In Thönse wurde die Urnengrabstätte „Buchenhain“ eingeweiht

Martin Riessler und Andreas Textores enthüllen die zentrale Skulptur auf dem Thönser Friedhof. (Foto: Renate Tiffe)
THÖNSE (ti). Der Anlass war wichtig genug für eine kleine Feierstunde. Auf dem Friedhof in Thönse wurde sozusagen als erster, gewichtiger Schritt für das neue Friedhofskonzept der Stadt die Urnengrababteilung „Buchenhain“ eingeweiht. Neben Einwohnern des Dorfes und Mitgliedern aus Ortsrat, Rat und Verwaltung konnte Bürgermeister Axel Düker auch Vertreter der Friedhofsverwaltungen aus den Gemeinden Isernhagen und der Wedemark begrüßen.
Die Stadt arbeite kontinuierlich daran, für ihre fünf kommunalen Friedhöfe die neuen Entwicklungen in der Bestattungskultur aufzugreifen, so Düker. Ein tiefgreifender Wandel vollziehe sich zurzeit in Deutschland. Wahlgräber, insbesondere Mehrfachwahlgräber seien immer weniger gefragt, sodass auf den Friedhöfen ein lückenhafter Eindruck entstehe. Stattdessen gebe es eine deutliche Hinwendung zu Urnengrabstätten mit verschiedenen Ausrichtungen.
Die Idee, Urnengräber unter Bäumen anzubieten, hatte in Thönse bereits vor sechs Jahren dazu geführt, dass im nördlichen Bereich des Friedhofes Buchen angepflanzt wurden. Im Zuge des 2013 von der Stadt beschlossenen ortsübergreifenden Friedhofskonzeptes wurde dieser Teil im Laufe des vergangenen Jahres durch das „Büro für Sport- und Freiraumplanung Grundmann“ aus Sarstedt gartenbaulich auf eine sehr ansprechende Weise neugestaltet. Entstanden ist eine Anlage mit Wahl- und Reihengräbern, deren Pflege durch die Stadt übernommen wird.
In deren Mittelpunkt wurde zur Eiweihung eine eindrucksvolle Skulptur mit einem deutlichen Bezug zur Thönser Bestattungskultur enthüllt. Da die Kapelle mitten im Dorf steht und nicht auf dem Friedhof, zieht bei Beerdigungen der Trauerzug dorthin. Martin Riessler, Leiter des Bauhofs und für die Friedhöfe in der Stadt zuständig, hatte den Einfall, das kleine Bauwerk nun sozusagen an Ort und Stelle zu bringen.
Eine Stahlplatte zwischen zwei Sandstein-Stelen zeigt die ausgeschnittenen Umrisse der Kapelle – eine sehenswerte kunsthandwerkliche Arbeit, die in Zusammenarbeit mit dem Burgwedeler Steinmetz und Bildhauer Andreas Textores ausgeführt wurde. Am Rande des geräumigen Platzes befinden sich Ruhebänke zum Verweilen, wenn Angehörige an Gedenktagen ihre Blumengebinde an der „neuen Kapelle“ ablegen wollen.
Versteht sich, dass Thönses Ortsbürgermeister Heinz-Theo Rockahr sich zufrieden und stolz zeigte. Als Ratsherr und Bestattungsunternehmer hatte er vermutlich schon vor Jahren den Anstoß für das Friedhofskonzept gegeben, für dass nun auf „seinem“ Friedhof auf wunderbare Weise der erste Schritt vollzogen wurde. Ein Glücksfall ist, dass Riessler diese höchst sensible Aufgabe der Stadt mit dem nötigen Gespür und viel Fachkenntnis angeht.
Unterdessen werden nach und nach auch die Planungen für die anderen Friedhöfe bekanntgegeben. In Engensen wurde mit der Umsetzung des ersten Abschnittes bereits begonnen. Der Kapellenvorplatz ist mit einer hellen Pflasterung versehen worden und die Urnengrababteilung wurde neu strukturiert.
Der Wettmarer Ortsrat soll noch vor Jahresende den Entwurf für den Waldfriedhof vorgelegt bekommen und die Umgestaltung des Oldhorster Friedhofes ist für 2017 vorgesehen.
Soeben hat der Ortsrat in Kleinburgwedel den Beschluss für die Neugestaltung seines Friedhofes am Mühlenberg gefasst. Mittelfristig ist geplant, die 2,1 ha große Fläche parkähnlich zu gestalten mit einer Baumallee zu beiden Seiten des verbreiterten Hauptweges und einer Baumreihe entlang der Burgwedeler Straße. Verändert werden u.a. auch die Parkplätze. Als neue Idee soll die Möglichkeit für einen Spielbereich geschaffen werden. 40.000 Euro sind für die ersten Maßnahmen im Jahr 2016 im Haushalt der Stadt eingeplant.