„Jazz unter Sternen“ mit Kussi Weiss Gypsy Connection

Die Kussi Weiss Gypsy Connection ist am Donnerstag, 9. August, bei „Jazz unter Sternen“ im Großburgwedeler Rathauspark zu erleben. (Foto: Management.Weiss)

Gehobener Sinti-Jazz beim großen Bürgerpicknick

GROSSBURGWEDEL (r/bs). Einen ganz besonderen Leckerbissen für Freunde des gehobenen Sinti-Jazz bietet die Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute (IGK) bei der zweiten Veranstaltung von „Jazz unter Sternen“ am Donnerstag, 9. August.
Die Kussi Weiss Gypsy Connection wird im Rathauspark Großburgwedel an den legendären Django Reinhardt erinnern. Als Gast dabei ist Lothar Krist, der mit zwei weiteren Musikern von B3 jazzigen Bepop spielen wird. Das Konzert beginnt gegen 19.00 Uhr, Treffpunkt ist der Park hinter dem Rathaus Großburgwedel, Fuhrberger Straße. Mitzubringen sind Picknickkorb, Decke, gute Laune und etwas Kleingeld für den „Hut“, der Eintritt ist frei.
Kussi Weiss gehört zur vordersten Garde deutscher Sinti-Jazz Musiker. Mit seinen 33 Jahren blickt er bereits auf zahlreiche CD-Veröffentlichungen und internationale Festivalauftritte zurück. Der hochvirtuose Gitarrist hat längst seinen unverkennbaren eigenen Stil entwickelt, der auf besonders elegante Weise Djangos Erbe mit modernen Elementen verbindet.
Babik Reinhardt, der inzwischen verstorbene Sohn Django Rheinhardts war restlos begeistert, als er 1996 den damals gerade mal 19-Jährigen im Rahmen des legendären Django-Festivals in Samois-Sur-Seine neben den dortigen Jazzgrößen wie Raphael Fay und Patrick Saussois spielen sah - so begeistert, dass er ihn im folgenden Jahr auf die Hauptbühne holte und für Kussis Durchbruch sorgte.
Die Musik wurde ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt - der Familie Weiss entstammen einige der wichtigsten Vertreter des deutschen Sinti-Jazz.
So ist es kein Zufall, dass er mit 10 erstmals mit der Gitarre in Berührung kommt. Einige Monate später spielt er schon die Rhythmusgitarre für seinen Onkel Moritz Weiss, bald steht er auch mit dem berühmten Martin und Häns'che Weiss Ensemble auf der Bühne, erhält von allen Seiten auch Unterricht und Anregungen.
Doch bald reicht ihm die Rolle des Begleiters nicht mehr. Ohne Notenkenntnisse, aber mit viel Spielwitz und Talent eignet er sich das Solospiel an und gründet mit 17 Jahren das „Kussi Weiss Ensemble". Begleitet von Musikern, die seinem hohen Niveau folgen können, gibt er die ersten Konzerte als Bandleader und nimmt 1996 sein erstes Album für Idol Records auf. Eine Bereicherung für die Band ist auch der 19-jährige Hugo Richter am Akkordion und Klavier, dessen Vorbilder Richard Galliano Art Van Damm und Oscar Peterson sind.
Mit Tschabo Franzen an der Gitarre, Hugo Richter am Akkordeon und Piano und dem langjährigen Mitstreiter Dietmar Osterburg am Kontrabass hat er in seinem aktuellen Quartett drei ebenbürtige Instrumentalisten um sich gescharrt, die mit ihm mühelos den Spagat zwischen Stiltreue und Modernität meistern.
Praktisch von der ersten Minute an entfesselt das originelle Quartett ein Feuerwerk an Spielfreude, Virtuosität und vor allem mitreißendem Swing. Das Ensemble spielt Djangos Musik absolut authentisch und erlaubt sich doch immer wieder Streifzüge in andere musikalische Gefilde.
Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in den Amtshof verlegt.