Kind und Kegel haben Spaß im Klinikum Großburgwedel

Für Stephanie Behrend (l.) und Nils Müller steht schon fest, dass sie im Klinikum Großburgwedel ihr erstes Kind zur Welt bringen wollen. Hebamme Simone Michaelis (r.) erklärt dazu schon einmal die neuen verstellbaren Betten, die jeder Frau die optimale Gebärposition ermöglichen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Viele Besucher am "Tag der offenen Tür" in der Geburtsabteilung

GROSSBURGWEDEL (bgp). Über regen Zulauf am "Tag der offenen Tür" konnte sich das Team der Geburtsabteilung des Klinikums Großburgwedel freuen. „Wir haben Glück, dass die Geburten heute in der Nacht waren, sonst könnten wir hier keine Führung anbieten, denn das kann sich jede Minute ändern", freute sich Oberärztin Dr. Dagmar Klatt über die guten Voraussetzungen, um werdenden Eltern alle Geburtsräume präsentieren zu können.
Die Organisatorinnen des Informationstages hatten alles gut vorbereitet, als die ersten Besucher kamen. Neben der fachlichen Information wurde ein Rahmenprogramm angeboten, wie Kinderschminken, Schwangerenbäuche bunt anmalen oder eingipsen. Ein Buffet mit Kaffee und Kuchen sorgte für das leibliche Wohl.
Zahlreiche junge Eltern und solche, die es werden wollen, strömten auf die Station, um alles über Geburt und Wochenbett von Hebammen, Fachärztinnen und Pflegerinnen zu erfahren. Hebamme Simone Michaelis präsentierte mit ihren Kolleginnen stolz die vor einem Jahr angeschafften neuen Geburtsbetten im Kreißsaal den interessierten Besuchern.
Ein gepolstertes Fußende und eine ferngesteuerte Höhenverstellung machen viele Kombinationen möglich und erlauben es den Gebärenden, in jeder gewünschten Position zu entbinden. Die Geburtsräume sind außerdem mit einem Gebärhocker und Halteseilen ausgestattet, alles ist farblich abgestimmt und sogar eigene Musik kann auf einem MP3-Player abgespielt werden, sodass die werdenden Eltern ihr Kind in angenehmer Atmosphäre erwarten können.
„Früher fanden die Geburten zumeist im Liegen statt. Das ist längst vorbei, die meisten Frauen wollen aktiv die Geburt voranbringen und sich bewegen", erläutert Hebamme Simone den Wandel in der Geburtshilfe. Dieser Wunsch führte auch dazu, dass ein funkgesteuertes CTG angeschafft wurde, um größtmögliche Bewegungsfreiheit für die Gebärende zu gewährleisten, ohne auf eine gute Überwachung von Wehen und Herztönen verzichten zu müssen.
Für das Wohl von Mutter und Kind sowohl während als auch nach der Entbindung im Kreißsaal ist bestens gesorgt, ein direkt angeschlossener OP-Bereich bringt im Falle eines notwendigen Kaiserschnitts zusätzliche Sicherheit. Sollte ein Kind Startschwierigkeiten haben, weil es z. B. Fruchtwasser geschluckt hat, kann es in einer Reanimationseinheit, die direkt neben dem Geburtsbett steht, sofort versorgt werden.
„Glücklicherweise gibt es selten Komplikationen, manchmal muss nur etwas Fruchtwasser abgesaugt werden. Wir legen besonderen Wert darauf, dass die Einheit mit im Geburtszimmer steht. Dann müssen wir den Raum nicht mit dem Kind verlassen und können jederzeit mit den Eltern sprechen. Sie können genau verfolgen, was wir tun und müssen sich nicht fragen, was mit ihrem Kind geschieht", fasst Michaelis ihre positiven Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise zusammen.
Bereits seit 1998 arbeitet sie als Hebamme, an das Klinikum Großburgwedel kam sie 2009. "Wir haben einen Anstieg der Geburten verzeichnen können, auch bedingt durch die Schließung der Geburtsabteilung sowohl in der Paracelsus-Klinik Langenhagen als auch im Krankenhaus Lehrte, aber wir haben noch Kapazitäten frei und die Nachfrage steigt." Diese Prognose bestätigt sich gleich durch ein junges Paar, das sein erstes Kind erwartet.
Für Stephanie Behrend und Nils Müller steht jetzt schon fest, dass sie hier ihr Kind zur Welt bringen wollen. Ein Faktor, der den Ausschlag gegeben hat, ist die räumliche Nähe zu ihrem Zuhause. Sie wären jedoch auch in eine weiter entlegene Klinik gefahren, wenn sie diese mehr angesprochen hätte: „Uns gefällt hier aber besonders die persönliche Atmosphäre und dass die Klinik nicht so groß ist. Wir haben uns schon hier angemeldet."
Die werdenden Eltern geben den Geburtstermin mit dem 24. Juni an, mit der Einschränkung, dass das Kind pünktlich komme. Die erfahrene Hebamme fügt augenzwinkernd hinzu, dass nur 4 Prozent der Kinder pünktlich am errechneten Termin zur Welt kommen und alle müssen ein wenig schmunzeln.