Junge Jagdhunde in den Revieren Isernhagens geprüft

Erwartungsvoll sind die Hundeführer bei Beginn der Prüfung. Zunächst sollen die Junghunde ihr Können auf der Hasenspur beweisen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Der Hundeführer hat seine Hündin an die Hasensasse geführt. Sie verhofft kurz und nimmt dann Laut gebend die Verfolgung des Mümmelmanns auf. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Verbands-Jugendprüfung ist die erste Prüfung im Jagdhundeleben

ISERNHAGEN FB/KB (hhs). Am Ostersamstag hatte der Jagdgebrauchshundverein Hannover- Celle in den Revieren Isernhagen FB und KB zu seiner diesjährigen Verbands-Jugendprüfung geladen. In diesem Verein sind einige hundert Mitglieder, alles Hundeführer, aus dem Bereich zwischen Braunschweig und Hameln und Alfeld und der Nordheide zusammengeschlossen. Geprüft wurden hochläufigen Vorstehhunde.
Die Verbands-Jugendprüfung ist die erste und für die Züchter wichtigste Prüfung in einem Hundeleben: Die teilnehmenden Hunde sind in aller Regel jünger als 18 Monate, ihre Ausbildung hat gerade erst begonnen. Um Abrichtung geht es auch nur in zweiter Linie dabei. Die Hunde sollen ihre genetische Veranlagung zeigen, gute Nase, Spurwille, Suche, das Vorstehen von Wild und in geringerem Maße „Führigkeit“, das ist der Wille des Hundes zur Zusammenarbeit mit seinem Führer. Neun Hunde waren angemeldet, sieben haben die Prüfung bestanden.
Diese Prüfung findet immer im zeitigen Frühjahr statt, was seinen Grund hat: Die landwirtschaftlichen Flächen kann man noch betreten, ohne die Aussaat durch den Verlauf der Prüfung zu ruinieren und auf den Wiesen und Weiden ist das Gras noch relativ kurz. Es wird sich wieder aufrichten, wenn jemand darüber gelaufen ist.
Allerdings muss der Bewuchs auch schon etwa knöchelhoch gewachsen sein, früher sagte man, „so hoch, dass sich eine Krähe drin verstecken kann“. In den Wiesen und Weiden liegen die Hasen, deren Spur die jungen Hunde verfolgen sollen.
Der Ablauf ist dann ganz einfach. Teilnehmer und Richter gehen in breiter Front über die grüne Pracht. Wenn jemand einen Hasen sitzen sieht, bleiben die Hundeführer samt ihrer Vierbeiner stehen, den Hunden halten sie die Augen zu, meistens mit dem Hut. Sie sollen den Hasen nicht flüchten sehen. Ist der Hase aus dem Blick, dann wird ein Hund an die Sasse geführt. Der Führer gibt das Kommando: „Such voran“, und nun wird das Tier seine genetische Veranlagung zeigen, oder auch eben nicht.
Gewünscht ist, dass der junge Hund die Spur des flüchtigen Hasen aufnimmt, die Nase tief am Bewuchs und dann schneller werdend den Flüchtling laut gebend verfolgt, bis er ihn gefunden hat. Diese Art des Lautgebens nennt man „Spurlaut“, die am höchsten zu bewertende Art des Lautes. Der Hase hat sich unterdessen wieder irgendwo unsichtbar gemacht, „gedrückt“, wie die Jäger sagen. Er hört den Verfolger, und weiter geht die Flucht. Gibt der Hund erst Laut, wenn er den Hasen sieht, dann ist er sichtlaut.
Der Hase flüchtet etwa zwei Kilometer weg von seiner ersten Sasse. Dann dreht er um, er will zurück, komme was da wolle. Das ist in der Sippe der Mümmelmänner eine bewährte Überlebensstrategie und somit auch genetisch bedingt. Wenn der Hund so lange durch hält hinter dem Hasen und hinter ihm zurück kommt, laut gebend, dann gibt es eine Menge Punkte, kommt er allein oder zeigt er dabei wenige Spur- oder Durchhaltewillen, gibt es Abzug.
Dann steht die Suche auf dem Programm. Hier wollen die Richter sehen, dass der Junghund eine Wiese gegen den Wind absucht, um Niederwild, Fasan, Rebhuhn, Hase oder Kaninchen, zu finden und fest vorzustehen, wenn er in die Witterung des Wildes gerät. Den Stil der Suche kann man mit dem Jungtier üben. Man lenkt den Hund mit deutlichen Armzeichen nach links und rechts. An der Intensität der Suche erkennt der erfahrene Richter den Finderwillen des Tieres, an seiner Reaktion auf die Armzeichen dessen Willen zur Zusammenarbeit mit seinem Führer.
Am Ende hatten sieben Hunde die Prüfung bestanden. Das sind aus dem hiesigen Bereich: Andreas Hahn aus der Wedemark mit seiner Deutsch-Stichelhaar-Hündin Bentje von der Stedinger Mühle, Jan-Dirk Depenau aus Sehnde mit seiner Ungarischen Vorstehhündin Becky von der Vorheide, Boris Knorr mit seiner Ungarischen Vorstehhündin Alma vom Schimberg, Gerd Bäppler aus Burgdorf mit der Deutsch-Drahthaar Hündin Vroni vom Eichenloh, und Christiane Heinrich aus der Wedemark mit der Deutsch Langhaar Hündin Wolga vom Lönsstein.