Junge Menschen müssen für das Ehrenamt in der Feuerwehr gewonnen werden

Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg (li.), Abschnittsleiter Horst Holderith (2.v.l.) und Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld (r.) zeichneten Horst Symczak und Thorsten Rieckenberg (v.l.) für langjährige Mitgliedschaft aus. (Foto: Renate Tiffe)

In Kleinburgwedel liegt die Zahl der Hilfeleistungen erstmals vor den Brandeinsätzen

KLEINBURGWEDEL (ti). Es war die letzte Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren in Burgwedel. Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld freute sich, unter den Gästen diesmal alle begrüßen zu können, die auf Stadtebene und bei den Feuerwehren Rang und Namen haben. Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt war da, Ortsbürgermeister Jürgen Schodder, die Ordnungsamtleiterin Andrea Stroker, der Vorsitzende des Feuerschutzausschusses Lothar Urban, der Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg und Abschnittsleiter Horst Holderith sowie dessen Vorgänger Heinz-Jürgen Krüger. Das hatte es so noch nicht gegeben und ist sicher als Anerkennung zu werten für eine Wehr, die im vergangenen Jahr ihr 120-jähriges Bestehen feiern konnte und die - gemessen an der Einwohnerzahl – mit einer hohen Mannschaftsstärke aufwarten kann.
43 Aktive zählt die Kleinburgwedeler Wehr, mit Musikern, den Kameraden der Altersabteilung und Fördernden sind es insgesamt 355 Mitglieder. Sonnefeld hob hervor, dass mit den aktiven Kameraden noch die Einsätze personell abzudecken sind, was bei der Mindeststärke nicht mehr der Fall wäre. Deswegen gelte es, junge Menschen für das Ehrenamt in der Feuerwehr zu begeistern. Das gute Gefühl, zu helfen, stelle sich bei den Einsätzen ein. Im Verlauf der Versammlung gab Stadtjugendwart Michael Gilles die Anregung zur Gründung weiterer Kinder- und Jugendwehren.
Unter den 13 Brandeinsätzen waren ein Großbrand und drei Mittelbände, die Entstehungsbrände überwogen. Eingestuft werden die Brandeinsätze nach der Zahl der benötigten Rohre. Mit 15 Hilfeleistungen überstieg auch in Kleinburgwedel deren Zahl erstmals die der Brandeinsätze. Unter den Hilfeleistungen gab es den glücklichen Fall, dass zwei Kinder, die von der Familie und der Polizei schon länger gesucht wurden, von einem Trupp der Feuerwehr gefunden wurden und wohlbehalten ihren Eltern übergeben werden konnten.
Den Wert der ehrenamtlichen Feuerwehrleute betonte Lothar Urban in seiner kurzen Rede. Mit den 400.000 Euro, die die Stadt alljährlich für die Feuerwehren aufbringt, könnten nicht einmal zehn Hauptamtliche bezahlt werden. Er versprach, dass der Ausschuss alle Ortswehren besuchen werde.
Sowohl der Stadtbrandmeister als auch der Abschnittsleiter stellten heraus, dass heute bei Gefahr meist mehrere Feuerwehren gleichzeitig alarmiert werden. Tagsüber seien viele Kameraden nicht zu erreichen, weil sie anderenorts berufstätig seien. Den Ersatz mit Hilfe von Bauhofpersonal lehnten sie aber ab.
In Kleinburgwedel ist es üblich, dass auch die vier Löschgruppen einzeln berichten. Es kann schon mal Kritik oder auch Selbstkritik geben, wie in der Gruppe 1, in der viele Übungen angesetzt waren, aber immer weniger Kameraden erschienen. Über das Thema Atemschutz soll noch einmal auf Stadtebene gesprochen werden. Zufrieden sind die Feuerwehrleute mit den neuen Anzügen. Ein turbulentes Jahr habe die Feuerwehrkapelle mit dem Dirigentenwechsel hinter sich, berichtete Daniela Schmidt. Anstelle von Andreas Schröder konnte Pieter Sikkema gewonnen werden, der in Burgwedel kein Unbekannter ist.
An Ehrungen wurden Thorsten Rieckenberg für 30 Jahre Mitwirkung in der Feuerwehrkapelle ausgezeichnet und Horst Symczak für 25 Jahre im aktiven Dienst. Befördert wurden Hendrik Arndt, Florian Bruns und Harald Windisch zum Feuerwehrmann, Jonathan Stöckmann zum Oberfeuerwehrmann und Nils Wöhler sowie Martin Müller zum Hauptfeuerwehrmann. Lobend hervorgehoben wurde vom Ortsbrandmeister, dass Hendrik Arndt und Florian Bruns den „Hattrick“ geschafft hätten. Neben Schule und Ausbildung haben sie die Truppmann I Ausbildung, einen Funklehrgang und den Atemschutzgeräteträgerlehrgang absolviert.