Isernhagenhof Kulturverein legt erstmals Zahlen vor

Erstmals stellte der Kulturverein schlüssige Zahlen vor und eine überschlägige Bilanz der Jahre 2010 und 2011 sowie die Planung für 2012. (Foto: Renate Tiffe)

Entwicklung von Einnahmen und Ausgaben von 2010 bis 2012

ALTWARMBÜCHEN (ti). Erstmals in der knapp 20-jährigen Geschichte des Isernhagenhofes sind dem Schul- und Kulturausschuss der Gemeinde schlüssige Zahlen vorgelegt worden - sozusagen eine überschlägige Bilanz der Jahre 2010 und 2011 sowie die Planung für 2012.
Der Vorsitzende des Kulturvereins, Bernhard Geveke und Schatzmeister Thomas Hahn stellten die Zahlen vor und berichteten über die strukturellen Veränderungen seit den schweren Turbulenzen im Jahr 2011.
65.000 Euro bringt die Gemeinde Isernhagen pro Jahr für ihre zentrale Kulturstätte auf. Darüber hinaus hat sie die Zuständigkeit für die baulichen Angelegenheiten übernommen. Mitte 2011 war die Lage so desolat geworden, dass zusätzlich ein Darlehen von 20.000 Euro gewährt werden musste. Seit Jahren hatte der Kulturausschuss einen Einblick in das Finanzgebaren des Vereins gefordert, bislang ohne Erfolg. Die Angaben von 2011 waren wenig brauchbar gewesen.
Nach der vorgelegten Übersicht war 2010 ein Defizit von 24.000 Euro entstanden. Die Zahlen für 2011 ergaben noch ein Minus von 3.600 Euro. Für 2012 wird nun - bei ständigen Einnahmen von 76.933 Euro - ein ausgeglichener Haushalt in Höhe von 15.376 Euro angestrebt. Im Plan enthalten ist eine Darlehensrückzahlung von 10.560 Euro. Er denke, damit eine gute Bilanz vorlegen zu können, sagte Hahn. Die Schwierigkeiten seien größtenteils ausgeräumt. Im nächsten Jahr sollen die Darlehnsschulden ausgeglichen werden. Damit sei der Verein wieder auf einem guten Weg.
Strukturveränderungen, die teilweise schon realisiert werden, erlauben dem Verein wieder einen mehr optimistischen Blick in die Zukunft. Bei den Ausgaben verschafft die Regelung Erleichterung, nach der die Künstler nur 70 Prozent der Einnahmen erhalten. Insgesamt 34.000 Euro sind an Kosten für Honorare und Hotelkosten angesetzt. Die Zahl der Veranstaltungen innerhalb eines Jahres wird – inklusive der von Musikschule und KulturKaffee – stark ausgeweitet, auf etwa 100 (gegenüber ca. 30 in der Vergangenheit). Für die mehr als 30 Fremdveranstaltungen, neben denen von Gemeinde und Musikschule auch Feiern von Firmen und Privaten, sind vorsichtig 10.000 Euro einkalkuliert. Allerdings: 63.000 Euro bringt der Verein an Lohnkosten auf. Neben Werner Hinz ist mit der Bankkauffrau Bianca Naujoks eine zweite Kraft auf 25-Stunden-Basis eingestellt worden.
Bernhard Geveke erläuterte, dass mit dieser Lösung auch die Betreuung bei den Abendveranstaltungen gewährleistet sei. Sie sei immer noch billiger als der Einsatz eines hauptamtlichen Geschäftsführers. An dessen Stelle werde auf den allwöchentlichen Vorstandssitzungen gemeinschaftlich bestimmt „wo es hingehen soll“.
Etwa ab 2014, wenn „die Zahlen wieder stimmen“, muss an größere Investitionen in der Bühnentechnik und bei der Heizungsanlage gedacht werden. „Da hoffen wir auf Spenden“, so Geveke.
Bei der Aufarbeitung der Folgen aus der Vergangenheit setzen der Ausschuss und die Verwaltung auf Zeit. Der Tagesordnungspunkt „Empfehlungen des Ortsrats FB zur Konzeption des Isernhagenhofes“ wurde auf eine weitere Sitzung vertagt. „ Der Verein muss erst einmal auf die Beine kommen“, meinte der Erste Gemeinderat Frank Niemeier.
Absage erteilt wurde dem zum zweiten Mal gestellten Antrag der „Grünen“ auf Ausrichtung eines Workshops zur Kulturarbeit in Isernhagen. Ratsfrau Carmen Merkel hatte die Vergabe von 65.000 Euro allein an den Kulturverein als „ungerecht“ moniert.