Laienspielgruppe Wettmar: viermal ausverkauftes Haus

Daphne Heimholz, links, sucht ein Shirt für eine Kundin, deren Ehemann, sitzend, das halbseidene Angebot kommentiert, das Anwalt Dr. Hagen Dahl der hinter ihm stehenden Butikinhaberin Gundula Weidenschön macht.

Applaus auf offener Szene für „Am seidenen Faden“

KLEINBURGWEDEL (hhs). Es verwundert etwas, wenn vor einem Bericht über eine Aufführung der Laienspielgruppe Wettmar die Ortsmarke „Kleinburgwedel“ zu lesen ist. Aber der Ort der vier ausverkauften Vorstellungen war das Seniorenheim Lindenriek in Kleinburgwedel. Familie Wöhler hatten den Laienspielern vollkommen unkompliziert aus einer Bredouille geholfen: Die Wettmarer mussten sich nach langen Jahren des Probens und vielen Aufführungen im Heimatort ein neues Zuhause suchen. Das Seniorenheim Lindenriek stellte den Theaterleuten ihren großen Saal für Proben zur Verfügung und auch für die Vorführungen.
Ulrike Bigalke, die Regisseurin der Laienspielgruppe, freute sich vor Beginn der letzten Aufführung der Komödie „Am seidenen Faden“ über die positive Lösung des Problems und bedankte sich bei Familie Wöhler: Am seidenen Faden habe auch die Aufführungen gehangen, ehe Familie Wöhler ihnen ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben, nahm Frau Bigalke das Sprachbild des Titels der Komödie auf. Dass alle Vorführungen bis auf den letzten Platz ausverkauft waren, zeige aber auch, dass ihr Wettmarer Stammpublikum der Laienspielgruppe mit Begeisterung ins Lindenriek gefolgt sei.
Dann begann die Aufführung der Komödie von Phyllis Kaluza: Gundula Weidenschön betreibt eine Modeboutique. Ihr zur Seite steht die Auszubildende Daphne Heimholz. Beide arbeiten mit Herzblut in dem Geschäft. Eine Frau betritt das Modegeschäft und stellt sich als Ludmilla Malin vor: Ihre Tante Clothilde Malin, die Vermieterin des Geschäfts, sei vor zwei Tagen verstorben. Da sie, Ludmilla wohl alles erben werde, habe sie die Kündigung für Gundula Weidenschön gleich mitgebracht: Sie müsse raus, innerhalb von fünf Tagen. Anschließend taucht ein Anwalt auf, Dr. Hagen Dahl, ein Lumpenhund, der ein Engagement für Chefin Gundula ablehnt, weil Ludmilla ihm mehr geboten hat.
In der Not hat die Auszubildende Daphne die rettende Idee: Sie fälscht ein Testament von Vermieterin Clothilde Malin, in dem für die Boutiquebesitzerin ein lebenslanges Bleiberecht formuliert wird. Gundula ziert sich in ihrer Not nicht lange vor dem Betrug und der gutmütige Arzt Dr. Bertram Weichbrot erklärt, das sei gar nicht erstunken und erlogen, die verstorbene Clothilde habe sich im Gespräch ihm genau so geäußert.
Natürlich fliegt der Schwindel auf und die Situation verschärft sich. Bis ein vollkommen unerwarteter Gast auftaucht: Clothilde Malin, die Verstorbene, die sich zeitlebens so gern in der Boutique bei Gundula Weidenschön und Daphne Heimholz eingekleidet hatte ...
Wortwitz, Situationskomik und aberwitzige Zusammenhänge sorgten immer wieder für Applaus auf offener Szene. Und man konnte beim „Seidenen Faden“ auch was lernen: Wofür steht der Begriff Mode? „Männer opfert das Ersparte“. Man sollte sich schon auf die nächste Theaterproduktion der Laienspielgruppe Wettmar freuen!