Krippen und Nussknacker lockten in die Heimatstube

Eine Vielzahl von unterschiedlichen Krippen fanden sich auf der Diele der Heimatstube. Die Besucher erhielten hier einen Querschnitt über Krippen aus mehreren Jahrhunderten. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Beeindruckend auch die finster und martialisch dreinschauenden Nussknacker, die entweder Räubern oder Feldwebeln nachempfunden waren. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Große Resonanz auf die traditionelle Krippenausstellung

GROSSBURGWEDEL (hhs). Solange es die Heimatstube der General-Wöhler-Stiftung in Großburgwedel gibt, solange findet auch alljährlich am ersten Adventswochenende die sogenannte „Krippenausstellung“ statt.
Zwei Tage lang konnten sich Interessierte die Figuren und die Gebäude ansehen, mit denen die Weihnachtsgeschichte dargestellt wird. Im Mittelalter, als die Gottesdienste ausschließlich in lateinischer Sprache abgehalten wurden und die meisten Menschen in den Dörfern weder lesen noch schreiben konnten, da waren diese Krippen, die die Szenerie für das waren, was der Priester aus der Bibel las und in seiner Predigt thematisierte, unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die Gläubigen überhaupt verstanden, worum es im Gottesdienst ging.
In der Heimatstube lag auch in diesem Jahr wieder der Schwerpunkt auf den Krippen, die in vielerlei Formen, Stilen und Materialien vorhanden waren. Einige richtig große stattliche Exemplare hatte die Burgwedeler zur Verfügung gestellt, aber auch Miniaturen, die in der kleinsten Hütte die Geschichte um die Geburt Jesu erzählten. Viele waren beleuchtet, die einen mit Kerzen, andere mit elektrischem Licht.
Darüber hinaus fand sich anderes Weihnachtliches: Da waren die Weihnachtspyramiden, diese kleinen und großen Kunstwerke aus Holz, die in Drehung versetzt werden durch die aufsteigende Wärme von Kerzenlicht, die an der Spitze der Pyramide über waagerechte Flügel den imposanten „Mittelbau“ in Drehung setzten.
Und natürlich waren auch wieder Nussknacker zu bewundern, insbesondere die grimmig dreinschauenden zumeist bunt uniformierten Kameraden aus Holz, die Nüsse jeden Kalibers mühelos in ihrem Mund knacken können. Beinahe alle sind dem beeindruckenden Aussehen der etwas derben Feldwebel aus Landsknecht-Zeiten nachempfunden, denen man heute noch ein durchsetzungsfähiges und doch etwas derbes Wesen nachsagte. Die sollen Nüsse auch mit ihren Zähnen geknackt haben.
Die ihnen nachempfundenen Holzkameraden von heute erreichen dies über einen Hebelmechanismus: „Maul auf, Hebel wieder nach oben und die Nuss ist geknackt“, erklärte ein Vater seinem kleinen Sohn den Vorgang anschaulich. Aber es waren auch Exemplare mit anderer Technik vorhanden, die wie eine Zange funktionierten oder die Nuss mit einem Gewindebolzen zerdrückten.
Das Interessante an dieser Krippenausstellung liegt auch darin, dass die präsentierten Schaustücke jährlich wechseln. Jürgen Veth, der Leiter der Heimatstube, erhält Krippen, Nussknacker und Weihnachtspyramiden über einen Aufruf, in denen die Leserinnen und Leser gebeten werden, ihre Dinge für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Und er ist jedes Jahr wieder überrascht, wie viele Mitbürgerinnen und Mitbürger sich darauf hin an der Adventsausstellung beteiligen. Es gebe einige schon sehr bekannte Sammlerinnen in der Stadt Burgwedel, sagte er. „Aber eben auch viele Menschen, die zwei oder drei Krippen haben oder Nussknacker. Und wir bemühen uns hier dann, einen möglichst umfassenden Querschnitt zu bieten“.
Sein Dank richtet sich ganz besonders an seine Frau Anja, die in diesem Jahr zwei Tage lang die Ausstellungsräume dekoriert und die Krippen, Nussknacker und Pyramiden aufgebaut hat, dass alles harmonisch zusammenpasste und für eine anheimelnde Atmosphäre sorgte. „Und sie hat auch das Kuchenbüffet und alles Drumherum organisiert“, so Jürgen Veth, denn auch Kaffee und selbstgebackener Kuchen aus vielen kleinen privaten Großburgwedeler Backstuben haben sich inzwischen zum Qualitätsmerkmal aller Veranstaltungen der Heimatstube entwickelt. „Der Besucherzustrom war am Samstag mit mehreren Hundert Gästen gewaltig. Am Sonntag sind etwas weniger zu uns gekommen. Wir sind rundum mit der Resonanz an diesem Wochenende zufrieden“.