Kunsthandwerkliche Schätze in Haus und Hof und vieles mehr

Auf dem Hof von Ina Küpmann fielen die Therapiepuppen und Stofftiere von Ursula und Stefanie Pries ins Auge. (Foto: Renate Tiffe)
 
In der Schusterwerkstatt von Heinrich Brakhage: Sigrid und Klaus-Jürgen Bierstedt mit der Schusternähmaschine als wichtigstem Stück. (Foto: Renate Tiffe)
WETTMAR (ti). Es waren Bilderbuchtage in diesem Sommer was das Wetter anbetraf. Eine hervorragende Gelegenheit in Wettmar, ein zweites Mal in Haus und Hof Mal kunsthandwerkliche Schätze auszubreiten und vieles mehr darzubieten, was Besucher in großer Zahl anzuziehen versprach. Burgwedels größtes Dorf zeigte sich beim Sommerspaziergang von seiner besten, seiner kreativen Seite.
Acht Häuser und Höfe hatten sich diesmal für den Wettmarer Sommerspaziergang geöffnet - allem Anschein nach ein Abkömmling von Burgwedels „Kunst in Bewegung“, aber ein sehr eigener, ein eher beschaulicher. Natürlich waren die Kirche und die Mühle auf der Horst mit ihren Besucher-Führungen mit einbezogen. Als besonderes musikalisches Erlebnis reihte sich zudem die „Romantische Orgelreise“ der Region am Samstagabend mit ein.
Einige der Ausstellenden haben sich bei „Kunst in Bewegung“ ausgeklinkt und sind nur noch beim Sommerspaziergang dabei wie Gerd Scholze mit seinen Künstlerkolleginnen aus der sog. „Zone 19“ und der Hof Küpmann. Das Haus Trott war einer der Initiatoren der speziellen Wettmarer Reihe während die Höfe Bierstedt und Bode wie auch das „Schlösschen“ bei beiden Ereignissen dabei waren.
In ihrem Atelier im „Schlösschen“ stellten die Malerfrauen ihre neuen Bilder vor, meist farbstarke Arbeiten in Acryl wie der Frauenkopf von Jeanette Karapiperidis oder die plakative Naturdarstellung in Blau-Gelb-Grün von Victoria Geiß. Witzig ihre Malerei „Weiber“ am Eingang, die hinter dem Gitter erscheinen, wenn die Tür verschlossen wird.
Viel zu sehen gab es in Haus und Garten von Familie Trott, wo die Hausherrin ihre exquisiten Buchbindearbeiten präsentierte. Kunsthandwerkerinnen wie Birgit Widderich mit ihren phantasievollen Keramiken und Petra Schwientek-Faupel mit ihren feinen Goldschmiederarbeiten waren außerdem vertreten und der Steinbildhauer Randolf Stadie mit seinen urwüchsigen Skulpturen und Bänken aus Naturstein.
Auf dem Hof von Ina Küpmann fielen die Therapiepuppen und Stofftiere von Ursula und Stefanie Pries ins Auge und als Gegensatz dazu die filigranen Kollagen von Sabine Heckel. Regina Faber zeigte kugelige Keramikobjekte mit Tonstücken „wie gewachsen“. Ein Kunstwerk für sich der traumhafte Garten, von zwei passionierten Gärtnern geschaffen.
Zu den festen Adressen im vielseitigen Kunsthandwerker-Bereich zählt mittlerweile der Hof Bode an der Bruchstraße. Ansinnen von Dirk Bode, der selbst mit Fotografien hervortritt, ist es, Kreativen in der näheren und weiteren Umgebung eine – kostenlose – Gelegenheit zum Ausstellen zu bieten. So war Brita Steffens mit Glas- und Keramikarbeiten dabei, Renate Reinzhold-Wohlers mit „tierischen“ Filzarbeiten und Marianne Roessner mit Schmuck. Auch der Schülerladen der Realschule Burgdorf „Time2Buy“ hatte seinen Stand aufgeschlagen mit Kulinarischem in Form von selbstgemachten Konfitüren, Essig-und Senfmischungen, mit kleinen Filzarbeiten und Gartendeko aus Beton.
Nicht mehr neu aber noch stark im Kommen ist der Hof Bierstedt, mit den Räumlichkeiten und der wunderbaren Atmosphäre eines alten Bauernhofes, ortsbekanntes Kuchenbüfett inbegriffen. Hier gaben sich u.a. Kornelia Quaritsch mit Bildern und Marina Pluschke mit ihrer Floristik ein Stelldichein. Sigrid Bierstedt hat sich zudem vorgenommen, das alte Wettmarer Handwerk wieder aufleben zu lassen. In der früheren Waschküche war vieles von dem zusammengetragen, was der Schuster Heinrich Brakhage für seine Tätigkeit benötigte, die er in der heimischen Küche ausübte.
Als zusätzliches Bonbon für einen schönen Sonntagnachmittag gab es auf Bierstedts Hof noch ein kleines Gartenkonzert vom Freundeskreis um Annette Langehein.