Insgesamt weniger Straftaten in Burgwedel und Isernhagen

 
Die Polizei möchte die Bevölkerung sensibilisieren, um Einbrüche zu verhindern: Polizeihauptkommissar Uwe Bollbach, der als Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Burgdorf arbeitet, erläuterte in Fuhrberg während einer Informationsveranstaltung im Januar geeignete Sicherungen für Fenster. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ein Beitrag von Bettina Garms-Polatschek: Jedoch 50 Prozent mehr Wohnungseinbrüche

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (bgp). Die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten im Bereich des Polizeikommissariates Großburgwedel belief sich in 2015 noch auf 2936 Fälle (Burgwedel 1351, Isernhagen 1585), während mit 2424 Fällen (Burgwedel 1180, Isernhagen 1244) in 2016 17,44 Prozent weniger Straftaten erfasst wurden, teilte der Leiter des Polizeikommissariates, Günter Heller, bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik mit.

Anstieg der Wohnungseinbrüche

Stark angestiegen ist hingegen die Zahl der Wohnungseinbrüche, die mit 155 dokumentierten Fällen um 51,96 Prozent weit über der des Vorjahres (102 Fälle) liegt. Im Januar 2017 wurden bereits 18 Taten festgestellt, im Februar 2017 nur noch vier. Die Häufung der Taten in den Wintermonaten ließe sich eindeutig auf die länger währende Dunkelheit zurückführen, erläuterte Heller.
Die Polizei habe auch eine Verlagerung der Tatzeiten festgestellt. So werde die Mehrzahl der Einbrüche mittlerweile am Tag oder in den frühen Abendstunden verübt, wenn niemand zu Hause ist. Daher sei es wichtig, die Anwesenheit der Bewohner vorzutäuschen, wie etwa mit Zeitschaltuhren zur Regelung der Beleuchtung.
Der Burgwedeler Polizeichef wies noch einmal darauf hin, dass Präventivmaßnahmen sinnvoll seien, um Einbrüche zu erschweren beziehungsweise Täter ganz davon abzuhalten. In der Regel geben sich die Täter etwa fünf Minuten, um in ein Objekt einzudringen.
Ist diese Zeit überschritten, werde der Einbruchvorgang meist abgebrochen, hielt Heller fest. Außerdem sei es wichtig, Beobachtungen wie verdächtige Fahrzeuge der Polizei mitzuteilen oder wenigstens das Kennzeichen sowie Fahrzeugtyp zu notieren.

Maßnahmen der Polizei

Seitens der Polizei wurden Maßnahmen bei ausgesuchten Diebstahlsdelikten eingeleitet. Im Januar 2014 wurde die Bearbeitung von Wohnungseinbrüchen zentralisiert und intensiviert. Mit Handzetteln und Nachbarschaftsbefragungen wurde in betroffenen Tatbereichen verstärkt agiert.
Eine Zusammenarbeit mit den Kommunen soll die Kriminalprävention in städtebauliche Maßnahmen bereits in der Planungsphase einbeziehen. Als Beispiel nannte Heller das Baugebiet Wietzeaue in Altwarmbüchen, bei dem man sich im Vorfeld Gedanken über Beleuchtung und Bewuchs unter diesem Aspekt gemacht habe.
Mit uniformierten oder zivil gekleideten Polizeikräften werde außerdem in potenziellen Tatortbereichen die Bestreifung zielgerichtet durchgeführt. Unterstützt werden die Maßnahmen mit Veranstaltungen zum Thema Einbruchprävention sowie einem Info-Mobil, in dem die Kontaktbereichsbeamtin Antje Schneider beispielsweise auf Wochenmärkten Handzettel verteilt und über das Thema informiert.

Drogendelikte und schwere Kfz-Diebstähle rückläufig

Rückläufig ist die Anzahl der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Während in 2015 noch 221 Fälle aufgenommen wurden, sank die Zahl der Verstöße um 53,39 Prozent auf 103. Hier zahle sich eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen aus, die gegebenenfalls auf Täter oder Konsumenten hinwiesen, betonte Heller. Im Bereich der schweren Diebstähle aus Kraftfahrzeugen, sank die Zahl der Straftaten um 47,08 Prozent auf 136 (Burgwedel 63, Isernhagen 73), während 2015 noch 257 derartige Delikte verzeichnet wurden.
Vornehmlich hochwertige Fahrzeuge wurden geöffnet, um fest eingebaute Navigationssysteme und Airbags zu entwenden. Da der Ausbau dieser Geräte recht kompliziert sei, seien die Täter vermutlich professionell organisiert und gingen gezielt vor, so Günter Heller. Das sei nicht mit spontanen Taten zu vergleichen, bei denen die Scheibe eines Fahrzeuges eingeschlagen werde, um ein mobiles Navigationssystem oder im Wagen befindliche Wertgegenstände zu entwenden.
Ein „Phänomen“ seien auch die Diebstähle von hochwertigem Werkzeug und Geräten aus Handwerkerfahrzeugen, sagte Ralf-Emil Bahn, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Großburgwedel. Hier werde man gesondert informieren, um Gewerbetreibenden Hinweise zu geben, wie solche Diebstähle in Zukunft vermieden werden könnten.
Erfasst werden auch Tatverdächtige ausländischer Herkunft, das traf auf 338 Personen von insgesamt 1089 Tatverdächtigen im Jahr 2016 zu. So wurden 127 Straftaten erfasst, davon vierzig „Schwarzfahrten“ ohne Fahrschein, 23 Ladendiebstähle und 34 Körperverletzungen, die sich hauptsächlich unter den Flüchtlingen selbst ereignet haben. Diese gingen in der Regel auf die sehr beengte Wohnsituation zurück, berichtete Heller.

Aufklärungsquote im Landesdurchschnitt

Mit Blick auf den Landesdurchschnitt sei es im Bereich des Polizeikommissariates Großburgwedel noch „heile Welt“ fügte Bahn hinzu, schränkte jedoch ein, dass es trotz allem Fälle von Körperverletzungen in 2016 gegeben habe, die Zahl jedoch merklich gesunken sei. Waren es 2015 noch 210 Fälle von Körperverletzung (davon 64 Häusliche Gewalt), gab es 2016 zwanzig Fälle weniger (190, davon 71 häusliche Gewalt), während die Zahl der Körperverletzungen im Landesdurchschnitt angestiegen sei.
Die Aufklärungsquote der insgesamt 1959 bearbeiteten Fälle im Polizeikommissariat Großburgwedel liege mit 59,72 Prozent leicht über der des Vorjahres (59,18 Prozent) und damit im Bereich des Landesdurchschnitts, der sich auch bei etwa 60 Prozent bewege, so Bahn und Heller.