Kinder stark machen gegen sexuellen Missbrauch

Präventionsarbeit: „Jeder hat das Recht nein zu sagen“

BURGWEDEL (r/bs). Kinder sollen lernen, nein zu sagen, sich auch in heiklen Situationen zu behaupten und gegen sexuellen Missbrauch zu wehren.
Die kurzen Szenen von „Mein Körper gehört mir!“ schildern Situationen, in denen die körperlichen Grenzen von Kindern überschritten und verletzt werden und thematisieren Facetten sexueller Gewalt.
Zwei Theaterpädagogen werden in den kommenden Wochen die dritten und vierten Klassen der Burgwedeler Grundschulen bespielen. Die dargestellten Szenen orientieren sich inhaltlich an der Lebenswirklichkeit der Kinder, wie eine Fahrt im Bus, spielen auf dem Schulhof oder finden neuer „Freunde“ im Chat.
Eine besondere Bedeutung hat hierbei die Interaktion, denn die Kinder werden angeregt Fragen zu stellen, Vorschläge zu machen und sich allgemein mitzuteilen. Sie erfahren so, was sexueller Missbrauch ist, dass man seinen Gefühlen trauen kann und dass jeder das Recht hat „Nein!“ zu sagen, wenn eine Berührung unangenehm ist.
Die Präventionsarbeit an den Grundschulen hat eine lange Tradition in der Stadt Burgwedel. Weshalb auch in diesem Jahr die Theaterpädagogische Werkstatt mit ihrem Theaterstück „Mein Körper gehört mir!“ wertvolle pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern leisten kann.
„Von Übergriffen betroffen sind vor allem Mädchen, aber auch jeder elfte Junge im Grundschulalter wird laut Polizeilicher Kriminalstatistik Opfer sexueller Gewalt.“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Sandra Ahnen. Durch frühzeitige und kontinuierliche Präventionsmaßnahmen soll sexuellem Missbrauch an Kindern vorgebeugt werden.
Je besser Kinder informiert sind und ihre eigenen Wahrnehmungen und Gefühle einschätzen können, desto besser sind sie geschützt.
Das Projekt ist eine Kooperation der Gleichstellungsbeauftragten Sandra Ahnen und der Jugendpflege der Stadt Burgwedel. Unterstützt wird das Projekt von der Hannah Stiftung gegen sexuelle Gewalt.