Junges Betreuerteam gibt alles

Die „Moonwalk-Gurke“ war der Renner bei den Wasserspielen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Am ersten Ferientag hatten Eltern und Kinder das Freibadgelände in eine bunte Zeltstadt verwandelt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Bestes Wetter und Superstimmung beim TSG-Zeltlager mit 250 Kindern

GROSSBURGWEDEL (bgp). „Das können wir gar nicht toppen!“, freut sich Jugendpfleger und TSG-Chef Uli Appel über das strahlende Wetter und die riesige Teilnehmerzahl am 29. Zeltlager der Turnerschaft Großburgwedel.
250 Kinder haben von Donnerstag bis Samstag zum Ferienbeginn ihre Zelte im Freibad Großburgwedel aufgeschlagen, um bei Spaß und Spiel eine aufregende Zeit zu erleben. Ausgerüstet mit Luftmatratzen, Schlafsäcken und viel Brimborium drumherum, wie Lichterketten, Spielen oder Bällen strömen die jungen Camper am Donnerstagabend ab 18.00 Uhr in Scharen auf das Gelände.
Rasch sucht sich jeder einen geeigneten Platz und los geht es mit dem Zeltaufbau, bei dem die Eltern noch mit Hand anlegen und dann zügig das Gelände verlassen. Jetzt haben Kinder und Betreuer das Freibad für sich allein. So ein Zeltaufbau macht hungrig und schon bald geht der Ruf aus: „Abendessen!“. Mit hunderten von belegten Brötchen fängt der Abend gemütlich an. Spannend wird es dann bei der Nachtwanderung rund um das Sportgelände und die Pestalozzi-Stiftung. Die Stimmen der Kinder sind sogar bis Isernhagen FB zu hören, als sie lauthals auf Kommando in die Nacht rufen.
So gestalten sich die Tage des TSG-Zeltlagers für die Kinder als „Ferienabenteuer pur“, denn wo sonst gibt es nach der Wanderung im Dunkeln noch Wasserspaß bis nach Mitternacht? Zwischendurch kann mal verschnauft werden mit einem Kinofilm im Vereinsraum oder Chillen im eigenen Zelt, Tanzspaß gibt es in der Disco oder Aktion im Wasserbecken.
Für die 50 Betreuerinnen und Betreuer hingegen gibt es kaum Zeit zum Durchatmen. Sie übernehmen in Schichten zu je 35 Personen das Abenteuer „TSG-Zeltlager“. „Wir haben ein unglaublich junges Betreuerteam“, betont Appel den erfreulichen Trend, dass 20 Teammitglieder noch unter 18 Jahre alt sind. Sie alle hätten in der Vergangenheit bereits eine Ausbildung zum Sportassistenten oder ähnliche Lehrgänge absolviert und sich entsprechend qualifiziert.
„Das sind alles Vereinsgewächse“, hebt er voller Stolz die Nachwuchsarbeit der TSG hervor, in deren Rahmen die Kosten für die Lehrgänge übernommen werden. Eindrucksvolles Beispiel für „Nachwuchsarbeit“ ist die junge Mutter Steffi Wünsch. Sie ist schon viele Jahre als Betreuerin beim Zeltlager dabei. Im vergangenen Jahr erwartete sie ihr drittes Kind, nahm aber mit der Familie trotzdem am Zeltlager teil. Sie habe es jedoch vorzeitig verlassen müssen, da sie sich „nicht wohl fühlte“.
Schon bald kam die freudige Nachricht, das Söhnchen Tom das Licht der Welt erblickt hatte. Er ist in diesem Jahr mitgekommen, denn Papa Mirco und die Brüder Phil (6) und Max (4) haben wieder das Zelt aufgeschlagen. „Zuhause langweilt er sich nur, wenn die anderen alle weg sind“, sagt Mama und Betreuerin Steffi lachend, während der Kleine auf ihrem Arm glücklich in die Runde schaut.
Unterdessen zeigen die jugendlichen Betreuer, dass das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt ist. Sie trösten ebenso wie ihre älteren Vorbilder die Kinder, die sich gestoßen haben oder wenn ein Insektenstich Schmerzen verursacht. Während die erwachsenen Betreuer schon einmal abfragen, ob das Kind eine Insektenallergie hat, denken sie bereits mit und reichen rasch ein Kühlkissen über den Tresen. “Gehe bitte in den Schatten, trinke ganz viel und melde dich sofort wieder, wenn es dick wird” gibt Appel dem Kind mit auf den Weg.
Viele fleißige Hände sind derweil damit beschäftigt, riesige Mengen an Essen vorzubereiten. Rund 1600 Bratwürstchen und 600 Hamburger werden gegrillt, etwa 1800 Brötchen gehen im Laufe der drei Tage über den Tisch. Für die Kinder wird ständig Obst und Gemüse geschält und als Snack in mundgerechten Stücken bereitgestellt. Viele Male verlässt der Bus der Jugendpflege das Gelände, um Nachschub vom örtlichen Einzelhandel zu organisieren, der die Aktion großzügig unterstützt.
“Das ist als Dispositionshilfe unbezahlbar”, lobt Appel und macht sich gleich wieder auf den Weg, um die nächste Ladung abzuholen. In der Zwischenzeit glühen die Waffeleisen, zweihundert Stück sind ruckzuck gebacken und vor allem von den jüngeren Kindern verspeist. “Das Durchschnittsalter ist gesunken”, stellt der stellvertretende Vorsitzende Dr. Udo Vogeler fest und schnippelt mit seiner Tochter nebenbei weiter Gemüse. Die Rettungsschwimmer des SV Burgwedel bewachen rund um die Uhr das Wasserbecken und sorgen für Sicherheit, sodass auch Nichtschwimmer am Zeltlager teilnehmen dürfen. Bei den Spielen im Wasser mit großen Bällen und der “Moonwalk-Gurke” im Sprungbecken haben sie alles im Blick.
Am Samstagmittag um 11.00 Uhr ist dann Abholzeit für die Kinder, die erschöpft aber glücklich in die Arme der Eltern sinken. Vorher müssen jedoch noch die Zelte abgebaut und verstaut werden. Doch wer denkt, dass es schon zu Ende ist, hat sich getäuscht. Die letzten Bratwürstchen und Getränke werden gegen eine kleine Spende noch vermarktet, und die große Schatzsuche im Sand des Volleyballfeldes bildet den krönenden Abschluss des 29. TSG-Zeltlagers. Mit Freuden stürzen sich die Kinder in den heißen Sand, um daraus Caps, Lollies und andere Schätze herauszufischen. Der strahlende Sonnenschein über drei Tage machte alles noch schöner, denn in der Vergangenheit gab es fast immer Regen zum Zeltlager. Auf Superwetter hoffen die Organisatoren auch im nächsten Jahr, denn dann ist 30-jähriges Jubiläum.