Kreative Rutsch-Techniken gewürzt mit heißen Waffeln und Kakao

Voller Elan: Luca mit dem jüngst gegründeten Eishockey-Club auf dem Springhorstsee. (Foto: Svenja Steinseifer)

Große Eis-Sause auf dem Springhorstsee am vergangenen Wochenende mit 2000 Besuchern

GROSSBURGWEDEL (svs). „Auf dem Eis ist alles erlaubt“, sagt Thorsten Scholz, der bei „voller Hütte“ auf dem Springhorstsee alle Hände voll zu tun hatte. Bewaffnet mit Schlittschuhen, Eishockeyschlägern, Langlaufski und Vierbeinern bevölkerten rund 2000 Besucher die bis zu 22 Zentimeter dicke Eisfläche und zeigten Kreativität: Ob auf Kufen, auf dem Bauch oder mit Schlitten – einen hohen Spaß-Faktor bietet jede Rutsch-Technik.
„So geht das“, weiß der kleine Junge und wetzt vor den Augen seines Kumpels über das Eis. „So nicht“, sagt er und lässt sich prompt fallen. Ganz am Rand dreht ein Ski-Langläufer seine Runden und für müde Beine hat Schlittschuhläuferin Svenja einen Tipp parat: „Schlittenhund anschaffen!“ Sie lässt laufen und der Husky genießt es.
Vollauf zufrieden mit der „vollen Hütte“ zeigt sich Thomas Scholz: „Es ist toll, die Leute sind gut drauf. Es gab keine Unfälle - man soll sich einfach freuen.“ Damit alles wortwörtlich glatt ging, hatte sich der Gastronom gut vorbereitet. „Wir achten schon lange vorher darauf, dass nichts in den See geschmissen wird“, sagt Scholz. Denn Buckelpisten und eingefrorene Äste sind der natürliche Feind eines jeden Schlittschuhläufers. „Der See ist im Gegensatz zu anderen spiegelglatt“, freut sich Scholz, der im Vorfeld genau kontrolliert hatte, ob die Dicke des Eises auch ausreicht. „Theoretisch könnte man da jetzt mit dem Auto drauf fahren“, versichert er.
Ein Unterfangen, von dem er dann doch lieber abrät. „Mit dem Quad habe ich es gewagt“, sagt er und gibt zu, „und dann doch Muffensausen gekriegt!“ Jede natürliche Eisfläche bekommt sogenannte „Dehnungsrisse“. „Das kracht zwischen den Beinen durch - Respekt“, weiß Scholz, „passieren kann aber nichts.“
Krachen lässt es auch Luca, der im Winter am liebsten Eishockey spielt. Mit dem Schläger. „Es ist toll hier“, findet der Siebenjährige, der sich mit seiner Familie aus Mellendorf aufgemacht hat und sich schon wieder voller Elan dem Puck zuwendet. Für Mario Hoenigk aus Großburgwedel ist der Springhorstsee ohnehin das Ausflugsziel. Gemütlich lässt er sich von seiner Tochter Sophy auf dem Schlitten über den See ziehen. „Meine Schlittschuhe hab ich nicht mehr gefunden“, sagt er, „aber das hier können wir uns nicht entgehen lassen.“ Für die Neunjährige ist es der erste Ausflug auf Kufen. Schwierig findet sie das nicht. „Es macht Spaß. Aber als erstes bauen wir immer einen Schneemann“, betont sie.
Für Thorsten Scholz ist der Spaß-Faktor das Wichtigste. „Diese Unbeschwertheit“, sagt er, „für den Fall der Fälle habe ich Rettungsleine und alles bereit liegen“. Aber er ist heilfroh, wenn er nichts davon braucht. Ein bisschen Rest-Angst, dass etwas passiert, bleibe eben doch. Umso wichtiger ist eine gründliche Vorbereitung. „Es muss zwei Wochen richtig kalt sein“, weiß Scholz. Dann reicht die Eisdecke aus und der Spaß steht im Vordergrund. Nicht nur die Zweibeiner, vor allem auch die Vierbeiner leben die „Unbeschwertheit voll aus“. Wie der Husky von Svenja. „Dadurch, dass noch Schnee auf dem See liegt, kann er richtig laufen“, sagt sie.
Schöner als am Maschsee findet es Familie Schickling aus Hannover. „Gestern waren wir dort“, erzählt der Familienvater, „aber hier ist es viel gemütlicher.“ Für Scholz auch eine Frage des Geldes: „Viele sind auch hierher anstatt zum Maschsee gekommen, weil sie sich dort über die Preise geärgert haben“, sagt er und hofft dass der Springhorstsee im nächsten Winter wieder zufriert. Denn dann möchte er noch einen drauf setzen: „Mit einer Eis-Party, richtig Musik“, schwärmt er, „dann geht’s erst richtig los!“