlafen können. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir unseren Nachwuchs für diese Technik begeistern müssen. Wenn das gelingt, hat unser Feuerwehrwesen Zukunft“.