Kiesgruben sind beliebte Müll-Entsorgungsstellen

Haben sich schon auf schlechtes Wetter eingestellt: Müllsammler treffen sich auf dem Hof Feldmann. (Foto: Svenja Steinseifer)

Thönser Müllsammler trotzen Sturm und Regen

THÖNSE (svs). Fernseher, Waschmaschinen und Gartenmöbel – Müllsammler erleben so einige Überraschungen. Auch in diesem Jahr. Besonders obskur: „Der Müll ist oft schon fertig in Tüten verpackt“, sagt Heike Feldmann. Gerade die Kiesgruben eignen sich offenbar besonders gut als Entsorgungsstelle. „Hier finden wir besonders viel“, so Feldmann.
„Nein, der ist zu schwer – den kriegen wir so nicht weg“, ausgerüstet mit Mülltüten, Hänger und Container sagten die Thönser am vergangenen Samstag dem Müll den Kampf an. Nur ein paar hundert Meter vom Treffpunkt entfernt stoßen die Helfer auf die ersten Müll-Raritäten. Als „zu schwer“ erweist sich der Betonklotz und als äußerst widerspenstig die Witterungsbedingungen. Es ist gar nicht so einfach, Müll zu sammeln wenn der Sturm einem die Tüten immer wieder aus den Händen reißt.
Den widrigen Wetterumständen zum Trotz trafen sich die Reiter der Reitsportgemeinschaft Roggenhof e. V., die Freiwillige Feuerwehr mit der Jugendfeuerwehr und freiwillige Bürger, auf dem Hof Feldmann um die Feldmark rund um Thönse vom Müll zu befreien. „Daran sieht man, wie wichtig es den Leuten ist, dass unsere Umgebung schöner wird“, sagt Heike Feldmann, die bei der jährlichen Müllsammel-Aktion schon so einige obskure Gegenstände aus Wald und Feld gefischt hat.
„Ich glaube es ist einfach Bequemlichkeit“, vermutet Heike Feldmann, „manche gehen mit ihrem Hund spazieren und denken, dann kann ich doch gleich meinen Müll entsorgen.“ Die Liste der Raritäten ist lang: abgewrackte Fahrräder, Fernseher, Waschmaschinen, Gartenmöbel – all das findet sich laut Mark und Heike Feldmann vor allem bei den Kieskuhlen. „Größere Gegenstände, so etwas wie Waschmaschinen zeigen wir auch bei der Region an“, sagt Heike Feldmann. Denn wer große Elektrogeräte im Wald entsorgt, macht sich strafbar.
Auch in diesem Jahr sind Hänger und Container wieder gut gefüllt. „Da geht nix mehr“, sagt Mark Feldmann. Autoboxen holt die Jugendfeuerwehr aus dem Wald und Gartenmöbel nebst einem ganzen kaputten Zaun – „für uns schon fertig verpackt!“ Auf schlechtes Wetter haben sich die Helfer eingestellt. „Es regnet jedes Jahr“, sagt eine der Helferinnen und zeigt auf ihre Gummistiefel. Und selbst wenn jemand regenabweisendes Schuhwerk nicht besessen oder vergessen hätte – die Sammel-Aktion hätte Abhilfe geschafft. Auch Gummistiefel sammelten die Helfer ein.
Bei einer warmen Suppe im Reiterstübchen auf dem Hof Feldmann ziehen die Helfer im Anschluss Bilanz – und sind zufrieden. „Da wir jedes Jahr diese Aktion starten, merkt man schon dass es mit dem Müll weniger wird“, freuen sich Heike und Mark Feldmann, „wir sehen da einen deutlich positiven Trend!“ Und bezüglich des Wetters hat Heike Feldmann eine ganz klare Devise: „wer bei Wind und Wetter ausreiten kann, der kann auch Müll sammeln!“