Jägerschaft Burgdorf schult Hundehalter im Umgang mit ihrem Tier

Die Hunde haben schon gelernt, beim Kommando „Platz“ liegen zu bleiben und auf die nächste Aufforderung zu warten. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Ausgiebiges Herumtollen in den Pausen gehört zum Lehrgang selbstverständlich dazu. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

„Hundeführerschein“ vermittelt wichtige Grundkenntnisse für alle Rassen

BURGDORF/BURGWEDEL (bgp). Sie zählen zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland: Hunde. Es gibt sie in allen möglichen Rassen, Farben, Formen und Gewichtsklassen.
Alle Rassen- und Mischlingshunde haben jedoch eines gemeinsam: genau wie Kinder benötigen sie eine konsequente Erziehung.
Der sogenannte „Hundeführerschein“ erfreut sich nur eingeschränkter Beliebtheit bei den Hundehaltern, wird aber vom Gesetzgeber unter bestimmten Gegebenheiten vorausgesetzt, wenn man sich einen Hund anschaffen möchte.
Der Hundeführerschein soll theoretische und praktische Grundlagen zur Sachkunde in Erziehung und Haltung von Hunden, sowie Gehorsam und Sozialverträglichkeit vermitteln.
Wichtiger Bestandteil dabei sind Kenntnisse über das Verhalten der Tiere, das man sich zu Nutze machen kann, um gewünschte Eigenschaften positiv zu verstärken, negative zu vermeiden, und letzten Endes den Prüfungsanforderungen gerecht zu werden. Zahlreiche anerkannte Verbände und Hundeschulen veranstalten Kurse für den Hundeführerschein, in deren Anschluss auch die Prüfungen dazu abgelegt werden können.
Die Jägerschaft Burgdorf bietet schon seit Jahrzehnten Begleit- und Jagdhundelehrgänge an, seit einiger Zeit auch die Ausbildung für den Hundeführerschein gemäß den Richtlinien des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH). Geübt wird unter Anleitung und bei jedem Wetter auf verschiedenen Wiesen rund um den Ort Schillerslage, Begegnungs-Situationen in der Stadt werden in Burgdorf auf Fußwegen und im Park trainiert. Ein professionelles und langjährig erfahrenes Ausbilder-Team steht dabei den Hundehaltern mit Rat und Tat zur Seite.
Zu Beginn wird zunächst zu einem Informationstreffen ohne Hund eingeladen. Dort wird umfassend über die Begleit- und Jagdhundeausbildung informiert. Hundehalter aller Rassen- und Mischlingshunde können an dem nachfolgenden Lehrgang für den Hundeführerschein teilnehmen, der lediglich eine allgemeine, aber keine jagdliche Ausbildung des Hundes umfasst.
Zum ersten Übungsabend mit Hund geht es dann zu einem Treffpunkt zwischen Schillerslage und Klein-Schillerslage. Die Hunde werden nach Alter eingeteilt und die einzelnen Gruppen nehmen auf einer Wiese ihre Plätze ein. Hartwin Hamp und seine Ausbilderkolleginnen und –kollegen bitten die Teilnehmer zunächst, mit ihren Hunden locker im Kreis zu gehen, um zu schauen, ob ein Hund ständig zieht oder schon „leinenführig“ ist, was bedeutet, dass die Leine beim Gehen locker hängen sollte.
Bei den einen oder anderen klappt es schon ganz gut, aufgeregte Junghunde sind jedoch noch schwer zu bändigen und ziehen aufgeregt an der Leine, um die anderen Tiere zum Spielen aufzufordern. Nach einer halben Stunde ist Pause, die Hunde können fröhlich umhertollen und mit ihren „Mitschülern“ spielen.
Im Laufe der folgenden Abende lernen die Hunde recht schnell, wie man ordentlich an der Leine geht, „Sitz“ und „Platz“ macht, eine Gruppe durchläuft oder brav liegen bleibt, wenn sie auf größere Entfernung von Herrchen oder Frauchen abgelegt wurden und dort warten sollen. Je nach Temperament des Hundes und Durchsetzungsvermögen des Halters bleibt das Tier, wo es abgelegt wurde oder stiehlt sich heimlich vom Platz, was sofort korrigiert werden muss.
Der Gehorsam der Hunde ist gerade im Hinblick auf kritische Situationen in Feld und Wald oder im Straßenverkehr sehr wichtig, um Unfälle und Verletzungen des eigenen Tieres oder Dritter zu vermeiden. Bei allem Ernst mit der konsequenten Erziehung beim Hundelehrgang gibt es auch viel zu lachen, wenn der Hund seinem Halter ein Schnippchen geschlagen hat. Mit viel Geduld, Fachkenntnis und einer großen Portion Humor unterstützen die Ausbilder Hund und Mensch, um besser miteinander zurechtzukommen.
Allerdings betonen alle einhellig, dass nur Hunde aufgenommen werden, die sich mit anderen Hunden vertragen und kein aggressives oder extrem negatives Verhalten zeigen. An unerwünschten Eigenheiten des Hundes, die kein problematisches Verhalten darstellen, wird im Kurs intensiv gearbeitet.
In der Theorie lernen die Hundehalter vieles zur Pflege, Fütterung und Gesundheit ihrer vierbeinigen Freunde, auch die Herkunft oder gesetzliche Vorschriften werden anhand einer umfassenden Broschüre vom VDH und einem Beiblatt erklärt. Zusätzlich dazu erhalten die Lehrgangsteilnehmer einen Film, der die Hundeausbildung anschaulich zeigt. Mit diesem Rüstzeug gehen sie dann in die theoretische Prüfung.
In der anschließenden praktischen Prüfung zeigen Hund und Halter was sie gelernt haben und bestehen im Idealfall vor den kritischen Augen der Prüferinnen und Prüfer. Der Lehrgang bei der Jägerschaft Burgdorf umfasst die rund dreimonatige Ausbildung in Theorie und Praxis, den Leitfaden des VDH und eine DVD als Lehrmaterial.
Eine bestehende Haftpflichtversicherung und eine Tollwut-Impfung des Hundes sind vor Beginn des Kurses nachzuweisen. Weitere Informationen sind auf der Internet-Seite der Jägerschaft Burgdorf nachzulesen unter www.jaegerschaft-burgdorf.de oder des VDH unter www.vdh.de.