Marode Sporthalle bleibt den Fuhrbergern vorerst erhalten

Heinrich Möhlenbrink (links), ehemals Ortsratsherr der SPD, und Hermann Wöhler, Ortsratsherr der CDU, vergewisserten sich über den schlechten Zustand der Sporthalle in Fuhrberg. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Bedürfnisse der Nutzergruppen in Planung berücksichtigen

FUHRBERG (hhs). Dass die Sporthalle in der Ortschaft Fuhrberg gewissermaßen als Schandfleck gilt, ist den meisten Mitbürgerinnen und Mitbürgern spätestens seit einer Veröffentlichung Mitte August in den Burgwedeler Nachrichten klar.
Im Sommer hatte der Sportverein eingeladen, sich die Halle einmal näher anzuschauen. Das Maß an Defiziten war erschreckend. Es mangelte an vielem, was in Deutschland eigentlich zum Standard in der „Sporthallenkultur“ zählt. Nun war die Sporthalle Thema im Ortsrat.
Die Halle war Anfang der siebziger Jahre gebaut worden, als Fuhrberg noch selbständige Gemeinde war, sich aber schon ein Zusammenschluss mit anderen Ortschaften abzeichnete. Damals war Fuhrberg eine wohlhabende Gemeinde wegen der guten Gewerbesteuereinnahmen auch vom Wasserwerk.
Angesichts der Befürchtungen, „dass das schöne Geld dann irgendwo in Großburgwedel versickere“, so die Erinnerung des damaligen Ortsratsherrn Heinrich Möhlenbrink von der SPD, wurde dann „auf die Schnelle diese Halle gebaut“. Man ging davon aus, dass sie 25 Jahre Nutzung durch Schule und Sportverein aushalte.
Die Halle sei nun von Grund auf marode, hieß es in der Ortsratssitzung von den Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Decke sei undicht, bei Regen sammele sich Wasser auf dem Hallenboden, es gebe Anzeichen für Schimmelbefall. Der Boden sei mit den Jahren zu weich geworden und die Verletzungsgefahr damit gestiegen, die Sanitäranlagen stinken seit Jahren, offenbar kein Problem der Sauberkeit, sondern wegen des Kanalnetzes. Die Halle sei der größte Veranstaltungsraum im Ort, im gegenwärtigen Zustand aber nur wenig repräsentativ.
Die Fuhrberger wünschen sich einen Neubau mit Anbau. So einfach könnte das sein, ist es aber nicht: Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer hatte bei der Stadtverwaltung nach einer Einschätzung zur Bausubstanz der Halle gefragt. Die Antwort, die jetzt den Fuhrbergern vorgelegt wurde, stellte sie keinesfalls zufrieden. Man habe eine Prüfung auf Sicht, eine in Augenscheinnahme vorgenommen und sei zu dem Ergebnis gekommen, die Stadt könne die Halle in Fuhrberg im gegenwärtigen Zustand noch einige Jahre weiter betreiben. Ein unabhängiger Gutachter werde das Gebäude darauf hin überprüfen, mit den Ergebnissen rechne man im kommenden Frühjahr.
Hermann Wöhler, Ortsratsherr der CDU, reagierte sichtlich säuerlich auf diese Aussage. Die CDU Fuhrberg hatte schon vor Jahren den Neubau einer größeren Halle für Fuhrberg gefordert, war damit aber ins Leere gelaufen. Wöhler forderte die Verwaltung auf, für mehr Tempo zu sorgen und alle Nutzergruppen im Rahmen des Gutachtens zu befragen. „Sonst werden wir in dem Gutachten nicht die richtigen Fragestellungen beantwortet finden“.