Jäger und zahlreiche Gäste feierten Jubiläum des Hegerings Isernhagen

Die Hundeführerinnen und Hundeführer präsentierten ihre vierbeinigen Jagdgehilfen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Martin Bruns und seine Bläsergruppe Burgwedel-Thönse waren vielfach erfolgreich bei Landes- und Bundesmeisterschaften im Jagdhornblasen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Buntes informatives Programm lockte knapp tausend Besucher

ISERNHAGEN/ALTKREIS BURGDORF (hhs). Am vergangenen Sonntag feierte der Hegering Isernhagen seinen 30. Geburtstag. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums fand das Sommerfest der Jägerschaft Burgdorf auf den gepflegten Sportanlagen des TSV Isernhagen statt. Die Jägerinnen und Jäger hatten ein buntes Programm organisiert, um sich allen Interessierten vorzustellen, mit Wildbratwurst vom Grill, den üblichen kühlen Getränken, vielen Ständen, an denen von Obst und Gemüse, Wein, Dekorationen eine Menge zu erwerben gab.
Dazu ein Rahmenprogramm, das nicht nur die Jagd im Altkreis Burgdorf vorstellte, sondern auch Randbereiche wie die Falknerei. Besonders sehenswert die Vorstellung der Hunderassen, die hierzulande zur Jagd eingesetzt werden. Knapp 60 Hundeführerinnen und Hundeführer waren mit ihren vierbeinigen Jagdhelfern vor Ort, und schließlich ein weiteres Aushängeschild der Jäger: die Bläsercorps, die mit zu den Besten in ganz Deutschland zählen. Diese Angebote ließen sich knapp tausend Besucher nicht entgehen.

Der Hegering Isernhagen besteht in der heutigen Form seit März 1982. Zuvor war er Teil des Hegeringes Burgwedel. Der damalige Hegeringleiter Hermann Bolten regte auf einer Vorstandssitzung der Jägerschaft Burgdorf an, den großen Hegering Burgwedel zu teilen. Er begründete das damit, die bejagbare Fläche von knapp 23.000 Hektar sei zu groß. Zum anderen hätten sich in den Teilen Burgwedels und Isernhagens die jagdlichen Schwerpunkte auseinanderentwickelt. In Burgwedel dominiere das Hochwild, in Isernhagen das Niederwild. Die Problemlagen seien ganz unterschiedlich. Das waren unwiderlegbare Argumente. Am 19. März 1982 wurde der Hegering Isernhagen im Gasthaus Dehne gegründet. Erster Hegeringleiter wurde damals Dieter Mehring.
Der Vorsitzende der Jägerschaft Burgdorf, Hans-Otto Thiele, und der heutige Leiter des Hegerings Isernhagen, Detlef Pausch, hielten sich nicht lange mit der Begrüßung der Gäste auf. Zunächst waren einige Ehrungen zu vollziehen für langjährige Arbeit einiger Jäger in Funktionen der Jägerschaft Burgdorf. Da war zum einen der langjährige Vertreter des Kreisjägermeisters Hans-Heinrich Depenau und schließlich Martin Bruns, der als Bläserobmann der Jägerschaft weit über den hiesigen Bereich hinaus große Bekanntheit erlangt hatte und vielfach mit seinen Bläsergruppen an Landes- und Bundesmeisterschaften teilgenommen hatte. Er erhielt das Bläserabzeichen in Gold der Landesjägerschaft.
Dann überließen die Veranstalter ihre Gäste zunächst der Erkundung der auf dem Sportgelände verteilten Angebote. Da war Falkner Manfred Haas wohl der größte Hingucker. Er hatte seine Beizvögel mitgebracht, einen Uhu, Freya, die gut zweijährige Steinadlerdame, einen Habicht, zwei amerikanische Bussarde und zwei Jungvögel, eine Züchtung aus einem isländischen Gerfalken und einem Sakerfalken aus Südeuropa.
Haas züchtet seine Beizvögel selbst und richtet sie alle für die Jagd ab. „Die Vögel sind bei mir auch im jagdlichen Einsatz“, sagt er „und damit sehr gut trainiert“. Es war beeindruckend, wie der Falkner mit seinen Vögeln umging. Die Vögel flogen ihm auf Kommando auf die Hand. Die mächtigen Greife des Steinadlers umfingen den dicken Lederhandschuh im festen Griff und der respekteinflößende große Schnabel befand sich ganz dicht am Gesicht des Falkners. Freya sei ein ausgesprochen erfolgreicher Beizvogel, erklärte Haas nicht ganz ohne Stolz. Sie sei an diesem Sonntag zwei Jahre und elf Tage alt.
Immer wieder wurde Manfred Haas darauf angesprochen, warum er entgegen der Ankündigung seine Vögel nicht frei fliegen lasse. Zunächst einmal sei er für einen Kollegen eingesprungen, der seine Teilnahme am Hegering-Geburtstag kurzfristig abgesagt habe. Es sei zu gefährlich für die Hunde, die die Besucher hierher mitgebracht haben. „Hunde gehören in das Beuteschema des Steinadlers. Freya würde sich sofort einen greifen, selbst wenn der Hund angeleint wäre.“ Sie hätte einmal schon seinen eigenen Vorstehhund angegriffen. Nur durch beherztes Eingreifen habe er seinen Hund retten können. „Aber der war sehr schwer verletzt“, sagte Haas. Die Adlerdame habe trotz ihres jungen Alters schon 44 Hasen, elf Füchse und einige Rehe auf der Jagd geschlagen.
Viel Aufsehen erregte auch die Hundevorstellung: Rund 60 Hundeführerinnen und Hundeführer hatten ihre Hunde mitgebracht, es waren beinahe alle unterschiedlichen Rassen vor Ort, die in der Jägerschaft Burgdorf bei der Jagd eingesetzt werden. Die Vorstellung der Hunde kommentierte kein geringerer als Heinrich Uhde, ehemals Hundeobmann der Jägerschaft Burgdorf, Präsident des Deutschen Jagdgebrauchshundverbandes und heute dessen Ehrenpräsident.
Das war beste Werbung in eigener Sache für die Jägerschaft, ebenso wie die musikalischen Beiträge der unterschiedlichen Bläsergruppen. Und die Besucher waren fasziniert von den Angeboten, viele fragten schon, wo und wann denn das nächste Sommerfest der Jägerschaft Burgdorf stattfinden wird.