Lions Club spendete 2.400 Euro für Sprachkurse

Dr. Michael Baumgartner und Martin Weber, ganz links am Tisch, und Dr. Klaus Ritter, vorn rechts ließen sich von Regina Gresbrand, Mitte, die Arbeit des IKM erklären.

„Die Spende kam genau zum richtigen Zeitpunkt“

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Die Mitglieder des Linons-Club Isernhagen-Burgwedel haben auf den Weihnachtsmärkten in Großburgwedel und Isernhagen heiße Getränke und leckere, mit Braten belegte Brötchen an. Mit dem Überschuss werden soziale Projekte unterstützt. Am Donnerstag wurde die Spende in Burgwedel übergeben. 1.200 Euro gingen an das Inter Kulturelle Miteinander, kurz IKM. Das ist ein Verein, den Regina Gresbrand gegründet hat. Er kümmert sich um die Integration von Flüchtlingen.
Martin Weber, Dr. Michael Baumgartner sowie Dr. Klaus Ritter, die immer die Aktionen auf den Weihnachtsmärkten durchführen, erklärten, sie hätten 2.400 Euro Rendite erwirtschaftet. Eine Hälfte ging am Donnerstag nach Burgwedel, die andere in den kommenden Tagen an das Helfernetzwerk Isernhagen.
Für Regina Gresbrand kam diese Hilfe zum rechten Zeitpunkt: „Zum Monatsende läuft die Finanzierung eines Sprachkurses für Flüchtlinge aus Afghanistan bei der VHS aus. Es gibt keine Nachfolge. Mit der Spende werde ich vier Lehrer engagieren, die den Kurs weiterführen“. Die Afghanen hätten seit Oktober große Fortschritte mit der deutschen Sprache vorzuweisen. „Es wäre schade, wenn wir diese hochmotivierten jungen Leute jetzt im Regen stehen ließen“, fährt Frau Gresbrand fort.
Alphabetisierungskurse für Frauen zum Beispiel. „Wenn man bei uns das „A“ und das „B“ nicht kennt, kann der Augenarzt nicht mit dieser Person arbeiten“, sagt sie. Zusätzlich bietet das IKM noch Sprachtraining für Hochmotivierte in Einzelunterricht und in Kleingruppen an. Und dann gebe es noch die Nähstube.
Verständnis für gewisse Banalitäten in unserem Zusammenlebens gebe es kaum. „Wir sprechen hier im IKM nur Deutsch“, schmunzelt Regina Gresbrand. „Das ist die beste Sprachförderung überhaupt“. An Pünktlichkeit hapere es bei allen: „9.00 Uhr ist 9.00 Uhr bei uns. Wer zu spät kommt, nimmt nicht teil!“
15 junge Männer waren anwesend, Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien. Es ging um ihre Hoffnungen und Zukunftswünsche: „Als erstes möchte ich richtig Deutsch lernen“, sagte Serajuddin Nejrabi. „Ich bin Arzt und meine Familie ist in Afghanistan. Ich kann Englisch, und meine Muttersprache und Persisch. Und ich möchte in Deutschland bleiben“. Diakami ist Stuckateuer, Ali will Maler werden, ein weiterer war Schneider. Achmed möcht sein Ingenieurstudium weiter führen, ein anderer hat seine Baufirma aufgeben müssen. Er hatte für die NATO gebaut. Ein Polizist wünscht sich nichts mehr als eine Ausbildung als Altenpfleger, Mustafa war Schweißer und Hassan Schneider. „Bei uns ist Bedarf und hier sitzen die Handwerker herum“, wunderte sich Dr. Klaus Ritter. Die Lions wollen sich nun um Praktikumsplätze kümmern.