Letzter Diensttag am Dienstag in Thönse

Große Freude über die gelungene Überraschung herrschte bei Siegfried (r.) und Christa Schimkewitsch (stehend l.). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Der Fanfarenzug Thönse sorgte mit schmissigen Rhythmen für gute Stimmung. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ein Beitrag von Bettina Garms-Polatschek - Schützen-Überraschungsparty für Siegfried Schimkewitsch

THÖNSE (bgp). Alle hatten "dichtgehalten" und nichts verraten: Am vergangenen Dienstag kam Siegfried Schimkewitsch völlig ahnungslos in das Schützenhaus Thönse, um wie gewohnt seinen Dienst als Schatzmeister und Zapfer zu versehen, den er an diesem Abend offiziell zum letzten Mal antreten wollte. Ein Empfangskomitee mit rund 80 Gästen bereitete ihm und seiner Frau Christa einen unvergesslichen Abend.
Mucksmäuschenstill wurde es, als die Meldung ausging: "Er kommt!". Augenblicklich verstummten die angeregten Gespräche und Spannung machte sich breit, als die Tür zum Eingang des Schützenhauses von Siegfried Schimkewitsch geöffnet wurde. Bevor er den großen Raum betrat, hängte er im Flur noch gemächlich die Jacke auf und schritt mit Ehefrau Christa durch die Tür, um mit fassungsloser Miene stehenzubleiben und der Empfangsmusik durch den Fanfarenzug Thönse zu lauschen.
Die Überraschung war den Organisatoren wirklich gelungen, denn sie hatten unter den geladenen Gästen die "höchste Geheimhaltungsstufe" ausgegeben. "Wir hatten anfangs die Befürchtung, dass sich jemand bei Siegfried zur Abschiedsfeier anmelden würde, aber das war nicht der Fall", bekannte der Vorsitzende des Schützenvereins, Dirk Eilert, lachend.
Schimkewitsch selbst sagte, er habe sich schon über die vielen Autos in der Straße gewundert, aber dann eine Geburtstagsfeier in der Nachbarschaft des Schützenhauses vermutet: "Ich bin nicht darauf gekommen, dass hier so viele im Schützenhaus sind". Umso mehr berührte ihn und seine Frau der herzliche Empfang durch die Gäste.
Über 40 Jahre war Siegfried Schimkewitsch für den Schützenverein Edelweiß Thönse im Einsatz. Von 1977 bis zum Februar 2017 war er aktives Mitglied im Vorstand, davon zwei Jahre als zweiter Vorsitzender, danach dreiunddreißig Jahre als erster Vorsitzender. Die vergangenen fünf Jahre hatte er das Amt des Schatzmeisters inne, bis zu der Abschiedsparty, welche den krönenden Abschluss seines letzten Diensttages bildete. "Ich werde dieses Jahr achtzig, nun ist Schluss" sagte Schimkewitsch standhaft. Bereits auf der Jahreshauptversammlung am 17. Februar hatte er den Wunsch geäußert, aus der aktiven Vorstandsarbeit auszuscheiden.
Joachim Brandt, Vorsitzender des Regionssportbundes, überreichte ihm aus diesem Anlass die goldene Ehrennadel für das langjährige Engagement mit einem Schmunzeln: "Du bist schon ausdekoriert", sagte er mit Blick auf die vielen Ehrungen, die Schimkewitsch in der Vergangenheit bereits zuteil wurden.
Dirk Eilert und der Präsident des Kreisschützenverbandes Burgdorf, Werner Bösche, sowie zahlreiche andere Weggefährten würdigten die lange Dienstzeit des Thönser "Urgesteins" und dankten auch seiner Ehefrau Christa herzlich, dass sie ihm all die Jahre treu zur Seite stand.
Der Fanfarenzug Thönse hatte zur Überraschung ein Mandarinenbäumchen als Geschenk mitgebracht. Große Freude herrschte bei den Geehrten auch über einen Reisegutschein mit einem Betrag von eintausend Euro, der aus der gesamten Ortschaft zusammen kam. Heiko Wöhler übergab ihn mit launigen Reisevorschlägen wie "in die Wüste schicken" nach Dubai, "wo der Pfeffer wächst" nach Cayenne oder alternativ das Ziel Island, "wo der Hund verfroren ist". "Ihr habt viele Vorschläge, wo wir das verjubeln können" freute sich Schimkewitsch. Vielleicht entscheidet sich das Ehepaar aber auch für ein ganz anderes Ziel, das vom Fanfarenzug mit einem Medley von Udo Jürgens lautstark angepriesen wurde: "Ich war noch niemals in New York!".