Kinder und Eltern demonstrieren für einen schnellen Baubeginn

Mit knapp 200 Teilnehmern war der Demonstrationszug von der St. Marien Kindertagesstätte gestartet, am Ziel waren es gut einhundert mehr. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Auf der Ochsenwiese angekommen, wurden die kleinen Schaufeln und Spaten ausgepackt und ein symbolischer erster Spatentich von den Kindern gemacht, „um den Bauarbeitern die Arbeit zu erleichtern“. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Wann geht es los mit dem Kindergarten-Neubau auf der Ochsenwiese?

ISERNHAGEN KB (hhs). Für Isernhagen KB war es ein vollkommen ungewohntes Bild am Donnerstag Vormittag, als sich ein Demonstrationszug mit zwei Polizeibeamtinnen vorneweg und einem Polizeifahrzeug zur Sicherung aus dem Asphalweg auf die Dorfstraße begab und dort Richtung FB bis zur so genannten „Ochsenwiese“ zog.
Großes Erstaunen der Mitbürger. „Hat es schon jemals hier eine Demonstration gegeben?“ Selbst ältere Isernhägener konnten sich nicht erinnern. Aber viele reihten sich ein, als sie den Anlass zu dieser Demonstration von den Teilnehmern erfuhren: Es geht um den Neubau der Kindertagesstätte auf der Ochsenwiese. Am Donnerstag demonstrierten viele Eltern, Erzieherinnen und Kinder, und eben auch viele Mitbürger, die mit dem gegenwärtigen Procedere nicht einverstanden sind, für zügigen einen Baubeginn.
Seit beinahe fünf Jahren ziehe sich die Diskussion über einen Neubau der Kindertagesstätte für KB und FB jetzt hin, erklärte Anja Moch gegenüber den Burgwedeler Nachrichten. Hintergrund sei, dass die Kindertagesstätte der St. Marien Gemeinde jetzt vierzig Jahre alt und damit auch ziemlich marode sei. Es sei schon vermutet worden, dass sich in diesem Bau auch noch asbesthaltiges Material befinde.
„Im März 2011 wurde nach kontrovers geführter Diskussion um den Standort des Neubaus vom Rat der Gemeinde Isernhagen entschieden, dass auf der Ochsenwiese gebaut werden soll. Dieses Grundstück befindet sich im Eigentum der Kirche, die auch Träger des jetzigen Kindergartens ist. Die Kirchengemeinde hat das Grundstück der Gemeinde Isernhagen kostenfrei zum Bau der neuen Kita zur Verfügung gestellt. Gemeindeverwaltung und Kirche haben das in einem entsprechenden Vertag vereinbart“.
Unterdessen habe die Verwaltung gewarnt, dass ein Bau auf der Ochsenwiese zu zeitlichen Verzögerungen führen könne. Erst jetzt, im April 2012, existiere erstmals ein Schreiben, in dem auf notwendige Arbeiten zur Entwässerung der Ochsenwiese hingewiesen werde. „Das bedingt auch höhere Kosten“, erläutert Elternvertreterin Anja Moch weiter. „Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Isernhägener Rat, Helmut Lübeck, befürchtet sogar eine „Unmöglichkeit des Bauens“ auf dem Standort Ochsenwiese und schlägt alternative Standorte vor. Führt das Thema „Entwässerung“ wirklich zur Unmöglichkeit des Standorts“, fragte sie. „Wir wollen jetzt keine Standortdiskussion mehr!“
An der Spitze des Zuges zwei Mütter mit einem Transparent, auf dem zu lesen war: „Wir wollen nicht mehr warten auf unsern Kindergarten“, dann alle Kinder der Kindertagesstätte in gelben Warnwesten, dazwischen viele Eltern und andere Begleitpersonen, und schließlich diejenigen, die sich unterwegs eingereiht hatten in den Demonstrationszug. Mit vielen Plakaten wurden den Beobachtern das Thema dann in kurzen und knappen Formulierungen näher gebracht: „Ein neuer Kindergarten soll kommen, in echt...“, war darauf zu lesen, und „Die Kleinen brauchen ein Haus, die Großen suchen es aus“ oder „Wertvoll sind wir Kinder, ihr die Standortfinder“ und „Versprochen ist versprochen!“. Dazu produzierten die kleinen und großen Demonstranten einen Höllenlärm mit Trillerpfeifen, Rasseln und Tröten.
Auf der Ochsenwiese angekommen, sangen die Kleinen zunächst ihr Kindergartenlied, dann nahmen sie ihre kleinen Spaten und Schaufeln zur Hand und vollzogen in vielfacher Ausfertigung den symbolischen ersten Spatenstich, „um den Bauarbeitern die Arbeit ein bisschen leichter zu machen“, wie ein Vater flachste.
Unter den Teilnehmern fand sich auch Karin Silinger, Mitglied der CDU-Fraktion im Ortsrat Isernhagen KB. „Die Verwaltung hatte ein Jahr Zeit, alle möglichen Hindernisse auf der Ochsenwiese aus dem Weg zu räumen. Sie hat die Zeit offenbar nicht zielführend genutzt. Ich verstehe auch nicht, wie die Umplanung des Neubaus auf einen anderen Standort nun schneller laufen soll“.
Dann gab sie zu bedenken, dass schon im Frühjahr 2011 in einer spontanen Umfrageaktion 168 Bürgerinnen und Bürger sich für die Ochsenwiese ausgesprochen hätten. Das sei ein sehr starkes Meinungsbild neben dem Beschluss der politischen Mandatsträger. Fazit: Eigentlich wollten alle Teilnehmer an der Demonstration nur, dass die einmal gefassten Beschlüsse von Politik und Verwaltung mit unverzüglichem Handeln und vollem Einsatz zielstrebig umgesetzt werden, damit auf der Ochsenwiese endlich der erste Spatenstich gefeiert werden kann.