Kinder können den Wald mit allen Sinnen erforschen

Der Leiter der Pestalozzi-Förderschule Dirk Hüsken mit Förster Hans-Jürgen Thies bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die Schülerinnen und Schüler probten schon einmal das Entkusseln dieser Fläche, damit die Schlingnattern sich hier wieder richtig sonnen können. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Kooperation zwischen Landesforsten und Pestalozzi-Förderschule

BURGWEDEL (hhs). Am Donnerstag dieser Woche haben die Pestalozzi-Förderschule und die Niedersächsischen Landesforsten, Waldpädagogikzentrum Wisentgehege, eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.
Danach führt die Pestalozzi-Schule jährlich vier Waldprojektwochen mit Schülerinnen und Schülern der „Mittelstufe Lernhilfebereich“ und der „fünften und sechsten Jahrgangsstufe – Hauptschulbereich“ in den Revieren Fuhrberg, Ovelgönne und Celle die Niedersächsischen Forstamtes Fuhrberg durch. Die Planung der Inhalte erfolgt durch das Waldpädagogikzentrum Wisentgehege in enger Absprache mit den entsprechenden Revierleitern und den Lehrkräften der Pestalozzi-Schule. Die notwendige Hilfestellung bei den Aktionen und Arbeiten wird durch das Waldpädagogikzentrum sicher gestellt.
Das Niedersächsische Forstamt Fuhrberg und die Pestalozzi-Schule arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen. So war es auch nicht schwierig für die beiden Förster Hans-Jürgen Thies vom Waldpädagogikzentrum und Hannes Möhlecke, der die Funktionsstelle Waldökologie und Waldnaturschutz im Niedersächsischen Forstamt Fuhrberg inne hat, einen geeigneten Ort für die Unterzeichnung dieser Kooperationsvereinbarung zu finden: Sie entschieden sich für den Parkplatz am Trimmpfad im Forst Rundshorn.
Dort hatte vor nunmehr acht Jahren die erste gemeinsame Aktion zwischen dem Forstamt und der Förderschule stattgefunden. Damals hatten die Schülerinnen und Schüler kleine Kiefern von einer Fläche beseitigt, um den seltenen Schlingnattern einen Platz zum Sonnen zu erhalten. Das war von Erfolg gekrönt.
Hans-Jürgen Thies und der Leiter der Pestalozzi-Förderschule Dirk Hüsken unterzeichneten die Vereinbarung. Unterdessen waren etwa zehn Mädchen und Jungen damit beschäftigt, schon einige neu aufgewachsene Kiefern von dieser Fläche mit Handsägen und Astscheren zu beseitigen. „Wir haben lange auf diese Kooperation hin gearbeitet“, sagte Dirk Hüsken.
Die Pestalozzi-Stiftung habe die Ausbildung seines Kollegen Armin Eggert zum Waldpädagogen finanziert. Das sei nicht ganz billig gewesen, aber notwendig. Er bedanke sich bei allen in der Stiftung, die dieses Projekt unterstützt haben. Er könne sich durchaus denken, dass die Zusammenarbeit zwischen der Förderschule und dem Forstamt noch intensiviert werden kann.
Hans-Jürgen Thies, einer der Initiatoren dieser Zusammenarbeit, freute sich: „Die Zusammenarbeit zwischen uns hat sich in den Jahren sehr gut entwickelt. Ich hoffe, dass dieser Kooperationsvertrag eine Leuchtturmfunktion haben wird und andere Einrichtungen sich auch dafür interessieren werden“.
Die Ziele der Kooperationsvereinbarung liegen in der Zugsamenarbeit zu Wald bezogenen Umweltthemen. In Waldprojektwochen soll das Sozial- und Lernverhalten der Kinder und Jugendlichen gefördert werden. „Darüber hinaus werden während der Waldprojektwochen auch adäquate Lerninhalte vermittelt“, so Dirk Hüsken. Inhalt der Kooperation seien vier Waldprojektwochen jährlich mit Schülern der Pestalozzi-Förderschule des Sekundarbereichs I in den Revierförstereien des Forstamtes Fuhrberg. Zu den Arbeiten, die die Schüler dabei zu verrichten haben, zählen junge Bäume pflanzen, Säubern von Feuchtbiotopen und Waldwegen von Müll und Unrat, Freischneiden und anschließendes Freiräumen von kulturhistorischen Stätten im Wald. Und natürlich die Arbeit, die zu Beginn der Zusammenarbeit schon anstand: Entkusseln und Freiräumen zum Beispiel von kleineren Hochmoorbereichen.
Die Pädagogen versprechen sich sehr viel von der Kooperation. Sie erwarten eine hohe Steigerung der sozialen Kompetenz ihrer Schüler: Teamarbeit in Kleingruppen und zu zweit, Zusammenarbeit in einer Lerngruppe, Steigerung der eigenen Arbeitshaltung, Anstreben eines Arbeitsziels, Arbeitsmotivation, Sicherheitskriterien im Umgang mit Werkzeug, Erkennen von Unfallgefahren, Aktionen zur Steigerung des Klassen-Zusammenhalts.
„Der Unterricht am außerschulischen Lernort ist anschaulich und die Schülerinnen und Schüler lernen hier mit allen Sinnen am praktischen und anschaulichen Objekt. Hier üben sie lebenspraktische Fähigkeiten und auch Fertigkeiten im Umgang mit dem Werkzeug“, erläuterte Armin Eggert die Vorteile. Hinzu käme noch eine Menge an Lerninhalten: „Das beginnt mit dem Unterrichtsthema Wald, dem Erkennen von Bäumen in allen Jahreszeiten, Kreislauf der Tier- und Pflanzenwelt des Waldes, diese einfachen Strukturen erkennen können, bis hin zum Beobachten von Tieren in ihrem Lebensraum“, fuhr Eggert fort. „Das bietet den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, mit spielerischen Möglichkeiten den Wald selbst zu erforschen und zu erfahren, mit allen Sinnen!“