Informationsveranstaltung zur „Medizinstrategie 2020“

Der KRH-Aufsichtsratsvorsitzende und Regionspräsident Hauke Jagau und die KRH-Geschäftsführerin Barbara Schulte werden am Donnerstag, 20. November den Burgwedelern in der Sporthalle des Schulzentrums ab 19.30 Uhr Rede und Antwort stehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Jagau stellt sich den Fragen zur Krankenhausschließung

REGION HANNOVER/BURGWEDEL (r/hhs). Welche Veränderungen bringt die Medizinstrategie 2020 des Klinikums Region Hannover (KRH) für den Standort Großburgwedel? Welche Überlegungen stecken hinter dem Vorschlag, die Kliniken der Standorte Lehrte und Großburgwedel in einem Neubau zusammenzulegen?
Diese und andere Fragen beantworten KRH-Geschäftsführerin Barbara Schulte sowie der Regionspräsident und Aufsichtsratsvorsitzende Hauke Jagau in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Donnerstag, 20. November, um 19.30 Uhr in der Sporthalle des Schulzentrums Burgwedel, Auf der Ramhorst 2, Großburgwedel.
Der Aufsichtsrat des Klinikums Region Hannover (KRH) hat in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch dieser Woche noch keine Beschlüsse zur „Medizinstrategie 2020“ gefasst. Damit folgt das Gremium dem Vorschlag des Aufsichtsratsvorsitzenden Hauke Jagau, Präsident der Region Hannover, und der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Elke Nobel.
Beide hatten im Vorfeld empfohlen, die Entscheidung zu vertagen und zeitnah eine Sondersitzung des Aufsichtsrats anzuberaumen. „Uns ist bewusst, dass das Klinikum Region Hannover eine Entscheidung braucht, aber es gibt noch offene Fragen, unter anderem der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die man zuvor klären sollte“, betont Jagau. Auch die vereinbarten Dialogveranstaltungen mit den Bürgerinnen und Bürgern in Großburgwedel und Lehrte wolle man abwarten.
Insbesondere nach der Ankündigung bereits im kommenden Jahr die hiesige Geburtsklinik schließen zu wollen, können die KRH-Vertreter bei der Informationensveranstaltung mit viel Gegenwind rechnen. Angeheizt worden ist die Stimmung in Großburgwedel darüber hinaus auch durch Äußerungen des Interims-Klinikum-Geschäftsführers Thomas Moesta, im HAZ-Leserforum am vergangenen Dienstag.
Dort hatte der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt erklärt, er sei jüngst mit einer Schnittwunde in der Notaufnahme des Regionsklinikums Großburgwedel gewesen und sehr gut versorgt worden. Moesta hatte darauf hin gefragt, ob Hoppenstedt auch mit einem Herzinfarkt dorthin gekommen wäre. Der Bundestagsabgeordnete bejahte das. Moesta entgegnete: „Dann wären Sie jetzt wahrscheinlich tot“. Das hatte nicht nur im Klinikum Großburgwedel für große Entrüstung gesorgt.
Empört reagiert die CDU Burgwedel auch die Äußerungen von Thomas Moesta, der im Falle eines negativen Votums zur Medizinstrategie 2020 einen Plan B ausgeschlossen hatte. „Wir lassen uns nicht eine Zustimmung zu einem Konzept abpressen, das das Umland schwächt und die Unfähigkeit der Geschäftsführung, echte Alternativen zu entwickeln, überdeckt“, so der Burgwedeler Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann. „Auch vermissen wir den Ansatz der Geschäftsführung die Defizite zu bekämpfen, denn die Krankenhäuser in Lehrte und Großburgwedel sind nicht die Verlustbringer. Die Verluste werden an anderer Stelle im Klinikum Region Hannover produziert und müssen beseitigt werden."
Vom demografischen Wandel scheint die KRH-Geschäftsführung noch nichts gehört zu haben. So Freidermann weiter. Auch über 2015 hinaus benötige der Nordosten eine moderne und voll ausgerüstete Geburtsstation.