Man braucht kein Amt ...

Michael Nözel, Elly Weigt mit Enkeltochter „Elly“ und Michael Kranz bei der Ehrung zur Bürgerin des Jahres.

Elly Weigt ist die neue „Bürgerin des Jahres“ in Wettmar

WETTMAR (bs). Großer Jubel brach los, als beim Neujahrsempfang der CDU Wettmar Elly Weigt zur „Bürgerin des Jahres“ gekürt wurde. „Als der Vorschlag kam, waren wird uns sofort einig“, erklärte der stellvertretende CDU-Ortsbürgermeister Michael Kranz.
Die 79-Jährige, die seit den fünfziger Jahren in Wettmar lebt, sei trotz zahlreicher Schicksalsschläge immer da, wenn es darum gehe, dass eine helfende Hand gebraucht oder ein Problem gelöst werden müsse, lobte Kranz die große Hilfsbereitschaft Elly Weigts.
Nach ihrer Vertreibung aus Niederschlesien war Marienhagen im Kreis Hildesheim ihre erste Station im Westen. Unter schwierigsten Bedingungen begann sie mit 14 Jahren eine Ausbildung zur Landwirtin. Als sie anschließend keine Stelle fand, lernte sie um auf Weißnäherin. Darüber hinaus arbeitete sie zusätzlich noch in einer Bäckerei und half bei einer Hühnerzucht, wo sie ihren späteren Ehemann Willi Weigt kennenlernte.
Mit der Heirat folgte der Umzug nach Wettmar.
Elly Weigt arbeitete weiter als Näherin, half in einem Lebensmittelgeschäft sowie auf Bauernhöfen und an den Wochenenden baute sich das Ehepaar ein Eigenheim mit Stallgebäude für Viehhaltung und legte einen Gemüsegarten an, der die Familie ernährte. Bereits 1975 starb ihr Ehemann und Elly stand mit drei Kindern allein da.
Ihr dörfliches Engagement begann mit dem Schützenverein „Gut Ziel“, wo sie heute noch aktives Mitglied im Ehrenrat ist, führte weiter über den Reichsbund, der AWO und in der Schweinekasse.
Die rüstige 79-Jährige, Mutter des Wettmarer Ortsbrandmeisters, ist seit nunmehr 37 Jahren dauerverlobt mit Herbert Nolte und immer noch zur Stelle, wenn ihre Hilfe gebraucht wird. „Du machst deutlich, dass man kein Amt braucht, um für ein Dorf wichtig zu sein ...“, schloss Michael Kranz seine Rede.