Laienspieler brillierten in „Männer sind auch nur Menschen“

Hans Haase (r.) ahnte nicht, dass sich hinter dem Männer verzehrenden Vamp seine verkleidete Ehefrau verbarg. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Vier ausverkaufte Vorstellungen und donnernder Applaus

WETTMAR (bgp). Ein ausverkaufter Saal bei allen vier Vorstellungen und viel Applaus waren der Lohn für die MGV-Laienspielgruppe Wettmar, die mit "Männer sind auch nur Menschen" die Zuschauer herzhaft zum Lachen brachte.
Die Idee, neben den drei Abendvorstellungen auch eine am Sonntagnachmittag zu veranstalten, war voll aufgegangen, denn diese war als erstes komplett ausverkauft. "Da wir nicht wie sonst im Juni sondern erst für Oktober unsere Aufführungen geplant hatten, waren wir schon in der dunkleren Jahreszeit angelangt. Viele Senioren mögen im Dunkeln nicht mehr so gerne draußen unterwegs sein. Daher haben wir uns überlegt, eine Aufführung am Sonntagnachmittag zu machen", erläuterte Darsteller Helmut Meyer.
Die Zuschauer lachten und applaudierten auch auf offener Szene. Das Stück lebte neben den komödiantischen Dialogen vor allem vom non-verbalen Spiel, der Mimik und Gestik. Hella Seegers erntete als temperamentvolle Linda Haase so manchen Lacher. Unzufrieden mit Ehemann Hans, der sie kaum noch beachtete und nur mit seinen Akten beschäftigt war, klagte sie Nachbarin Gabi ihr Leid. Diese wurde von Ulrike Bigalke mit viel Humor gespielt, sie hatte in ihrer Rolle gleich einige kreative Vorschläge parat, wie man Männer zur Vernunft bringen könnte.
Anton Schaper brillierte als drömeliger Bürohengst Hans Haase, der seiner Frau nicht die geringste Aufmerksamkeit schenkte und prompt von ihr verlassen wurde. Voller Selbstmitleid wandte er sich an seinen Freund Robin Schmidt, der mit Witz und Charme von Helmut Meyer als gewiefter Frauenheld gemimt wurde.
Alle Gespräche wurden von Haushälterin Lotte belauscht und kommentiert, deren Rolle mit Helga Elebe als "schlagfertige Revolverschnauze" glänzend besetzt war. Sie bekam donnernden Applaus für ihre Leistung. Dem stand Jonas-Christian Kurtze als Lutz Haase, dem stotternden Bruder, dessen sprachliche Einschränkung ihn immer am L hängenließ, in nichts nach.
Renate Günther überzeugte als resolute Chefin Adele Weitsicht, die ihren Mitarbeiter Hans Haase zu Hause aufsuchte, um sich von seiner vermeintlichen Krankheit zu überzeugen und nebenbei äußerst zudringlich wurde. Im letzten Akt stand Susanne Lahmann in der Rolle der Christine Schmidt mit einer Pistole auf der Bühne, um vor dem Happy End die nötige Dramatik zu erzeugen. Sie riss das Publikum noch einmal mit, um sich dann vor Erleichterung, dass alles gut ausgegangen war, in die Arme ihres geliebten Mannes Robin fallen zu lassen.