„Kokosnuss im Weltraum“ begeistert Klein und Groß

Ingo Siegner ist ein begnadeter Autor, Zeichner und Erzähler. Seine Geschichten mit den Abenteuern des Kleinen Drachen Kokosnuss und seinen Freunden begeistern immer wieder kleine und auch große Besucher. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Bis auf den letzten Platz gefüllt waren die Stühle in der Bücherei in Großburgwedel am Donnerstag. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ingo Siegner-Lesung vor ausverkauftem Haus

GROSSBURGWEDEL (hhs). Immer wenn Ingo Siegner in der Bücherei in Großburgwedel lese, sei nicht nur Frühling, sondern auch ein Jahr vergangen, begrüßte die Leiterin der Bücherei, Jutta Busch, ihre jungen und älteren Besucher am Donnerstag.
Seit zehn Jahren sei das so, und immer habe der Künstler, der den Kleinen Drachen Kokosnuss erfunden hat, die Burgwedeler Kinder zu Begeisterungsstürmen hinreißen können. So war die Vorstellung schnell ausverkauft und die Bücherei gefüllt mit zwei Drittel quietschfideler Kinder und ein Drittel Menschen über 20. Und auch letztere schlugen sich im Verlauf der Lesung vor Begeisterung auf die Schenkel.
Ingo Siegner begrüßte seine Gäste, vornehmlich die jüngeren. Zunächst versuchte er, die Kleinen zum Reden zu animieren, mit schnellem Erfolg. Er erzählte, es sei zehn Jahre her, dass er „Kokosnuss erfunden“ habe. Und heute sei eine besondere Premiere: Die erste Lesung der neuen Geschichte „Kokosnuss im Weltraum“ überhaupt eine Uraufführung, genauer noch eine Welturaufführung sogar.
Die Tour seiner Lesungen durchs Land beginne eigentlich erst im Mai. Aber er habe schon damit begonnen, ein weiteres Abenteuer des lustigen kleinen Drachen zu schreiben. Die sei schon weitgehend fertig und nun sitze er an den Zeichnungen. „Wisst Ihr denn, wie das neue Buch heißt?“, fragte er in die Runde: „Klar“, schallte es aus dem Publikum zurück: „Kokosnuss in der Steinzeit“. „Woher weißt Du das?“, fragte Siegner einen Jungen und tat dabei ganz überrascht. „Das steht doch hinten in Kokosnuss im Weltraum drin“, rief der zurück. Es hätte nur noch gefehlt, er hätte es dem Künstler gezeigt.
In dieser Situation fragte Ingo Siegner die kleinen Gäste, ob er ihnen kurz erzählen solle, was in dem noch nicht ganz fertig gestellten Buch geschieht. Einstimmige Zustimme gab es für diesen Vorschlag, und nun bestimmte der Künstler den Gang der Dinge: Er trat an den großen Skizzenblock, ergriff einen Stift, und schon lag der kleine Drache Kokosnuss in seinem Bett, wohl behütet von seinem Drachenvater Magnus. Wie jedem Abend muss der Vater seinem Drachensohn eine Geschichte erzählen, an diesem Abend die von der Herkunft der Drachen. Die würden von den Menschen abstammen, sagte er. Irgendwann habe ein Mensch zwei Dracheneier gelegt, und daraus sei das Geschlecht der Drachen erwachsen.
„Ein ganz normaler Mensch mit seinem blanken Hintern hat die Eier gelegt?“, fragte Kokosnuss. „Nein, einer mit behaartem Hintern, vor 100.00 Jahren, oder so“, war die Antwort. Es kommt, wie es immer kommt: Am nächsten Morgen beschließt Kokosnuss mit seinen beiden besten Freunden Matilda und Oskar in die Steinzeit zu reisen, mit einem „Laserfazer“. Bei all den Erzählungen entstanden noch weitere Skizzen, mit Leichtigkeit aus dem Ärmel geschüttelt. Kinder und Erwachsene zollten immer wieder Beifall auf offener Szene.
Ebenso lief es ab, als Ingo Siegner sich schließlich Kokosnuss' Weltraumabenteuer widmete. Nur mit einem kleinen Unterschied: Seine kleines Fans kannten alle diese spannende Geschichte, in der am Strand der Dracheninsel ein Raumschiff mit einem Außerirdischen landet, der sich bei seinem ersten Alleinflug hoffnungslos verirrt hat.
Übrigens: Die großartigen Fähigkeiten Ingo Siegners sind im März dieses Jahres anlässlich der Leipziger Buchmesser in ganz besonderer Weise gewürdigt worden. Er ist jetzt „Lesekünstler des Jahres 2012“. Begeisterung für das Lesen wecken, fesselnd erzählen und das Publikum einzubeziehen, darum gehe es bei der Auszeichnung, die die Arbeitsgemeinschaft Leseförderung des Sortimenter-Ausschuss im Börsenverein der Leipziger Buchmesse heute an den besten Vorleser unter den Kinder- und Jugendbuch-Autoren verliehen hat, hieß es in der Begründung.
„Die Wahl Ingo Siegners zum Lesekünstler des Jahres durch den Buchhandel war eine eindeutige Entscheidung. Viele Kolleginnen und Kollegen waren besonders begeistert von seiner Fähigkeit, sich gerade auf kleine Zuhörer einzustellen. Sein voller Einsatz als Vorleser - und auch als Illustrator -, seine verbindliche, professionelle Zusammenarbeit mit dem Sortiment und nicht zuletzt sein freundliches Auftreten, das beweist, dass man auch bei großem Erfolg sympathisch bleiben kann, machen Ingo Siegner zum perfekten Lesekünstler 2012“, sagte Irmgard Clausen, Vorsitzende der AG Leseförderung und der Jury bei der Auszeichnung des Künstlers.