Literatur-Gottesdienst in der St. Petri-Kirche

Bibel im Kontext literarischer Erscheinungen

GROSSBURGWEDEL (r/jk). Die St. Petri-Kirche in Großburgwedel lädt am Sonntag, 3. März, ab 10 Uhr zu ihrem 8. Literatur-Gottesdienst ein. Diesmal wird der neue Roman des britischen Autors Julian Barnes „Vom Ende einer Geschichte“ vorgestellt und im biblischen Kontext interpretiert.
Pastor i.R. Andreas Seifert, der diesen Gottesdienst wieder mit einer Gruppe vorbereitet hat und der die Predigt halten wird, bewundert die Sprachkunst von Julian Barnes. Für sein neues Werk wurde er mit der wichtigsten literarischen Auszeichnung geehrt, die in Großbritannien vergeben wird: dem Man Booker Prize.
„Vom Ende einer Geschichte“ erzählt von Tony Webster, einem älteren Mann, der in den Ruhestand getreten ist und nun zufrieden auf sein Leben zurückblickt. Da erhält er die Nachricht, ihm sei eine kleine Erbschaft zugedacht worden. Der Kontakt zur Verstorbenen, Mutter einer früheren Freundin, liegt aber vierzig Jahre zurück. Was hatte er mit dieser Frau, der er nur einmal begegnet war, zu tun gehabt? Alte Geschichten werden neu in Erinnerung gerufen und erscheinen in anderem Licht. Er hat sich offenbar mehr zu Schulden kommen lassen, als er geahnt hat. Seine Selbstzufriedenheit schlägt in große Unruhe um und führt ihn zu der Frage: Wie lerne ich, mit diesen Lebensschulden umzugehen? Und habe ich sie überhaupt richtig begriffen?
Julian Barnes stellt eine religiöse Frage, die er als Agnostiker nicht christlich beantworten kann. „Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn“, hat er einmal geschrieben, „das ist meine Antwort auf einschlägige Fragen.“ Die Bibel antwortet anders. Gelesen wird die Geschichte des Tony Webster im Kontext des 51. Psalms.
„Bibel im Kontext“ – zu solchen Lektüren laden die Literaturgottesdienste in der St. Petri-Kirche dreimal im Jahr ein. Der übernächste Gottesdienst ist für den 9. Juni 2013 geplant und wird das 2011 erschienene Buch von Leif Randt behandeln: „Schimmernder Dunst über Coby County.“