Interessante Suche nach neuen Formen des Zusammenlebens

Conny Oelscher und Stefan Kauz stellten die Ergebnisse zum Thema „Freiraum im Außenbereich“ vor. Sie hatten Ideen entwickelt zur Frage, wie viel Freiraum man braucht und wie der dann genutzt werden soll.
 
Am Ende konnten die Teilnehmer die Inhalte, die sie für besonders wichtig hielten, mit roten Punkten kennzeichnen.

„Wie wollen wir wohnen?“ traf den Nerv der Burgwedeler

GROSSBURGWEDEL (hhs). „Wie wollen wir wohnen?“, so lautete die Frage an die Burgwedeler, die am Samstag die Gelegenheit hatten, sich Form eines Workshops dem Thema zu nähern.
Die Stadt Burgwedel hatte zu diesem ungewöhnlichen Ereignis eingeladen. Ungewöhnlich war es insofern, dass Bürgerbeteiligung an der Zukunftsplanung unserer Stadt in einem „frühen Frühstadium“ doch ein Novum ist. Gleich nach dem Aufruf zur Teilnahme, stellte die Stadtverwaltung fest: Sie hatte den Nerv der Burgwedeler mit diesem Angebot zur Zukunftsplanung voll getroffen. Mehr als 70 Interessenten hatten sich angemeldet.
„Wir wollen wissen, wie unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger tatsächlich leben wollen. Was ist den Menschen in der Stadt Burgwedel wichtig?“, hatte Bürgermeister Axel Düker formuliert. Die Ergebnisse sollen in die Bauleitplanung für die Wohnbaugebiete in der Stadt einfließen. Das erinnerte bei der Ankündigung stark an das „Projekt Wohnwinkel“, das sich vor einigen Jahren in der Seniorenbegegnungsstätte etabliert hatte und außerordentliche Beachtung erlangt hatte wegen seiner Vorschläge für neue Wohnformen für das Leben im Alter.
„Das Projekt ist nur daran gescheitert, weil wir als Stadt in der Zeit keine Gebiete für Wohnbebauung hatten“, erinnerte Christiane Concilio, die Leiterin des Sozialamtes und erste Stadträtin. Die Burgwedeler Tafel sei auch ein Ergebnis des Projektes Wohnwinkel.
Am Samstag, nach einem Einführungsvortrag von der Juristin Andrea Töllner, die Beraterin des Forum Gemeinschaftliches Wohnen ist, verteilte sich die große Gruppe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an zwölf „Runden Tischen“. Hier diskutierten sie zu unterschiedlichen Themenfeldern. Die Bandbreite reichte von „Soziales Wohnen“ über „Infrastruktur im Ortskern“, „Versorgung im Quartier“, „Freiraum im Außenbereich“, „Begegnungsmöglichkeiten“, „Wohnen im Bestand“, „Generationsübergreifendes Wohnen“, Wohnen im Alter“ bis zu der Frage „Wie will ich wohnen? -Gemeinsam oder individuell?“.
Muntere Diskussionen entwickelten sich. Die Teilnehmer schienen selbst überrascht von der Fülle der geradezu sprudelnden Ideen zu sein. Alles wurde notiert und am Ende stellten Sprecher der einzelnen Gruppen die Ideen vor. Die Notizen fixierten sie an Stellwänden auf der kleinen Bühne des Amtshofs. Als alle Gruppen ihre Vorstellung beendet hatten, waren es sechs Stellwände voller Ideen, die an diesem einen Vormittag entwickelt worden waren.
Christiane Concilio und die Mitarbeiter der Verwaltung forderten alle Teilnehmer nun auf, die Themenbereiche, die sie selbst für besonders wichtig hielten, mit roten Punkten hervorzuheben. Nun werden die Ideen nicht in einer Schublade im Rathaus verschwinden. Alles soll ausgewertet und strukturiert werden und anschließend in eine Dokumentation einfließen, die auf der Homepage der Stadt Burgwedel vorgestellt wird. Alle hoffen, dass die beiden neuen Baugebiete, insbesondere das am Pöttcherteich, für das der Ortsrat Großburgwedel auf seiner Sitzung am Donnerstag zuvor den Weg frei gemacht hatte, davon profitieren.
Dort wird ein Wohngebiet entstehen, in das die Ergebnisse der der Veranstaltung „Wie wollen wir wohnen?“ erstmals einfließen sollen. Die Teilnehmer vom Samstag sind aufgefordert, an ihren Themen weiter zu arbeiten.