„Macht und Pracht“ in Wettmar

Das Motto „Macht und Pracht“ galt in diesem Jahr zum „Tag des offenen Denkmals“: Die Bockwindmühle vor den Toren Wettmars lud interessierte Besucher zum Staunen und Anfassen ein. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

„Tag des offenen Denkmals“ an der Bockwindmühle

WETTMAR (bgp). Am „Tag des offenen Denkmals“ wurde die Bockwindmühle vor den Toren Wettmars interessierten Besuchern geöffnet. Die Gäste nahmen die Möglichkeit wahr, bei einer Führung durch die Mühle „Geschichte zum Anfassen“ hautnah zu erleben.
Auf dem Mühlengelände boten die Organisatoren des Heimatvereins Wettmar Thönse Engensen ein kleines Rahmenprogramm. Da der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ am 10. September auf den „Entdeckertag“ der Region Hannover fiel, strömten die Gäste stetig über den Sonntag verteilt zur Mühle.
Wirkliches Glück hatten die Organisatoren mit dem Wetter. Noch am Vortag hatte eine Hochzeit auf dem Mühlengelände bei Regen stattgefunden. Am Sonntag jedoch blähten sich die aufgespannten Segel auf den Flügeln im seichten Wind und die geschlossenen Jalousien blitzten hell im Sonnenlicht. Felix Bartels, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins, war mit den Bedingungen und dem konstanten Strom der Gäste sehr zufrieden, Getränke und leckeres Grillgut gingen reihenweise über den Tresen.
Mit von der Partie waren rund zehn angehende Müller, die zurzeit einen Basislehrgang besuchen. Einer von ihnen ist Pascal Kehrer, welcher in der Nähe des alten Standortes der Mühle am Nordberg in Wettmar aufwuchs. Eigentlich lebt der Sechsunddreißigjährige mittlerweile in Hamburg, aber die Verbundenheit zum Heimatort und der Mühle inspirierten ihn, an dem Müller-Lehrgang teilzunehmen. „Das macht mir viel Spaß und es ist ein faszinierendes Handwerk“, betonte Kehrer.
An einigen Wochenenden und manchmal in der Woche komme er nach Wettmar, um alles über Sicherung und Entsicherung der Mühle zu lernen. Der Schwerpunkt der Ausbildung liege darin, die „Maschine“ zu führen. Sicherheit stehe dabei an oberster Stelle. „Wir sind aber noch keine Mahlmüller, das ist eine andere Ausbildung“, hielt er fest. Sollte es ihn langfristig wieder in die alte Heimat verschlagen, werde er sich gerne aktiv für die Mühle einsetzen und bei Veranstaltungen mithelfen, so wie am „Tag des offenen Denkmals“, ließ der angehende Müller wissen.
Die vielbestaunte Mühle interessierte auch die kleinen Besucher, die sich rundherum bei Spiel und Spaß auf dem Rasen tummelten, während es sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen oder einer leckeren Bratwurst gut gehen ließen. Eine kleine Geräteschau war ebenso spannend wie der Besuch der Führungen, in denen man sehen konnte, wie das Mehl gemahlen wird. Das gab es dann auch am Stand des Heimatvereins zu kaufen, gleich neben dem beliebten „Mühlenschluck“.