Insgesamt 75 Handys zum Wohle der Havelniederung

1. Einige Besucher des NABU Stands in der Von-Alten-Straße gaben nicht nur ihr Handy ab, sondern freuten sich über umfangreiche Informationen des Ortsvereins unter anderem zum Thema „Gärtnern ohne Gift“. (Foto: Anna Kentrath)

NABU Burgwedel-Isernhagen sammelte erfolgreich in der Von-Alten-Straße

GROSSBURGWEDEL (ak). Ein eisiger Wind pfiff Samstagvormittag durch die Von-Alten-Straße in Großburgwedel, doch das konnte einige Mitglieder des NABU Burgwedel und Isernhagen nicht von ihrem Ziel abbringen: So viele Handys einzusammeln, wie möglich, um das Umweltprojekt „Havelniederung“ zu unterstützen. Bereits bei vergangenen Sammelaktionen konnten der NABU 75 Althandys zusammenbekommen und nun schafften sie diese Zahl allein an einem Tag in der Von-Alten-Straße.
Warum sollte man alte Handys sammeln, die meist nicht einmal mehr funktionsfähig sind? 40 Handys enthalten allein so viel Gold, wie sonst aus einer Tonne Erz gewonnen wird, erfuhr man von den vier wackeren NABU-Mitgliedern am Stand in der Von-Alten-Straße: Klaus Holze, Uwe Siemers, Markus Diedrich-Philippi und Dr. J.-Christian Dulce. Hinzu kämen noch jede Menge anderer Materialien, die wiederverwertet werden könnten. Für jedes Handy erhalte der NABU 3 Euro, so Dr. J.-Christian Dulce, Vorsitzender des NABU Burgwedel-Isernhagen.
Zugute kommt dieses Geld einem Projekt des NABU Deutschland zur Renaturierung der Havelniederung. Bei der „unteren Havel“, wie das Projekt auch heißt, handelt es sich um das größte wie auch bedeutsamste Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropa, indem mehr als 1.100 stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind. Der NABU habe sich zur Aufgabe gemacht, so Klaus Holze, Schatzmeister des Ortsvereins Burgwedel und Isernhagen, in den kommenden 12 Jahren, die Havel wieder „naturnah fließen“ zu lassen.
Eine rundum gelungene Aktion des NABU Deutschland, fanden nicht nur die anwesenden Mitglieder, sondern auch die Burgwedeler Bürger, die bewusst den Stand ansteuerten und häufig nicht nur ein, sondern gleich mehrere Handys abgaben. Man wisse doch auch gar nicht, wie man die defekten Geräte entsorgen soll, hieß es mehrfach und so zeigten sich die Abgebenden froh, die Althandys einem Recycling zuführen zu können, um in diesem Fall aber auch noch im doppelten Sinn etwas für die Umwelt zu leisten.
Belohnt wurde die Abgabe der Althandys vom NABU Burgwedel und Isernhagen noch mit einem kleinen Dankeschön, einer Wildblumen-Mischung – denn der Winter muss ja irgendwann wirklich ein Ende habe – und Informationsbroschüren zum Biogärtnern. Einige Interessierte, die dem frostigen Wetter trotzten, ließen sich auf einen kurzen Plausch mit den NABU-Mitgliedern ein.
„Vielleicht schaffen wir es ja in diesem Jahr die Mitgliederzahl von 700 zu erreichen“, so der 1. Vorsitzende Dr. J.-Christian Dulce hoffnungsvoll, derzeit sei man bei 680. Die Sammelaktion der Althandys ist mit dem Stand in der Von-Alten-Straße längst nicht beendet, wer sein Gerät abgeben möchte, kann sich direkt beim NABU-Ortsverein Burgwedel und Isernhagen melden.