KIB bot hohes künstlerisches Niveau und große Bandbreite

Volles „Haus“ schon am Samstag: das gute Wetter sorgte für reichlich Bewegung in Sachen Kunst. (Foto: Birgit Schröder)

„Es ist wichtig, den Kunstbegriff offen zu halten“

BURGWEDEL (bs). Eine abwechslungsreiche Reise durch alle Spielarten der Kunst von Malerei über Skulpturen, Fotografie, Textil, Glas, Mosaik, Keramik, Schmuck, Schmiedearbeiten bis hin zu außergewöhnlichen Kunstprojekten gab es am vergangenen Wochenende bei der 7. Auflage von Kunst in Bewegung zu erleben.
Angesichts der schlechten Wetterprognosen für Sonntag hatten sich mehr Besucher als in den vergangenen Jahren bereits am Samstag zu Fuß und vor allem mit dem Fahrrad auf den Weg zu den rund 40 Ausstellungsorten gemacht. Dabei gingen die Kunstinteressierten wesentlich gezielter vor, als in den vergangenen Jahren. „Mein Mann ist heute mit dem Fahrrad unterwegs zu seinen „Favoriten“ und ich habe mich für die in Großburgwedel ausstellenden Künstler entschieden“, erklärte am Samstag Heike Keil aus Engensen. „Morgen soll es ja regnen, da fahren wir dann mit dem Auto noch gemeinsam einige Adressen ab“, so die Kunstfreundin weiter. Sie male selbst ein bisschen und hole sich bei KIB immer ein paar Anregungen für ihr Hobby.
Bis auf wenige Ausnahmen war die Mehrheit der ausstellenden Künstler mit dem Besucherzustrom sehr zufrieden – und es wurde nicht nur geschaut, sondern auch gekauft. „Ich habe sehr gut verkauft“, freute sich der junge Marek Grelka, der gemeinsam mit seiner Mutter Maren Scholz in Kleinburgwedel ausstellte. Auch Christiane Dyrssen, die bei „Vollgold“ ihre Werke präsentierte, hatte schon kurz nach der Eröffnung bereits das erste Bild verkauft.
„Es war sehr, sehr ruhig“, bilanzierte etwas enttäuscht der Iouri Didenko, Kunstmaler aus Hannover, der erstmals an Kunst in Bewegung teilnahm. Etwas mehr Besucher hätten es schon sein dürfen und lediglich eine Besucherin habe sein Angebot, ein „Schnellportrait“ in Öl anfertigen zu lassen in Anspruch genommen.
Insgesamt betrachtet ist das künstlerische Niveau gestiegen, die Preisgestaltung der Künstler und Kunsthandwerker zum Teil überraschend. Hochwertiges für kleines Geld – aber im Gegenzug auch völlig überzogene Summen für Hobbyarbeiten. „Aber um es klar zu sagen, nicht wir bestimmen, was Kunst ist. Es ist wichtig, den Kunstbegriff offen zu halten, sich einfach überraschen zu lassen“, hatte Martin Vietmeyer im Vorfeld erklärt. Gegen Selbstüberschätzung könne man nichts machen, schmunzelte er auf die Nachfrage, wie er die Preisgestaltung einiger Teilnehmer beurteile.