Jonas Siemann bester Lehrling und Sieger der „Guten Form"

Die frisch gebackenen Junggesellen der Tischlerinnung Burgdorf bei der Freisprechung. (Foto: Anke Wiese)
 
Jonas Siemann aus Burgdorf war nicht nur bester Prüfling, sondern gewann mit seinem Gesellenstück, der grünen Sitzbohne, auch den Wettbewerb „Die gute Form". Seine Ausbilder Arne Peters und Mirko Müller sind zu Recht stolz auf ihn. (Foto: Anke Wiese)

Freisprechung der Tischlerinnung im Gasthaus Bludau

WENNEBOSTEL/ALTKEIS BURGDORF (awi). Die Tischlerinnung Burgdorf hat jüngst nicht nur den Wedemärker Hartmut Knoke aus Bissendorf zum neuen Obermeister und Nachfolger von Heinz-Arthur Schaper gewählt, sondern auch 16 Gesellen im Gasthaus Bludau in Wennebostel freigesprochen.
Bester Lehrling des aktuellen Abschlussjahrgangs ist Jonas Siemann aus Lehrte (Lehrbetrieb Müller & Peters, Tischlerei und Objektdesign GmbH aus Burgdorf). Jonas Siemann gewann mit seinem Gesellenstück „Sitzbohne mit grüner Stoffauflage, Korpus aus dunklerm Bambus" zugleich auch den Wettbewerb „Die gute Form".
Sein Gesellenstück und das Drittplatzierte bei der guten Form, die Sitzbank Esche von Cassandra Jatzkowski aus Burgdorf (Lehrbetrieb Hein-Arthur Schaper, Burgdorf) werden in den nächsten zwei Wochen in der Volksbank in Burgdorf ausgestellt.
In der Volksbank Wedemark werden das Gesellenstück des Zweitbesten in der Prüfung, Liam Janott aus der Wedemark (Lehrbetrieb Tischlerei Hanne GmbH in Brelingen), ein Sideboard in Esche, und des Prüfungsdrittbesten und Zweiten Siegers in der „Guten Form", Jonathan Haeuser aus Lindwedel (Lehrbetrieb Hartmut Knoke in Bissendorf) ausgestellt.
Jonathan Haeuser überzeugte die nicht nur mit Fachleuten, sondern bewusst auch mit dem Architekten Carsten Krüger und der Journalistin Anke Wiese, besetzte Jury mit seinem Catering Küchenblock, der durch Idee und Kompaktheit bestach. Neben Jonas Siemann, Liam Janotta, Jonathan Haeuser und Cassandra Jatzkowski wurden außerdem (Lehrbetriebe in Klammern) Alexander Claas aus Burgdorf (S. Funk Möbelwerkstätten GmbH in Lehrte), Eyk Schwenke aus Lehrte (ebenfalls S. Funk), Tom Bögelsack aus der Wedemark (Wilhelm Freund jun., Negenborn), Natalie Halm aus Nienhagen (Holz-Ideen H. Hentschel, Burgdorf), Konstantin Klee aus Lehrte (TischlerTeam Eckhardt GmbH, Sehnde OT Evern), Frederick Ammenn aus Burgwedel (Karl-Andreas Hebecker, Elze), Julian Poth aus Burgwedel (Otto Raguse GmbH, Burgdorf), Timo Spohr aus Garbsen (Annette Hahne, Fuhrberg), Nico van der Linden aus Wathlingen (Otto Raguse GmbH, Burgdorf), Steffen Holzer aus Sehnde (Nils Altenkamp GmbH, Burgdorf), Lasse Oberthür aus Sehnde (Frank Paternoga, Sehnde) und Tim Meyerhof aus Negenborn (Leibniz Universität Hannover) freigesprochen.
Der neue Obermeister Hartmut Knoke begrüßte die Junggesellen, ihre Eltern und die offiziellen Gäste im Gasthaus Bludau und gratulierte ihnen zum Abschluss ihrer Lehrzeit nach zwei beziehungsweise drei Jahren und bestandenen Gesellenprüfung mit mit theoretischem Teil, Arbeitsprobe und Gesellenstück.
Für die Junggesellen sei dies der Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn. Einige seien glatt durchmarschiert, einige hätten es trotz Turbulenzen geschafft. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen", erinnerte Knoke an eine bekannte Weisheit. Für die Gesellen bedeute das unter anderem, dass sie lebenslang fleißig weiterlernen müssten. Einige würden jetzt in ihrem erlernten Beruf arbeiten, andere ein Studium beginnen, manch einer irgendwann seinen eigenen Betrieb eröffnen.
Auf jeden Fall würden alle jedoch künftig eigenverantwortlich Entscheidungen treffen und auch deswegen ihr Wissen ständig erweitern müssen, denn gerade in den 420 Jahren seit Bestehen der Tischlerinnung hätten sich Technik und notwendiges Wissen sehr verändert. „Dauerhafter Erfolg ist Ihnen nur sicher, wenn Sie ständig dazulernen. Wissen ist Macht", gab Knoke den frisch gebackenen Junggesellen mit auf den Weg. Das Tischlerhandwerk sei im Aufwind, aber der positive Trend werde begleitet von einem Rückgang der Auszubildenden. „Gute Handwerker werden auch in Zukunft gebraucht", versicherte Knoke.
Christian Zoch leitete wie in den vergangenen Jahren den Wettbewerb „Die gute Form", an dem jedes Gesellenstück teilnahm, das besser als „drei" bewertet worden war. Hier ging es unter andrem um Idee, aktuelles Design und Gebrauchsfähigkeit. Die beiden besten Stücke, die Sitzbohne von Jonas Siemann und die Catering-Küche von Jonathan Haeuser werden im Herbst auf der Verbraucherausstellung INFA präsentiert.
Zoch bedankete sich beim Prüfungsausschuss unter dem Vorsitz von Heinz-Jürgen Krüger aus Wettmar, der sein Amt allerdings zum Jahresende niederlege. Zoch dankte Krüger für seinen jahrelangen engagierten Einsatz. Er lobte zudem die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Kollegium des Fachbereichs Holztechnik an der Berufsschule Burgdorf im Prüfungsausschuss. Das sei eine Voraussetzung für die Durchführung und das Gelingen der Gesellenprüfungen.