Kaiserwetter für Könige

Schützenkönig Karsten Möller (Mitte) winkt beim Austragen der Scheiben fröhlich den Zuschauern an der Straße zu. (Foto: B. Garms-Polatschek)

Fuhrberger feierten drei Tage lang Schützenfest

FUHRBERG (bgp). Eigentlich hatte die Wetter-App vor einer Woche noch Regen für die Tage des Fuhrberger Schützenfestes angekündigt, doch die Schützen standen offenbar in hoher Gunst des Wettergottes. Die Sonne strahlte aus allen Knopflöchern, als sich Musikzug, Fanfarenzug Thönse und die Schützengesellschaft am Sonnabend zum Annageln der Scheiben aufmachten. Auch am Sonntag zum großen Festumzug ließen die Wetterverhältnisse keine Wünsche offen. Manch ein Uniformträger musste beim Marschieren wegen der Wärme schon den Kragen lüften, um sich ein wenig Luft zu verschaffen. Die historische Feuerspritzengruppe sorgte mit ihrem Schlauch per Handbetrieb für eine feuchte Erfrischung der Zaungäste, die den Weg über die Schützenstraße, Berliner Straße und den Schrieberwisch säumten. Schützenkönig Karsten Möller hatte seinen Garten bestens präpariert, als der große Festumzug von der Schlesischen Straße aus vor seinem Haus im Sachsenring eintraf. In den Schützenfarben Grün-Weiß wehten Banner, Ballons und Kreppbänder fröhlich im Wind und unterstrichen die Blütenpracht mit frühlingshafter Feststimmung. Blasmusik untermalte den Festakt des Annagelns am Giebel, an dem nicht nur die Königsscheibe von 2018 angenagelt wurde, sondern auch eine Kinderscheibe, die Möller im Jahr 1972 beim Schützenverein Großburgwedel von 1888 geschossen hatte. Eigens für diesen Tag hatte Karsten Möller sie restaurieren lassen und blickte strahlend nach oben, als Zimmermann Niko Beck die kleine Scheibe anbrachte und mit Sekt bespritzte. Anschließend gab es kalte Getränke gegen den Durst und besonders für die Kleinen Limonade und Süßigkeiten.

Strahlend waren auch die Gesichter auf dem Festplatz, der gut besucht war. Eine Runde auf dem Kettenkarussell, das die großen und kleinen Gäste am blauen Himmel im Kreis drehte, ließ die Herzen höher schlagen. Ganz nah am Boden hingegen fuhr es sich im Autoscooter, bei dem der ein oder andere Puff beim Zusammenstoß für Spaß sorgte. Im Sonnenschein saßen viele Gäste an den Tischen, andere hatten es sich im Festzelt mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen gemütlich gemacht, um beim großen Platzkonzert der Musikzüge zuzuhören. Diese übertönten im Zelt mit ihren Liedern die Hupe der Autoscooter, auch das Bimmeln der kleinen roten Feuerwehr auf dem Kinderkarussell vermochte nicht bis dorthin durchzudringen. Für die Kleinen lockte nach der Karussell-Runde ein köstliches Eis oder herrliche Leckereien, die schon die Urgroßeltern erfreut haben. Rot glasierte Äpfel, gebrannte Mandeln oder mit Schokolade überzogene Waffeln dufteten verführerisch am bunten Stand gegenüber.
Jugendliche und Erwachsene tummelten sich an der Schießbude, um Blumen, Schraubenzieher oder Teddybären mit einem gezielten Schuss für die Liebsten zu ergattern. Gleich daneben war Fingerfertigkeit gefragt, um mit dem Greifer die begehrten Stofftierchen zu erlangen. Wen der Hunger plagte, fand an der Würstchenbude eine Stärkung, das kalte Bier und Brause löschten den Durst. Herrlich, es ist Schützenfestzeit!