„Jazz unter Sternen“ zog viele Besucher in den Rathauspark

Sie begeisterten die Burgwedeler am Donnerstag mit bestem Sinti Jazz: Lothar Krist mit Saxophon und die „Kussi Weiß' Gipsy Connection“. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Ein idyllischeres Plätzchen für ein Jazz Konzert unter freiem Himmel als den Rathauspark in Großburgwedel lässt sich kaum finden. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Massenpicknick bei Sinti-Jazz der „Kussi Weiß' Gipsy Connection“

GROSSBURGWEDEL (hhs). Glück gehabt! An diesem Donnerstag machte die Veranstaltung „Jazz unter Sternen“, immerhin die Zweite in diesem Jahr, ihrem Namen alle Ehre. Es war der schönste Abend diese Woche: Der Himmel brach auf, die Abendsonne schien, es war beinahe warm im Rathauspark, und wie immer, wenn an diesem Ort „Jazz“ geboten wird, die Burgwedeler kamen zahlreich.
Die Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute hatte genau den richtigen Termin ausgesucht für dieses Event. Ihr Vorsitzender Karlheinz Schridde war kurz vor Beginn ganz entspannt, er lächelte, kein banger Blick zum Himmel, nach kurzer Begrüßung nahm er Platz auf der Picknickdecke gleich vorn nahe der Bühne, auf der Lothar Krist und das Quartett „Kussi Weiß“ diesen Konzertabend mit integriertem allgemeinen Open Air-Picknick mit bestem Jazz eröffneten.
Die IGK ist Veranstalter dieses Events unter freiem Himmel, das von Beginn an so gut eingeschlagen ist bei den Burgwedelern, wie kaum ein anderes kulturelles Angebot in der Stadt. Und das, obwohl Konzerte unter freiem Himmel immer mit dem Risiko schlechten Wetters belastet sind.
Eintrittsgeld erhebt die IGK nicht. Es ist ein Dankesangebot, das sich an die langjährigen Kunden richtet. Nur einmal ging es ums Geld an diesem Abend, wie immer in der Pause. Britt Buvrin-Wolff vom Vorstand der IGK appellierte an die Spendenbereitschaft der Gäste und bat um freiwillige Spenden. Der Vorsitzende und eine jugendliche Helferin sammelten diese dann auf charmante Weise ein. Die Spendenbereitschaft war hoch, was angesichts der aktuellen Berichterstattungen über die neuen Begehrlichkeiten der GEMA und insbesondere auch wegen der an diesem Abend ausgezeichneten Musikdarbietung nicht verwunderlich war.
Von Beginn an sollte „Jazz unter Sternen“ auch so etwas wie ein Massenpicknick werden. Auch das ist vollauf gelungen. Die Besucher der Veranstaltung nutzten diese Chance von der Premiere an und kamen mit zum Teil sehr aufwendigem Equipment in den Rathauspark. Das ist so geblieben, aber es war festzustellen, dass es gegenwärtig einen starken Trend weg von der Picknickdecke hin zu Campingstühlen und kleinen Tischen gibt. Das mag sicherlich noch an der Grundkühle abends liegen, die gegenwärtig die Norddeutschen noch nicht so recht an hochsommerlich laue Abende glauben lässt.
Das aber hatte keinen Einfluss auf die Vielfalt der Selbstverpflegung, die sich die Gäste mitgebracht hatten. Da war alles zu finden, vom Laugenbrezel über Chips, Exquisites aus Parma und andere Leckereien aus den Nachbarländern rund ums Mittelmeer. Ähnlich war das Angebot an Flüssigem: Von Sekt, über Bier und Säfte fanden sich leckere Tröpfchen aus allen guten Weinlagen dieser Welt.
Und schließlich die Musik: An diesem Abend bot die „Kussi Weiß' Gipsy Connection“ Sinti Jazz, wie man sich ihn besser präsentiert kaum vorstellen kann. Ermöglicht hat das Lothar Krist, Jazz-Redakteur beim NDR und Bandleader der „Hannover Bigband“. Und natürlich war Krist mit von der Partie, er hat „Kussi Weiß“ mit seinem Trio B3 unterstützt. „Kussi Weiß“ geht der Ruf voraus, Nachfolger des legendären Django Reinhardt zu sein. Das hat er am Donnerstag eindrucksvoll bewiesen. Er spielt Reinhardts Jazz vollkommen authentisch, verharrt aber nicht dabei. Er wagt immer wieder Streifzüge in andere musikalische Gefilde, sorgt auf diese Weise für Überraschungen.
Von der ersten Minute an erlebten die Zuhörer einen Mix aus Stiltreue und eigener Kreativität der Musiker, gewissermaßen eine Entfesselung, ein Feuerwerk an Spielfreude und Virtuosität. Die Besucher dankten es mit nicht enden wollendem Beifall.