Kinder spielten mit Leib und Seele Improvisationstheater

Die wilden Tiere im Wald greifen an, die Kinder spielten diese Szene mit Freude und Dynamik überzeugend. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Fröhlicher Theaterabend im Amtshof begeisterte das Publikum

GROSSBURGWEDEL (hhs). Zwei Nachmittage lang hatten die zehn Kinder in spannenden Workshops mit den Schauspielerinnen und Schauspielern der Theatergruppe „Die 5te Dimension“ die Grundlagen des Improvisationstheaters erarbeitet. Am Mittwochabend sollten sie alle gemeinsam zeigen, was man in so kurzer Zeit alles schaffen kann. Eine etwa halbstündige Aufführung mit den Kindern und Jugendlichen war in Burgwedels bester Adresse, dem Amtshof, angekündigt. Gut 30 interessierte Zuschauer waren gekommen, es hätten einige mehr sein können, darüber waren sich alle einig, aber diejenigen die dabei waren, hatten eine Menge Spaß.
Die gesamte Aktion fand im Rahmen der Woche der Diakonie statt. Die Pestalozzi-Stiftung, die Jugendpflege der Stadt Burgwedel und der Diakonieverband Hannover Land hatten die gesamte Aktion geplant und finanziert. Die Aufführung hatte einen vielsagenden Titel: „Alles nur Theater“.
Improvisationstheater lebt von der Spontanität von Schauspielern und Publikum gleichermaßen, es eine Reise ins Ungewisse. Der Dialog zwischen Schauspielern und Publikum ist unberechenbar und darin liegt der Reiz diesesTheatergenres. Kulissen und Requisiten gibt es nicht.
Pastor Claus Fitschen, Vorstand der Pestalozzi-Stiftung, begrüßte die Gäste und die kleinen und großen Schauspieler. „Mach doch kein Theater“ sei ein in der Umgangssprache häufig benutztes Sprachbild. „Da sind sie nun alle“, rief er dem Publikum zu und deutete mit dem Arm auf die jungen Schauspieler. „Und ich sage: Nun macht doch mal Theater! Ich bitte darum.“
Zu fünft war die „5te Dimension“ erschienen, zusätzlich war Malte dabei, der mit dem Keyboard die Szenen mit ebenfalls improvisierten Klängen unterlegen sollte. Axel, Svea, Stacy, Maxi und Julia baten die zehn Kinder auf die Bühne und erläuterten dem Publikum die Spielregeln.
Dann ging es los mit der Improvisation: Die Zuschauer warfen Begriffe in den Saal und die Profis von „Die 5te Dimension“ und ihr frisch trainierter Nachwuchs legten los. Weihnachtsbaum schmücken, Geschenke auspacken, Motorradfahren, sich vor wilden Tieren fürchten, und als Schornsteinfeger auf einem Dach gehen.
Die Kinder spielten überzeugend und vor allen Dingen mit großem Vergnügen. Herzliche Lacher aus der Situation heraus kamen, als eine Szene im Flugzeug zu spielen war: Ein Passagier, Stacy von den Ausbildern, entschuldigte sich bei dem Flugkapitän für seine Flugangst. Der Kapitän, ein Junge aus dem Workshopteam, antwortete unerwartet prompt: „Ach, das macht doch nichts, ich bin auch neu hier“. Unerwartet kam Unerwartetes aus dem Publikum: „Gummitwist“, hatte Angelika Carld von der Diakonie vorgegeben. Das bis in die 70er Jahre hinein bekannte Spiel mit hoher sportlicher Note kannte niemand der Schauspieler. Da wurde dann gekonnt improvisiert: Gummitwist wurde kurzerhand durch Topfschlagen ersetzt.