Kultusministerin Heiligenstadt zu Gast bei der SPD Burgwedel

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, die Bundestagsabgeordnete Caren Marks, Ilke Uhlenbusch, Rüdiger Hinrichs, Katrin Kaiser und Yvonne Rössel von der IGS-Initiative vor dem SPD-Büro (v.l.n.r.). (Foto: Hans Hermann Schröder)

Veränderungen im Schulgesetz erleichtern Einrichtung einer IGS

GROSSBURGWEDEL (hhs). Hoher Besuch hatte sich angekündigt am Mittwoch dieser Woche bei der Burgwedeler SPD: Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, die SPD-Kandidatin für die Wahl zum Bundestag Caren Marks, der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete für den hiesigen Wahlkreis Marco Brunotte.
Ganz oben auf der Themenliste standen die Veränderungen im Niedersächsischen Schulgesetz zur Schaffung von Gesamtschulen. Zu diesem Gespräch hatten die Gastgeber auch Mitglieder des Bündnisses für IGS Isernhagen/Burgwedel eingeladen.
Caren Marks erklärte in einer kurzen Eröffnung, dass sie froh sei, dass in ihrem Wahlkreis immerhin vier Integrierte Gesamtschulen erfolgreich arbeiten würden, in Langenhagen, Wunstorf, in der Gemeinde Wedemark und in der Stadt Garbsen. Seit der gewonnenen Landtagswahl habe die Landesregierung schon einige Dinge verbessern können.
Überall dort, wo in kommunalen Gremien Sozialdemokraten die Mehrheit haben, sei es einfacher, eine IGS zu installieren. In der Gemeinde Wedemark sei das vorbildlich gelungen. Der Gemeinderat habe dort mit den Eltern gesprochen und mit diesen gemeinsam die Grundlage für die IGS geschaffen. Diese arbeite inzwischen an der Kapazitätsgrenze.
Die Kultusministerin fasste die Entwicklungen in Sachen IGS in den vergangenen Jahren zusammen. In den Jahren von 2003 bis 2008 habe es ein totales Verbot für die Errichtung einer IGS gegeben. Die sogenannte Fünfzügigkeit der IGS, also fünf Klassen in jeder Jahrgangsstufe habe als Grundvoraussetzung gegolten. Das sei besonders schlimm für den ländlichen Bereich gewesen, weil diese Zahl meistens nicht zu schaffen war.
Überall in Niedersachsen sei die Nachfrage nach einer IGS deutlich. Die SPD habe nach der Landtagswahl Zeichen gesetzt. Ab 1. August gelte eine Änderung am Schulgesetz, nach der vierzügige Gesamtschulen in Niedersachsen möglich sind. Sie habe schon eine genehmigt, sagte Frauke Heiligenstadt.
Mit den Veränderungen haben die Schulträger die Möglichkeit, mit den Eltern gemeinsam die Schullandschaft zu gestalten. Wichtig sei aber die politische Willensbildung vor Ort in Form einer Elternbefragung. Es sei nun auch möglich, dass zwei Kommunen in gemeinsamer Trägerschaft die Einrichtung einer IGS übernehmen.
Eine Informationsveranstaltung für die Eltern sei immer wichtig und müsse in jedem Fall neutrale Informationen liefern. „Ich komme gern und übernehme das, aber als Kultusministerin bin ich sehr begehrt“, gab Frau Heiligenstadt schmunzelnd zu bedenken.
Bei Vierzügigkeit müssten 96 Eltern eine Absichtserklärung leisten, dass sie für ihr Kind eine IGS wünschen. In der Prognose der Entwicklung der Schülerzahlen müsste die Vierzügigkeit auch erkennbar sein. Und: Die neu geschaffenen Oberschulen können sich zu Gesamtschulen weiter entwickeln.
„Aber wir werden darauf achten, dass nicht nur das Namensschild der Schule geändert wird. Wo IGS draufsteht, muss auch IGS drin sein“, wurde die Kultusministerin sehr deutlich.
Auch die Dreizügigkeit sei grundsätzlich möglich im Lande. „In erster Linie aber für ländliche Bereiche, in denen es keine Oberstufen gibt“. Und in diesen Bereichen sei das pädagogische Konzept besonders wichtig.
Die anwesenden Mitglieder der Initiative „Bündnis für IGS Isernhagen/Burgwedel“ berichteten, dass es in den beiden Kommunen Isernhagen und Burgwedel sehr schwierig gewesen sei, für eine IGS zu kämpfen. „Eine organisierte Elternbefragung ohne Widerstand aus dem politischen Raum wäre für uns ein Meilenstein“, sagte Ilke Uhlenbusch. In Isernhagen sei die Befragung im Rat knapp abgebügelt worden. Insgesamt hätten sich in Burgwedel und Isernhagen 114 Eltern von Viertklässlern in den Grundschulen dafür ausgesprochen, ihre Kinder weiter auf einer IGS ausbilden zu lassen. Allerdings konnten nur 50 Schülerinnen und Schüler für das vergangene Schuljahr einen Platz an den entsprechenden Gesamtschulen in Langenhagen und der Gemeinde Wedemark erhalten. Das Bündnis werde nun unter verbesserten Rahmenbedingungen die Gründung einer Integrierten Gesamtschule für Burgwedel und Isernhagen anstreben.